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Nach Messerattacke mit 2 Toten in Ludwigshafen – AfD-Hetze gegen Flüchtlinge

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Von: Peter Kiefer

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Ludwigshafen/Mainz - Im Oktober 2022 werden zwei Menschen bei einer Messerattacke in Oggersheim brutal getötet. Die AfD nutzt den Fall jetzt für ihre Propaganda und bekommt scharfe Kritik:

Während der Schock auch fünf Wochen nach der brutalen Messerattacke in Ludwigshafen-Oggersheim mit zwei Toten in der Bevölkerung und vor allem bei den Angehörigen der Opfer noch immer tief sitzt, sorgt die AfD bei einer Debatte zu der Bluttat für einen Eklat im Landtag.

AfD instrumentalisiert Bluttat von Oggersheim für Ausländer-Hetze

So ist die AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz mit ihrer Instrumentalisierung des Gewaltverbrechens vom 18. Oktober in Ludwigshafen auf massiven Widerspruch aller anderen fünf Fraktionen gestoßen. Die AfD nutze die Tat eines Somaliers, um Ressentiments gegen Zuwanderer zu schüren, wettert der FDP-Fraktionsvorsitzende Philipp Fernis: „Das verdient den Widerstand aller Demokraten.“

Hintergrund: Der junge Somalier (25), der im Jahr 2015 als anerkannter Flüchtling nach Deutschland gekommen ist und bis zu seiner Verhaftung in einer Unterkunft in Neustadt wohnte, soll am Tattag gegen 12:20 Uhr an gleich zwei Orten im Bereich Philipp-Scheidemann-Straße/Comeniusstraße zwei Handwerker (20/35) getötet sowie einen 27-Jährigen in einem Rossmann Drogerie-Markt schwer mit einem großen Messer verletzt haben.

Der Landtag von Rheinland-Pfalz
Blick in den Landtag von Rheinland-Pfalz. (Archivfoto) © Andreas Arnold/dpa

AfD-Chef hetzt im Landtag: Zuwanderer bei Messerangriffen deutlich überrepräsentiert

Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Jan Bollinger behauptete, Zuwanderer seien bei Messerangriffen deutlich überrepräsentiert. „Besonders auffällig“ seien dabei somalische, afghanische und syrische Staatsbürger. „Viele Straftaten wären nicht geschehen, wenn man die Zuwanderung begrenzt hätte“, hetzt der AfD-Mann.

FDP-Chef Fernis erwiderte daraufhin, dass Migranten typischerweise jünger und männlicher seien als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung – dies habe mit der Herkunft der Menschen überhaupt nichts zu tun.

Großes Polizeiaufgebot an einem der Tatorte in Ludwigshafen-Oggersheim, wo ein Mann am 18. Oktober zwei Menschen getötet hat.
Großes Polizeiaufgebot an einem der Tatorte in Ludwigshafen-Oggersheim, wo ein Mann am 18. Oktober zwei Menschen getötet hat. © Frank Rumpenhorst/picture alliance/dpa

SPD bezeichnet AfD-Behauptungen als „unwürdiges populistisches Spektakel“

Die Ludwigshafener Abgeordnete Heike Scharfenberger (SPD) aus Ludwigshafen warf der AfD „ein unwürdiges populistisches Spektakel“ vor. Das Leid der Angehörigen der zwei getöteten Männer sei groß genug und dürfe nicht politisch instrumentalisiert werden, so MdL Scharfenberger weiter.

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Innenminister Michael Ebling (SPD) sagte in seiner ersten Rede im Landtag, er danke der Polizei für ihren Einsatz. Und er sei froh über die Art und Weise, wie die Ludwigshafener Bürger danach Anteil genommen und ihr Mitgefühl bekundet hätten. (dpa/pek)

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