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Todesfahrt von Trier: Rheinland-Pfalz trauert mit Schweigeminute – bewegende Szenen nach Horror-Tat

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Von: Katja Becher

Trier: Mit einer Schweigeminute haben am Donnerstag viele Menschen in Rheinland-Pfalz der Opfer der Amok-Fahrt gedacht. An der Porta Nigra versammelten sich hunderte Trauernde. 

Update vom 3. Dezember: Zwei Tage nach der tödlichen Amokfahrt in Trier hat die Stadt in Rheinland-Pfalz am Donnerstag mit einer Schweigeminute der Opfer und Angehörigen gedacht. Um Punkt 13:46 Uhr, exakt der Zeitpunkt, an dem die schreckliche Tat am Dienstag begann, hielten zahlreiche Bürger inne, gleichzeitig läuteten die Kirchenglocken in der Stadt. „Lassen Sie uns zeigen, wie stark und solidarisch die Menschen dieser Stadt sind. Trier steht zusammen“, hatte der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) zuvor an die Bürger appelliert. 

In Trier kamen der Oberbürgermeister mitsamt Stadtvorstand vor dem Rathaus zusammen. An der Porta Nigra am zentralen Trauerort hatten sich nach Stadtangaben rund 500 Menschen versammelt. Auch über Trier hinaus trafen sich Menschen in Rheinland-Pfalz in stillem Gedenken an die Opfer. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die in Trier zu Hause ist, hatte Menschen, Behörden, Betriebe und Schulen im ganzen Land gebeten, sich an der Gedenkminute zu beteiligen. Die Kirchenglocken in Trier läuteten vier Minuten lang – so lange wie die Amokfahrt bis zur Festnahme des Mannes gedauert hatte.

Todesfahrt von Trier: „Stadt unter Schock“- bewegende Trauerfeier an der Porta Nigra

Meldung vom 2. Dezember: Kerzen und Blumen an der Porta Nigra, dem früheren römischen Stadttor und Wahrzeichen der Stadt, erinnern am Mittwoch an die 5 Toten und 14 Verletzten der Todesfahrt von Trier. Oberbürgermeister Wolfram Leibe ist am Tag nach der Tat noch sichtlich erschüttert von dem Grauen, das ein 51-Jähriger am Dienstag über die Stadt in Rheinland-Pfalz gebracht hat: „Trier trauert, Trier leidet, Trier resigniert aber nicht“, erklärt er während der Gedenkveranstaltung an der Porta Nigra, in deren Nähe der Todesfahrer am Nachmittag zuvor wahllos Menschen anfuhr und aus dem Leben riss.

Todesfahrt von Trier: Bewegendes Gedenken an Porta Nigra – „Nichts kann diese Tat rechtfertigen“

Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer legt Oberbürgermeister Leibe Kränze nieder. „Wir trauern mit den Angehörigen der Toten und wir beten für die Verletzten“, sagt Dreyer, die selbst in Trier lebt. „Ein Leben lang werden sie die Folgen tragen müssen dieser vier tödlichen Minuten.“ Der Amok-Fahrer von Trier war nur vier Minuten nach dem ersten Notruf von der Polizei gefasst worden. In dieser kurzen Zeit hatte er jedoch bereits eine tödliche Spur der Verwüstung hinterlassen.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und ihr Ehemann Klaus Jensen stehen vor Blumen und Kerzen, die vor der Porta Nigra niedergelegt wurden.
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, und ihr Ehemann Klaus Jensen stehen vor Blumen und Kerzen, die vor der Porta Nigra niedergelegt wurden. © Harald Tittel/dpa

„Eine Nacht hat nicht geholfen. Keiner von uns hat sich jemals vorstellen können, dass so etwas hier passieren könnte“, sagt Malu Dreyer bei der Gedenkveranstaltung weiter. Kein Wort könne das Leid der Betroffenen lindern, sagt die SPD-Politikerin. „Nichts, wirklich gar nichts kann diese brutale und schreckliche Tat rechtfertigen.“

Trier: Hunderte Menschen gedenken der Opfer der Todesfahrt

Oberbürgermeister Leibe fügt hinzu, die Rettungskräfte seien an die Grenze dessen gekommen, „was man Menschen zumuten kann.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe ihm telefonisch zugesichert, dass er mit der Stadt fühle. Auch den Familien und Freunden der Opfer der Amokfahrt von Trier hat der Bundespräsident sein Mitgefühl bekundet. Er spricht am Mittwoch von einer „entsetzlichen Gewalttat.“ Die Stadt stehe unter Schock. „Und ich wünsche mir, dass in dieser Situation die Menschen in Trier zusammenhalten“, so Steinmeier.

Kerzen und Blumen am Marktkreuz in Trier
An mehreren Stellen in der Fußgängerzone, hier am Marktkreuz, haben Menschen zum Gedenken an die Opfer einer Amokfahrt Kerzen aufgestellt. © Oliver Dietze/dpa

Oberbürgermeister Leibe kündigt an, dass die Stadt an diesem Donnerstag (2. Dezember) um 13:46 Uhr noch einmal an alle Opfer erinnern wolle. Dann sollen auch die Kirchenglocken läuten. 13.46 Uhr war der Zeitpunkt, an dem die Amokfahrt begann. Am Ende des Gedenkens zeigen viele Menschen ihre Anteilnahme mit Applaus.

Todesfahrt von Trier: Ermittlungen wegen Mordes gegen Amok-Fahrer (51)

Die Todesfahrt von Trier wird von der Staatsanwaltschaft als mehrfacher Mord, Mordversuch und gefährliche Körperverletzung eingestuft. Es gebe keinen weiteren Tatort oder Hinweise auf Mittäter oder Komplizen des Festgenommenen, hieß es. Der 51 Jahre alte Verdächtige aus dem Kreis Trier-Saarburg ist Deutscher, er war zur Tatzeit betrunken, bei ihm wurden 1,4 Promille festgestellt. Zu den Todesopfern zählen neben dem Baby drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren sowie der 45-jährige Vater des Kindes. Alle stammen aus Trier. Die Mutter des Babys hat überlebt und liegt den Behörden zufolge ebenso im Krankenhaus wie ihr eineinhalb Jahre alter Sohn. (kab/dpa)

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