Vorwurf: Totschlag

Prozess um Viernheimer Babyleiche: Klinik entlässt Mutter trotz Warnung des Jugendamts!

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Die Polizei durchkämmt im September 2017 nach dem Fund von Babyknochen ein Waldstück in Viernheim (Archivfoto)

Viernheim/Darmstadt - Im Totschlagprozess gegen eine 32-Jährige, die ihr kleines Baby umgebracht haben soll, gerät auch das Klinikum Ludwigshafen ins Visier der Staatsanwaltschaft!

+++ UPDATE 15. Januar

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat Ermittlungen gegen Unbekannt – und nicht wie zunächst berichtet, gegen das Klinikum Ludwigshafen – aufgenommen! Es werde allerdings geprüft, ob es in diesem Zusammenhang in der Klinik zu strafrechtlich relevanten Versäumnissen gekommen sein, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. 

Es gehe noch immer um den Verdacht der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen. Denn die Mutter hat das Kind in der Klinik zur Welt gebracht und bereits Wochen vor der Geburt hat das Jugendamt Mannheim die umliegenden Krankenhäuser über den Gesundheitszustand der Frau informiert und darum gebeten, die Frau nicht mit dem Neugeborenen weggehen zu lassen! Nach bisherigem Ermittlungsstand sei die Frau mit dem Kind aus der Klinik entlassen worden, sagt der Sprecher.

+++ UPDATE 14. Januar

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat im Zusammenhang mit dem Fund einer Babyleiche im Viernheimer Wald Ermittlungen gegen das Klinikum Ludwigshafen aufgenommen! Es geht um den Verdacht auf fahrlässige Tötung durch Unterlassen. Das wurde am Montag (14. Januar) bei dem Totschlagprozess gegen die Mutter des kleinen Jungen bekannt.

Das Jugendamt Mannheim hat bereits zwei Wochen vor der Geburt des Kindes die Kliniken im Bereich Mannheim, Ludwigshafen und Südhessen auf die werdende Mutter hingewiesen, berichtet ein Sprecher der Staatsanwaltschaft vom Prozesstag: Man solle sie im Fall einer Entbindung nicht mit dem Kind weggehen lassen, habe das Amt gewarnt. 

Bereits 2014 hat das Jugendamt die damals fünfjährige Tochter der Frau in die Obhut einer Verwandten gegeben. Diese hat das Amt zuvor auf psychische Probleme ihrer jüngeren Schwester aufmerksam gemacht.

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Der 32-jährigen Frau wird Totschlag vorgeworfen. Staatsanwaltschaft und ein psychiatrischer Gutachter gehen davon aus, dass die Frau schuldunfähig ist. Deswegen prüft das Schwurgericht, ib sie bis auf weiteres in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht wird.

Hintergrund: Babyknochen im Viernheimer Wald

Ein Pilzsammler findet im September 2017 einen toten und skelettierten Säugling in einer Wickeltasche im Viernheimer Wald, nahe der Autobahn. Den Ermittlungen zufolge soll das Baby im März 2017 auf die Welt gekommen und im April gestorben sein. In seiner kurzen Lebenszeit soll der Säugling bereits mit Drogen in Berührung gekommen sein. 

Menschliche Überreste? Pilzsammler findet Knochen! 

Die Mutter können die Ermittler nach einem Hinweis der Sonderkommission ‚Renatus‘ über einen DNA-Abgleich identifizieren. Diese untersucht den Todesfall eines Babys, das im Mannheimer Pfingstbergweiher entdeckt wurde

Für den Prozess gegen die 32-Jährige sind vier Verhandlungstage bis zum 28. Januar angesetzt.

dpa/kab

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