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Ukraine-Hilfe in Brühl: Zirkus nimmt „Schlangenmädchen“ auf

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Von: Eliran Kendi

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Zirkus Fantasia - Ukrainische ArtistinnenDie beiden Zirkus-Artistinnen Lana (l) und Tanja zeigen im Zirkuszelt des Zirkus „Fantasia“ eine „Schlangenmädchen“-Darbietung (17. März 2020).
Die beiden Zirkus-Artistinnen Lana (l) und Tanja zeigen im Zelt des Zirkus „Fantasia“ eine „Schlangenmädchen“-Darbietung (17. März 2020). © dpa/Uwe Anspach

Brühl - Angesichts des Ukrainekrieges, zeigen sich viele Menschen solidarisch und helfen. Ein Beispiel hierfür ist ein Zirkus bei Mannheim, der zwei Verrenkungskünstlerinnen aufgenommen hat.

In der Zirkuswelt hält man zusammen – das gilt umso mehr in Zeiten des Krieges. So auch beim kleinen Zirkus „Fantasia“, der gegenwärtig in Brühl bei Mannheim gastiert. Dort hat man aus der Ukraine geflohene Artistinnen aufgenommen. Lana und Tanja, die Putins Bomben entkommen sind, stellen ihre in der renommierten Kiewer Zirkusschule geförderten Talente nun in der Kurpfalz unter Beweis.

Gemeinde in Baden-WürttembergBrühl
Fläche10,19 km²
Einwohnerzahl14.233 (Stand: 31. Dez. 2008)

Akrobatinnen aus der Ukraine finden in Zirkus bei Mannheim Zuflucht

Eines der beiden gelenkigen „Schlangenmädchen“, Lana aus Kiew, hat in der Vergangenheit bereits an der Weihnachtsshow des „Fantasia“ mitgewirkt. Diesen Kontakt nutzt sie, um sich Hilfe suchend an die Zirkus-Direktoren Stefanie und Andreas Sperlich zu wenden. Lanas einfache Bitte: Sicherheit und ein Dach über dem Kopf für ihre Mutter und sich selbst.

Auch ihre Freundin Tanja aus Odessa tut es ihr gleich. „Wir haben nicht lange gezögert, sie aufzunehmen – im Zirkus lebt man immer auf kleinem Raum zusammen und versteht sich trotzdem“, sagt Stefanie Sperlich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der in Brühl (Rhein-Neckar-Kreis) gastierende kleine Zirkus hat aus der Ukraine geflohene Artisten, Lana (l) und Tanja aufgenommen. (17. März 2020)
Der in Brühl (Rhein-Neckar-Kreis) gastierende kleine Zirkus hat die aus der Ukraine geflohenen Artistinnen, Lana (l) und Tanja aufgenommen. (17. März 2020) © dpa/Uwe Anspach

Allerdings hält sie noch nach einem zusätzlichen Wohnmobil Ausschau. „Wir wollen es ihnen so angenehm wie möglich machen“, sagt sie, obwohl die Corona-Krise dem Zirkus zugesetzt hat. Spontan hat ein Hotel den Frauen eine vorläufige Bleibe angeboten.

„Schlangenmädchen“ Lana und Tanja sind mit ihren Herzen bei ihren Partnern in der Ukraine

Lana und Tanja sollen auch in schwierigen Zeiten als Verrenkungskünstlerinnen, Jongleurinnen, Tänzerinnen und Akrobatinnen am Luftring dem Publikum ein paar Momente des Staunens und der Freude bereiten.

Lanas Mutter macht sich derweil mit dem Verkauf von Zuckerwatte im angeschlossenen Familienpark nützlich. Zwar sind die beiden Frauen Anfang 20 froh, in Deutschland arbeiten zu können, doch ihre Gedanken sind in der Ukraine, wo Tanja ihren Mann und Lana ihren Verlobten zurückgelassen haben.

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Offenbar tut sich Stefanie Sperlich manchmal schwer, auf die großen Sorgen ihrer Schützlinge einzugehen. „Ich bin ja auch keine Psychologin“, sagt die 51-Jährige. Aber sicher freuen sich die drei Frauen aus der kriegsgebeutelten Ukraine, wenn Sperlich versucht, ihnen Mut zu machen. Sie lässt sich ihren Optimismus nicht nehmen und versichert stets: „Es wird alles wieder gut“. (dpa/esk)

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