Haft statt Psychiatrie

Amok-Fahrt von Trier: Schockierende Details – SUV-Raser wollte so viele Menschen wie möglich töten

Trier - Wer ist der Mann, der am Dienstag in der Fußgängerzone fünf Menschen tot raste? Am Tag nach der Amok-Fahrt nennen Ermittler neue Details zum Tatverdächtigen:

  • Schrecklicher Vorfall in Trier (Rheinland-Pfalz): SUV-Fahrer rast in Fußgängerzone und tötet fünf Menschen.
  • Oberbürgermeister spricht von Amok-Fall – 51-Jähriger Minuten nach der Tat festgenommen.
  • Ermittler nennen neue Details zur Amok-Fahrt in Trier – wer ist der Todesfahrer?

Update vom 2. Dezember, 14 Uhr: Fast 24 Stunden saß der Amok-Fahrer von Trier in Polizeigewahrsam, wurde zu seinen Motiven und seiner schrecklichen Tat mit fünf Toten vernommen. Nun hat der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier Haftbefehl gegen den 51-Jährigen erlassen – wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in 5 Fällen sowie des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in 18 weiteren Fällen. Bei seiner Tat habe der Mann aus dem Kreis Trier-Saarburg die Absicht gehabt, „so viele Menschen wie möglich zu töten oder zumindest zu verletzen.“

Todesfahrer von Trier: So lief die Vernehmung des 51-Jährigen

Was genau der Todesfahrer von Trier in seinen Vernehmungen erzählte, teilt die Staatsanwaltschaft Trier am Tag nach der Amok-Fahrt nicht mit. Das Motiv für die Tat sei nach wie vor nicht ergründet. Jedoch habe der 51-Jährige in den Vernehmungen, die durch Beamte der Mordkommission durchgeführt wurden, „wechselnde und in Teilen nicht nachvollziehbare Angaben“ gemacht. Die Vernehmung des Mannes werde in den nächsten Tagen fortgeführt.

Laut Staatsanwaltschaft hätte der Todesfahrer von Trier „bei und nach der Festnahme und im Polizeigewahrsam psychische Auffälligkeiten“ gezeigt. Es bestünden aktuell jedoch keine konkreten Anhaltspunkte für einen vollständigen Ausschluss der Schuldfähigkeit. Ein psychiatrischer Sachverständiger soll nun mit der Fertigung eines Gutachtens zu dieser Frage beauftragt werden. Der 51-Jährige hatte nach Angaben der Ermittler nach seiner Festnahme noch 1,4 Promille.

Amok-Fahrt in Trier: Todesfahrer redet mit Polizei – was war ein Motiv?

Update vom 2. Dezember, 10 Uhr: Auch einen Tag nach der Amok-Fahrt von Trier ist das Motiv des Täters unklar. Die Ermittler schließen allerdings politische oder religiöse Gründe aus. Der Mann könnte ohne jeglichen organisierten Hintergrund agiert haben. „Auch da muss man abwarten, was die weiteren Vernehmungen ergeben“, sagt der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz. Bislang sei auch noch kein Bekennerschreiben gefunden worden. Ein Sprecher der Polizei erklärt unterdessen, dass der 51-Jährige mit den Beamten rede. Was genau, ist allerdings noch unklar.

Es komme nun darauf, was der vermutlich psychisch kranke Täter in der Vernehmung erzählt. Im Laufe des Tages soll der 51-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden. Dieser entscheidet dann, ob der Amok-Fahrer im Gefängnis oder in einer geschlossenen Psychiatrie landet. Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem Täter mehrfachen Mord, Mordversuche und gefährliche Körperverletzung vor.

Amok-Fahrt in Trier: Ist der Todesfahrer (51) psychisch krank? Gericht entscheidet heute

Erstmeldung vom 1. Dezember: Hunderte Menschen sind am Dienstag in der Innenstadt von Trier unterwegs, als ein SUV-Fahrer gegen 13:45 Uhr seine schreckliche Todesfahrt beginnt. Der 51-Jährige rast in Zickzack-Linien durch die Fußgängerzone und erfasst dabei mehrere Menschen. Fünf Todesopfer und 15 Verletzte gehen auf das Konto des Amok-Fahrers, der nur fünf Minuten nach seiner Tat von der Polizei verhaftet werden kann. Das jüngste Todesopfer des Mannes ist nur neun Monate, das älteste 73 Jahre alt. Bei einer Pressekonferenz nennen die Ermittler am Dienstagabend neue Details über den Mann, der die Stadt in Rheinland-Pfalz in Angst und Trauer gestürzt hat.

Trier: Nach Amok-Fahrt mit vier Toten – Ermittler nennen Details zum Tatverdächtigen

Der Mann, der nach der Amok-Fahrt von Trier noch im Fahrzeug verhaftet wurde, ist nach Angaben des Trierer Polizei-Vizepräsidenten Fanz-Dieter Ankner ein 1969 in Trier geborener Deutscher. Offenbar lebte der 51-Jährige in den Tagen vor der Tat in dem Fahrzeug, das später zu seiner tödlichen Waffe wurde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er zuletzt keine feste Wohnanschrift. Auch gebe es keine Hinweise auf nähere Verwandte. Das Tatfahrzeug, ein SUV von Land Rover, sei laut Staatsanwaltschaft nicht auf den Tatverdächtigen zugelassen gewesen, sondern auf eine weitere Person, die ihm das Fahrzeug bereits vor längerer Zeit überlassen hätte.

Polizeikräfte in der Innenstadt von Trier

Amok-Fahrt in Trier: 51-Jähriger hatte 1,4 Promille – ist er psychisch krank?

Was war das Motiv des Todesfahrers von Trier? Der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen erklärte Dienstagabend, dass der 51-Jährige in seiner Vernehmung Angaben zu der Tat machen würde. Es gebe keine Anhaltspunkte für ein „terroristisch geartetes, politisches oder religiöses Motiv“. Ein Arzt des Gesundheitsamtes, der den 51-Jährigen kurz begutachtete, sei jedoch zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass „möglicherweise ein psychatrischer Hintergrund eine Rolle gespielt haben könnte“ , so Fritzen. Fest steht: Der Tatverdächtige war während der tödlichen Fahrt durch die Fußgängerzone von Trier deutlich alkoholisiert. Nach seiner Verhaftung seien bei dem Mann 1,4 Promille gemessen worden, so die Ermittler.

Trier: Mord-Ermittlungen gegen Amok-Fahrer (51) – „Fahrzeug als Waffe benutzt“

Gegen den Todesfahrer von Trier wird nach der schrecklichen Tat wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft sieht in seiner Tat eine besondere Heimtücke. Sein Fahrzeug habe er als Waffe benutzt. Vorbestraft ist der 51-Jährige nach Angaben der Ermittler bisher nicht. Am Mittwoch soll er dem Haftrichter vorgeführt werden, der entscheidet, ob der Mann in Haft oder doch in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht wird. (kab)

Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa /Screenshot Twitter

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