Sohn ersticht Mutter und stirbt durch Schüsse 

Tödlicher Polizeieinsatz in Kirchheim: Justiz wertet Schüsse als Notwehr

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Auch einen Monat später ermittelt die Polizei weiter die Umstände der Tat.

Kirchheim/Weinstraße - Bei einem Polizeieinsatz sterben im Oktober eine Frau und ihr Sohn, zwei Polizisten werden verletzt. Jetzt wurde das Verfahren gegen die beiden Polizeibeamten eingestellt: 

Update vom 15. Mai 2019: Die tödlichen Schüsse bei einem Polizeieinsatz in Kirchheim an der Weinstraße im Oktober 2018 wurden der Justiz zufolge aus Notwehr abgegeben. Die Ermittlungen gegen eine 31-jährige Polizistin und einen 56-jährigen Polizisten seien eingestellt worden, teilt die Staatsanwaltschaft Frankenthal am Mittwoch mit. 

Die beiden Polizisten seien nach Eingang eines Notrufs in der betreffenden Wohnung „plötzlich und unerwartet mit einer spitzen Schere angegriffen“ worden, hieß es. Beide Beamte erlitten dabei Stichverletzungen am Kopf. „Um weitere - lebensgefährliche - Angriffe abzuwehren, gaben diese zusammen sechs Schüsse mit ihren Dienstwaffen ab, wodurch der Angreifer tödlich getroffen wurde“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. „Die Schüsse waren erforderlich zur Verteidigung gegen den noch immer fortwährenden Angriff.“ Die Anklagebehörde werte den Einsatz als „geboten und erforderlich“ und somit als Notwehr.

Die Streife der Polizeiinspektion Grünstadt war am 19. Oktober 2018 von einer Frau zu Hilfe gerufen worden, weil ihr unter Drogeneinfluss stehender Sohn sie mit einer Schere attackierte. Der 25-Jährige starb durch die Schüsse der Polizei – wie es hieß, an Blutverlust in Kombination mit einer kollabierten Lunge und eingeatmetem Blut. Die Mutter starb an den Stichverletzungen und Schlägen, die ihr Sohn ihr zugefügt hatte. 

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Meldung vom 26. November 2018: Ein 25-Jähriger steht am 19. Oktober unter Drogen und greift seine 56-jährige Mutter mit einer Schere an. Als die Polizei eintrifft, greift der Mann auch die Beamten an. Am Ende sterben die Frau und ihr Sohn, beide Beamten werden schwer verletzt! Auch nach über einem Monat ermittelt die Polizei noch die genauen Umstände der Tat. Es seien, laut einer Mitteilung vom Montag (26. November), noch einige Fragen offen: „Die Spurenauswertung ist noch nicht abgeschlossen. Die kriminaltechnischen Ermittlungen dauern an - insbesondere in Bezug auf die Waffen“ sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal.

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Die beiden verletzten Beamten hätten sich auch noch nicht offiziell zu dem Vorfall geäußert. Es werde ermittelt, ob beide in Notwehr gehandelt haben. Die Untersuchung sei allerdings reine Routine, bei der neutral, objektiv und ohne Zeitdruck ermittelt würde. 

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An dem Tod der 56-Jährigen hätten die Beamten aber keine Schuld: „Es gibt keine Anzeichen, dass die Polizisten etwas damit zu tun haben. Festgestellt wurden Stichverletzungen, Blutverlust und ein Schädel-Hirn-Trauma“ erklärt eine Justizsprecher. Der 25-jährige Täter sei durch Blutverlust in Kombination mit einer kollabierten Lunge und eingeatmetem Blut gestorben sein – ihn trafen zuvor sieben Schüsse! Auch die Geschosse würden noch weiter untersucht werden.

dpa/dh/kab

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