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Tödliche Amok-Fahrt in Trier: Opfer, Motiv, Täter – Das ist bislang bekannt

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Von: Katja Becher

Trier - Ein Autofahrer rast am Dienstagmittag durch die Fußgängerzone der Stadt in Rheinland-Pfalz. Es gibt mehrere Tote und Verletzte. Was bisher bekannt ist:

Update vom 2. Dezember: Mittlerweile hat die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen und die Fußgängerzone ist wieder freigegeben. Nach den neuesten Erkenntnissen handelt es sich bei den Opfern um drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren sowie den 45-jährigen Vater des Kindes. Das Alter des Säuglings ist zuvor von der Polizei falsch genannt worden. Es war nicht neun Monate alt, sondern nur neun Wochen. Unterdessen ist auch bekannt geworden, dass die Mutter und der eineinhalb-jährige Bruder verletzt im Krankenhaus liegen.

Der Amok-Fahrer wird heute dem Haftrichter vorgeführt. Das Gericht muss dann entscheiden, ob es einen Haftbefehl ausstellt oder den 51-Jährigen in eine geschlossenen psychiatrischen Einrichtung unterbringt. Die Staatsanwaltschaft vermutet eine psychische Erkrankung bei dem Mann. Zwar ist sein Motiv noch unklar, die Ermittler schließen aber einen religiösen oder politischen Hintergrund aus. Zudem gibt es keine Hinweise auf Mittäter oder Komplizen.

Trier: Amok-Fahrt mit Toten und Verletzten – Täter war betrunken

Update vom 1. Dezember, 21 Uhr: Ermittler suchen nach Spuren, und auch Stunden nach der Amok-Fahrt von Trier sind weite Teile der Fußgängerzone mit weiß-rotem Polizei-Band abgesperrt. Wo das Auto entlang gerast sein muss, liegen wahllos Dinge auf der Straße. Die Polizei spricht von fünf Toten, darunter ein neun Monate altes Kind. Die Mutter liegt verletzt im Krankenhaus. Festgenommen wird ein 51 Jahre alter Deutscher aus dem Kreis Trier-Saarburg. Das PS-starke Fahrzeug, so die Erkenntnisse der Polizei, soll in Trier über den Hauptmarkt bis zur Porta Nigra gerast sein. In der Christophstraße von der Polizei gestoppt und der Fahrer in dem SUV von Landrover überwältigt worden - „vier Minuten nach Ersthinweis“, wie der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend in Trier sagt.

Lewentz spricht von einem „sehr langen Tatweg“, der Meter für Meter untersucht werde. „Es geht den Menschen enorm nahe, auch den Einsatzkräften.“ Lewentz ist zusammen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gekommen, die in Trier wohnt. „Es ist einfach nur furchtbar“, sagt Dreyer. Das Allerschlimmste sei, dass Menschen ihr Leben verloren hätten. Oberstaatsanwalt Peter Fritzen zufolge soll der mutmaßliche Fahrer betrunken gewesen sein - er nennt einen Atemalkoholwert von 1,4 Promille. Es gebe Anhaltspunkte für ein psychiatrisches Krankheitsbild. Und es gebe dringenden Tatverdacht wegen Mordes in vier Fällen. Den Ermittlungen zufolge soll der Wagen Zick-Zack-Linien gefahren sein - möglicherweise, um so Menschen zu treffen.

Trier: Amok-Fahrt mit Toten und Verletzten – das ist bisher bekannt

Erstmeldung vom 1. Dezember, 15 Uhr: Schockierende Szenen am Dienstag in Trier: Ein Autofahrer rast durch die Fußgängerzone der Stadt in Rheinland-Pfalz, erfasst mehrere Menschen. Am Tatort nahe der berühmten Porta Nigra herrschen chaotische Szenen. Kurze Zeit später nimmt die Polizei einen 51-Jährigen Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg fest. Er soll einen dunklen SUV gefahren sein. Laut Polizeisprecher Karl-Peter Jochem gab es bei dem Vorfall in Trier mehrere Tote und Verletzte. Oberbürgermeister der Stadt Trier, Wolfram Leibe, sprach von einem Amok-Fall.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sind nahe der Fußgängerzone im Einsatz, in der ein Auto mehrere Menschen erfasst und nach ersten Erkenntnissen zwei von ihnen tödlich verletzt hat.

Tödlicher Vorfall in Trier: Autofahrer erfasst mehrere Menschen © Harald Tittel

Trier: SUV-Fahrer rast in Fußgängerzone – mehrere Tote und Verletzte

Die Hintergründe der mutmaßlichen Amok-Fahrt in Trier sind noch völlig unklar. „Im Moment können wir zur Motivation nichts sagen“, erklärt Polizeisprecher Karl-Peter Jochem bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. „Wir wissen nicht, warum er das gemacht hat.“ Augenzeugen hatten berichtet, dass der Fahrer des SUV durch die Fußgängerzone gerast und absichtlich Menschen angefahren hätte. Mehrere Opfer seien durch die Luft geschleudert worden. Laut Polizei bestehe nach der Festnahme des Fahrers keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Der Tatort in der Trierer Innenstadt sei weitläufig abgesperrt, auch Rettungskräfte aus dem benachbarten Luxemburg sind zur Unterstützung gekommen.

Laut Medienberichten fuhr der SUV-Fahrer auf seiner tödlichen Fahrt von der berühmten Porta Nigra in Richtung Hauptmarkt und dann in die Fleischstraße. Der komplette Tatort soll sich über rund 1 Kilometer Länge ziehen. Der erste Notruf ging offenbar um 13:48 Uhr bei den Einsatzkräften in Trier ein.

Trier: Mutmaßliche Amok-Fahrt in Innenstadt – mindestens ein Kind unter den Toten

Unter den Todesopfern des Vorfalls in Trier befindet sich offenbar mindestens ein Kind. Oberbürgermeister Wolfram Leibe beschreibt auf der Pressekonferenz, sichtlich erschüttert, die schrecklichen Bilder aus der Innenstadt. „Es bot sich ein Anblick des Grauens. Da stand ein Turnschuh. Das Mädchen dazu ist tot.“ Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer bestätigte bereits, dass sich ein Baby unter den Opfern befindet. Genaue Details zur Anzahl der Todesopfer und Verletzten wollte die Polizei am Dienstagnachmittag noch nicht nennen. „Es gibt mehrere Tote und eine ganze Reihe Schwer- und Schwerstverletzter“, sagte der Sprecher des Präsidiums Trier. Nach ersten Informationen kamen bei dem Vorfall mindestens zwei Menschen ums Leben. Am Abend soll eine Pressekonferenz zur mutmaßlichen Amok-Fahrt im Trierer Rathaus stattfinden.

Amok-Fahrt in Trier: Polizei auf Twitter – „Keine Bilder und Videos verbreiten“

Nach dem tödlichen Vorfall in Trier hat die Polizei die Menschen mehrfach darum gebeten, keine Bilder oder Videos der Tat im Netz zu verbreiten. Auf Twitter kursierten unmittelbar nach der mutmaßlichen Amok-Fahrt unter anderem Videos von chaotischen Szenen in der Innenstadt sowie der Festnahme des Tatverdächtigen. Die Polizei hat mittlerweile ein Hinweisportal zum Download von Videos und Bildern der Tat eingerichtet.

Trier: Ministerpräsidentin Malu Dreyer erschüttert über Vorfall

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) äußert sich entsetzt über den tödlichen Vorfall in Trier und die Zahl der Opfer. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat sich von Mainz auf den Weg zum Ort des Vorfalls nahe der Porta Nigra gemacht. Dreyer wird dort ebenfalls noch am Nachmittag erwartet. Auch die Bundesregierung reagiert mit Betroffenheit auf den Vorfall. „Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag auf Twitter. „Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.“ (kab)

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