Zu fünf Jahren Haft verurteilt

Nach Urteil in Stuttgarter Raser-Prozess: Eltern legen Revision ein

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Ein 20-Jähriger tötet bei einem Unfall zwei Menschen in Stuttgart. Am 15. November fällt das Urteil gegen den Jaguar-Raser.

Stuttgart - Das Gaspedal voll durchgedrückt, rast ein 20-Jähriger mit Tempo 160 auf eine Kreuzung zu – und tötet ein junges Paar. Das Urteil fällt milde aus. Nun legen Eltern eines Opfers Revision ein.

  • Mord-Prozess gegen Jaguar-Raser in Stuttgart
  • Todesraser hat junges Paar auf dem Gewissen
  • Jaguar-Raser in Stuttgart zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt
  • Nebenkläger legen Revision ein

Update vom 20. November: Vor nichtmal einer Woche wird ein 21-jähriger Raser vor dem Stuttgarter Landgericht verurteilt – und zwar zu fünf Jahren Jugendhaft. Die Richterin stuft den Unfall, bei dem zwei Personen sterben, nicht als Mord an. Ganz anders sehen das aber die Eltern des getöteten 22-Jährigen – weshalb ihr Anwalt Christoph Arnold Revision eingelegt hat! 

Auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart und weitere Nebenkläger prüfen derzeit, ob sie dieses Recht nutzen. Wie ein Sprecher mitteilt, soll diese Entscheidung bis Freitag fallen. Nun wird sich voraussichtlich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Raser-Fall beschäftigen. 

Das Urteil sei, laut Anwalt Christoph Arnold, sowohl rechtlich als auch moralisch falsch. Der Angeklagte haben den Tod des Paares billigend in Kauf genommen und müsse daher mindestens wegen Totschlags verurteilt werden!

Stuttgart: Gericht sieht keinen Tötungsvorsatz

Update vom 16. November: Das Urteil gegen den 21-jährigen, der mit einem gemieteten Jaguar einen tödlichen Unfall in Stuttgart verursachte, fiel am Freitag vergleichsweise milde aus. Der Raser wurde zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt – angeklagt war er wegen Mordes. Die Kammer konnte dem Angeklagten keinen Tötungsvorsatz nachweisen. Die vorsitzende Richterin bezeichnete die Tat jedoch als „hirnlose Raserei“. Dafür muss der 21-Jährige nun auch vier Jahre lang seinen Führerschein abgeben. 

Stuttgart: Urteil gegen Todesraser gefallen

Update vom 15. November um 10:15 Uhr: Das Urteil am Landgericht Stuttgart ist gefallen! Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, wurde der 21-jährige Jaguar-Raser, der im März 2019 in der Innenstadt von Stuttgart bei einem Tempo von 165 km/h die Kontrolle über einen gemieteten Sportwagen verloren und bei einem darauffolgenden Unfall zwei junge Menschen getötet hatte, zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt. Zudem muss der verurteilte Raser im Anschluss an die Haftstrafe seinen Führerschein für vier Jahre abgeben. Der Todes-Raser war wegen Mordes angeklagt, wurde nun jedoch wegen verbotenen Autorennens mit Todesfolge verurteilt. „Dass Sie ein Mörder sind, konnten wir nicht feststellen“, so die Richterin bei der Urteilsverkündung in Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von sechs Jahren wegen Mordes, die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung.

Stuttgart: Jaguar-Prozess – Wird es ein Mord-Urteil?

Update vom 15. November um 7 Uhr: Am Landgericht Stuttgart wird heute das Urteil gegen einen mittlerweile 21-jährigen Raser gefällt, der im März 2019 in Stuttgart die Kontrolle über einem gemieteten, 550-PS-starken Jaguar verloren hatte und in den Wagen eines jungen Paares gekracht war – für eine 22-jährige Frau und den 25-jährigen Mann kam jede Hilfe zu spät, sie sterben noch an der Unfallstelle. Der junge Mann ist dabei bei erlaubten 50 km/h mit rund 165 Sachen durch die Innenstadt von Stuttgart gerast, das ergab das Gutachten. Der 21-Jährige muss sich nach der Todesfahrt von Stuttgart wegen Mordes verantworten – die erste Mordanklage nach einem tödlichen Raserunfall in Baden-Württemberg!

Die Staatsanwaltschaft forderte sechs Jahre Haft wegen Mordes, die Verteidigung hingegen sieht den Tatbestand des Mordes nicht erfüllt und forderte zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Weil der Jaguar-Raser von Stuttgart zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls noch 20 Jahre alt und somit ein Heranwachsender war, forderten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung die Anwendung von Jugendstrafrecht. Das Urteil wird gegen 10 Uhr erwartet.

Stuttgart: Mord-Prozess gegen Jaguar-Raser – Haftstrafen gefordert

Update vom 11. November, 18 Uhr: Die Verteidigung spricht sich für eine Jugendstrafe von höchstens zwei Jahren aus. Das schreibt die Stuttgarter Zeitung am Montagnachmittag. Die Anwälte des jungen Mannes fordern außerdem, dass nach Abzug der acht Monate bereits der Rest der Strafte zur Bewährung ausgesetzt werden soll. Sie halten den Mordvorwurf und die lebenslange Haftstrafe als nicht richtig, außerdem sprechen sie sich – wie bereits zu Beginn des Prozesses – für die Anwendung des Jugendstrafrechts aus. 

Die Anwälte lesen am Montag auch das Statement des 21-Jährigen vor. Er habe sich beim Fahren auf die Sicherheitssysteme des Jaguars verlassen und sei sich sicher gewesen, dass er den Wagen unter Kontrolle habe. Wie sich das Gericht entscheidet, wird sich am Freitag zeigen.

Stuttgart: Mord-Prozess gegen Todesraser – Verteidigung fordert milde Strafe

Update vom 11. November, 13:20 Uhr: Es ist der vorletzte Verhandlungstag im Mord-Prozess gegen den Todesraser von Stuttgart. Vor Gericht hat am Montag die Verteidigung des 21-Jährigen das Wort, der für den Tod eines jungen Paares verantwortlich gemacht wird. In ihrem Plädoyer vergangene Woche forderte die Staatsanwaltschaft noch eine Verurteilung wegen Mordes – die Verteidigung spricht sich jedoch für ein Urteil wegen fahrlässiger Tötung aus. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes würde auf den Angeklagten nach dem tödlichen Jaguar-Unfall eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren zukommen – wenn er nach Jugendstrafrecht verurteilt würde. Wird er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, könnte die Haftstrafe wesentlich milder ausfallen. 

Wie die Stuttgarter Zeitung am Montag berichtet, werden die Schlussvorträge der Verteidiger unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten – ebenso wie das letzte Wort des Angeklagten. Das Urteil gegen den 21-Jährigen soll am Freitag fallen. 

Mord-Prozess nach Jaguar-Unfall: Todesraser von Stuttgart droht lebenslänglich

Update vom 4. November: Im Prozess gegen den Jaguar-Raser von Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht gefordert. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes könnte das für den 21-jährigen Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren bedeuten. Die Anklage gegen den jungen Mann, der bei einem schrecklichen Unfall zwei Menschen zu Tode raste, ist die erste Mordanklage nach einem Raser-Crash in Baden-Württemberg. Die Anwälte der Eltern der Todesopfer, die im Jaguar-Prozess als Nebenkläger auftreten, haben am Montag für eine Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht plädiert – also eine lebenslange Freiheitsstrafe. 

Bevor am 15. November das Urteil gegen den Jaguar-Raser von Stuttgart fallen soll, wird die Verteidigung des 21-jährigen Angeklagten am 11. November ihr Plädoyer halten. 

Jaguar-Prozess in Stuttgart: Augenzeuge beschreibt schreckliche Szenen 

Update 21. Oktober, 21 Uhr: Im Prozess gegen den Jaguar-Raser von Stuttgart sagt am Montag ein Augenzeuge des tödlichen Unfalls aus. Der Mann, der ebenfalls Mitarbeiter des Kinos ist, in dem die beiden jungen Opfer gearbeitet haben, ist wohl der letzte, der das junge Paar lebend gesehen hat. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, schildert der 45-jährige Sicherheitsmann vor Gericht die schrecklichen Szenen, die sich nach dem Horror-Crash in Stuttgart abspielten. Er sei bereits auf dem Heimweg gewesen, als er es hinter sich krachen gehört. Die Straße sei plötzlich voller Trümmer und Öl gewesen. Der Mann sei zu dem Wagen gerannt, in dem seine beiden Arbeitskollegen saßen – völlig leblos. „Was habt Ihr getan, Ihr habt zwei Menschen umgebracht!“, zitiert die Zeitung den Zeugen, der den Jaguarfahrer und seinen Beifahrer an der Unfallstelle zur Rede stellte. Für die 22-jährige Jaqueline und den 25-jährigen Riccardo im völlig zerstörten Citroen kam da bereits jede Hilfe zu spät. 

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Wann das Urteil im Jaguar-Prozess fallen soll

Update vom 21. Oktober: Am Freitag (25. Oktober) soll die Beweisaufnahme im Jaguar-Prozess beendet werden. Rund 100 Zeugen sind in den letzten sechs Wochen geladen worden, darunter die Eltern der Opfer, die Freundin des Angeklagten und Zeuges des tödlichen Unfalls. Wenn die Beweisaufnahme beendet ist, werden Sachverständige das Wort haben. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, werden dann unter anderem ein Jugendpsychiater, der ein Gutachten über den zum Tatzeitpunkt 20-jährigen Angeklagten erstellt hat, und ein Sachverständiger, der den Unfallhergang schildert, geladen. Mitte November müssen dann Staatsanwaltschaft und Verteidiger des jungen Unfallverursachers ihre Plädoyers halten. Ob die Staatsanwaltschaft weiterhin bei ihrer Mord-Anklage bleibt, wird sich zeigen. Die Anwälte der Nebenkläger fordern außerdem, dass kein Jugendstrafrecht angewandt wird. Die Verteidigung tritt hier entschieden dagegen und versucht auch vom Mordmotiv wegzukommen. Das Urteil wird am 15. November erwartet.

Jaguar-Prozess in Stuttgart: Emotionale Aussage der Eltern – viele weinen, auch Todes-Fahrer

Update 16:30 Uhr: Es sind wohl die schwersten Minuten ihres Lebens: Die Eltern des getöteten Paares sagen aus. Sie sprechen über ihre Kinder, ihr Leben, ihr Wesen – und hauchen Jaqueline (22) und Riccardo (25) so im Prozess Leben ein. Es handelt sich nicht mehr um die Opfer, die bei dem schrecklichen Jaguar-Unfall ums Leben gekommen sind. Es ist „Jaqui“, die immer viel geredet habe – manchmal zu viel. So beschreibt ihre Mutter die junge Frau. Sie wollte Ricardo heiraten, Kinder mit ihm bekommen. Doch dazu wird sie nicht mehr die Möglichkeit haben. 

Auch Riccardos Vater erzählt von seinem Sohn. Er sei bis zum Schluss Pfadfinder mit Leib und Seele gewesen. Seine Pfadfinderfreunde haben den Eltern einen Brief mitgegeben, der durch die Richterin vorgelesen wird. Sie haben Riccardo als Teil ihrer Familien gesehen – nicht blutsverwandt, aber dennoch verbunden. Sie beschreiben ihn als herzlich, humorvoll und sarkastisch. Ein junger Mann, der das Kind in sich nicht verloren hat.

Nach der Vernehmung der Eltern gibt es eine Pause. Im Gerichtssaal wird es still, viele weinen – auch der Angeklagte.

Raser-Prozess in Stuttgart: Daten aus Jaguar zeigen letzte Sekunden vor tödlichem Unfall

Update 14 Uhr: Dank ausgewerteter Daten aus einem Speichergerät im Unfall-Jaguar lassen sich die letzten fünf Sekunden vor dem tödlichen Crash rekonstruieren. Die Daten lassen darauf schließen, dass der Todesfahrer noch drei Sekunden vor dem Zusammenstoß mit dem Citroen das Gaspedal durchgedrückt hatte, den Jaguar so auf Tempo 168 beschleunigte. Erst zwei Sekunden vor dem Crash habe der Angeklagte gebremst. Zum Zeitpunkt des tödlichen Zusammenstoßes fuhr der Sportwagen noch 114 km/h.

Raser-Prozess in Stuttgart: Angehörige sprechen über getötetes Pärchen

Update vom 14. Oktober: Beim nächsten Prozesstag gegen den Jaguar-Raser von Stuttgart werden Angehörige über das Leben der beiden Todesopfer sprechen. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung vor der Verhandlung am Montag. Bei dem Raser-Unfall am am 6. März 2019 in Stuttgart waren die 22-jährige Jaqueline und ihr 25-jähriger Freund Riccardo ums Leben gekommen. Im Prozess gegen den 20-jährigen Jaguar-Fahrer, der den tödlichen Unfall am Ufa-Kino verursachte, treten die Eltern der Unfallopfer sowie ein Bruder als Nebenkläger auf. Wie die Stuttgarter Zeitung weiter berichtet, wollen die Angehörigen den jungen Todesopfern durch ihre Aussagen ein Gesicht geben. 

Mord-Prozess nach Jaguar-Unfall in Stuttgart: Kurioser Zufall verhindert noch mehr Opfer 

Update vom 9. Oktober: Die Besucher eines Cafés hatten schlicht und einfach Glück, dass sie durch den Jaguar-Unfall in Stuttgart nicht verletzt worden sind. Denn nur aufgrund eines Videobeweises während eines Champions League-Spiels gibt es eine Verzögerung – und genau dieser ist es zu verdanken, dass die Raucher nicht auf den Stühlen vor dem Café in Stuttgart gesessen sind. Nur wenige Minuten nach Abpfiff des Spiels ist der Kleinwagen in eben diese Stühle geschleudert worden, nachdem der Jaguar gegen ihn gekracht ist. Kaum vorstellbar, was passiert wäre, wenn das Spiel ein paar Minuten vorher beendet worden wäre. 

Auch eine Polizei-Panne ist am Mittwoch Thema im Raser-Prozess am Landgericht Stuttgart: Der 20-jährige Jaguar-Fahrer ist trotz vorläufiger Festnahme nach dem Unfall in eine Klinik eingeliefert worden, da er Suizidgedanken geäußert hat. Erst am nächsten Tag kam er in Untersuchungshaft. Da die Polizei ihm das Handy nicht abgenommen hat, hat er noch mit seiner Freundin und Kumpels telefoniert – die alle Videos des Jaguars von ihren Handys gelöscht haben. Die Kriminalpolizei kann die Videos jedoch wiederherstellen. 

Raser-Prozess in Stuttgart: Notarzt schildert schreckliche Szenen nach tödlichem Unfall

Update vom 8. Oktober: In Stuttgart wird am Montag der Prozess gegen den Jaguar-Raser fortgesetzt, der im März einen Unfall verursachte, bei dem ein junges Paar starb. An diesem Verhandlungstag sagt der Notarzt aus, dem sich nach dem schrecklichen Unfall am Ufa-Palast in Stuttgart furchtbare Bilder boten. Die Stuttgarter Zeitung berichtet am Montag über die Schilderungen des Arztes: Mit welcher Wucht der Unfall passierte, sei an dem völlig deformierten Auto des Paares erkennbar gewesen. Die Beifahrerin hätte nach dem Crash schräg hinter dem Fahrer gesessen. Der 25-jährige Mann am Steuer sei bereits tot gewesen. Wie es im Bericht weiter heißt, vermutet der Notarzt, dass seine Hauptschlagader gerissen sei. Das Rettungsteam sei innerhalb weniger Minuten nach dem Notruf am Unfallort gewesen – doch für das junge Paar im Citroen hätte man nichts mehr tun können. 

Der Prozess gegen den 20-jährigen Mann, der den Unfall mit einem gemieteten Jaguar in Stuttgart verursachte, wird morgen fortgesetzt. Der junge Mann ist wegen Mordes angeklagt. 

Raser-Prozess in Stuttgart: 20-Jähriger bricht weinend zusammen – emotionale Aussage

Update vom 4. Oktober: Am Mittwoch (2. Oktober) geht der Prozess gegen den Jaguar-Raser am Landgericht Stuttgart weiter. Hier bricht der gerade einmal 20 Jahre alte Angeklagte weinend zusammen. „Es gibt nichts zu beschönigen. Und es wäre einfach zu sagen, dass es mir leidtut“, soll er laut „Bild“-Zeitung gesagt haben. Er habe dem Drang, Gas zu geben, nicht widerstehen können. 

Mit dem Jaguar F-Type wollte er vor seinen Freunden angeben. Hat sogar Videos für Instagram gedreht, als er mit 270 km/h über die A8 bei Stuttgart gerast ist. „Heute schäme ich mich, wenn ich diese Videos sehe. Ich bereue es sehr“, so der Todesfahrer weiter.

Ihm sei klar, dass er diesen Fehler nicht mehr wiedergutmachen könne. „Mein Leben hat jetzt auch keinen Sinn mehr“, lässt er über seinen Anwalt verlauten und übernimmt vor Gericht weinend die Verantwortung für seine Taten.

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Raser-Prozess in Stuttgart: Er konnte nicht widerstehen, aufs Gas zu treten!

Update vom 1. Oktober, 17:20 Uhr: Beim Mord-Prozess am Landgericht Stuttgart hat der Angeklagte sich in einer Erklärung über seinen Anwalt zu Wort gemeldet. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, sieht der Angeklagte, der mit einem gemieteten Jaguar in Stuttgart zwei Menschen getötet hat, die alleinige Schuld bei sich selbst – dem Drang, aufs Gas zu drücken, habe er nicht widerstehen können. Die ganze Zeit habe er geglaubt, die Kontrolle über den 500-PS-Jaguar zu haben. Wörtlich zitiert ihn sein Anwalt: „Wenn ich heute die Videos der Fahrt sehe, schäme ich mich und bereue sehr, dass ich das Auto überhaupt ausgeliehen habe.“ 

Jaguar-Raser vor Gericht: Er konnte nicht widerstehen, aufs Gas zu treten!

Während seiner Fahrten durch die Stadt mit dem gemieteten Jaguar habe er für seine Mutter eingekauft und seinen Bruder besucht. Als er schließlich nach Hause fahren wollte, habe ihn ein Freund angerufen – mit dem er letztendlich noch eine Spritztour unternommen habe, bei der es dann zum Unfall kam. Das Auto, in dem das Paar saß, habe er nicht wahrgenommen. Er habe eine Kollision mit einem anderen Auto bemerkt. Zuerst habe er gedacht, dass niemand in dem Fahrzeug gesessen hätte. Erst als ein Augenzeuge „Sie sind tot!“ geschrien habe, habe er es mitbekommen. Er habe es nicht glauben wollen und können. Wäre das andere Auto, mit dem er zusammengestoßen ist, nicht da gewesen, dann wären er und sein Beifahrer gestorben, anstatt des Paares, lässt er über seinen Anwalt verlauten. 

Beginn Mordprozess gegen jungen Autofahrer

Bei seiner Aussage am Nachmittag ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der angeklagte Raser und sein Anwalt hatten den Antrag im Jaguar-Prozess am Landgericht Stuttgart gestellt, da es um persönliche Aussagen zu seinen Lebensumständen ginge, die nichts mit dem Unfall zu tun hätten. Die vorsitzende Richterin hat dem Antrag zugestimmt.

Update vom 1. Oktober, 15:23 Uhr: Nach der Aussage der Freundin des Angeklagten im Jaguar-Prozess am Landgericht Stuttgart werden neue Details bekannt. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, beschreibt sie den mutmaßlichen Raser als „den liebsten Menschen, den sie kennt, der niemandem etwas antun könnte“. Im März 2018 sind die beiden zusammengekommen – am Tag nach dem Unfall wollten die beiden eigentlich für ein paar Tage nach Amsterdam in den Urlaub fahren. Doch noch in der Unfallnacht habe der Angeklagte ihr geschrieben, dass er einen Unfall hatte und die Reise deshalb nicht stattfinden werde. Die Freundin des Angeklagten habe daraufhin am nächsten Morgen geantwortet: „Hätte Mitleid, ich schwör. Aber so wie du fährst, hab's dir 100 Mal gesagt.“ Zum Zeitpunkt der Nachricht habe sie noch nichts von den zwei Todesopfern gewusst. Sie besucht ihn regelmäßig in der Untersuchungshaft und sieht, wie er sich verändert hat. Weinend sagt sie im Jaguar-Prozess am Landgericht Stuttgart aus: „Ich weiß, er wird damit nicht klarkommen und das macht mich fertig.“

Update vom 1. Oktober, 10:30 Uhr: Seit Beginn des Jaguar-Prozesses am Landgericht Stuttgart hüllt sich der 20-jährige Angeklagte in Schweigen – doch das ändert sich heute. Der mutmaßliche Raser, der mit seinem Jaguar für den Tod von zwei Personen in der Innenstadt von Stuttgart verantwortlich sein soll, sagt heute zum ersten Mal aus! Wie sein Anwalt sagt, werde der 20-Jährige zwar Angaben zu seiner Person machen. Auch zu der Tat wird er Stellung beziehen – aber nicht persönlich. Sein Anwalt werde eine Erklärung vor dem Landgericht Stuttgart verlesen.

Jaguar-Prozess in Stuttgart: Angeklagter ist mehrfach negativ aufgefallen

Update 18. September, 18:20 Uhr: „Ich hasse dieses Auto jetzt“, sagt der Mitarbeiter einer Abschleppfirma im Jaguar-Prozess am Landgericht Stuttgart. Er sieht den Jaguar am Tag des schrecklichen Unfalls durch die Stadt brettern. Einen Tag später sieht er das Auto und den völlig zerstörten Kleinwagen auf dem Gelände seiner Firma. 

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Der Mitarbeiter, der selbst großer Tuningfan ist, sagt aus, dass er Angst vor dem rasenden Jaguar hat. Als er wenige Stunden vor dem Unfall ein Auto abschleppt, rast der 20-Jährige mit dem Wagen an ihm vorbei, als er neben dem Hinterrad kniet. „Er ist zwar ausgewichen, aber ich habe den Luftzug gespürt. Ich habe ,Idiot!’ gerufen und gehofft, dass er das hört“, soll der Mann im Landgericht in Stuttgart gesagt haben.

Ein 29-Jähriger regt sich im Zeugenstand darüber auf, dass die Polizei den Jaguar-Raser nicht gestoppt hat. Er sei mehrmals am Einkaufszentrum „Milano“ vorbeigefahren – viel zu schnell und mit heulendem Motor. In dieser Straße liegt nicht nur ein Polizeirevier, auch habe er gesehen, wie zwei Polizisten zum Revier gelaufen sind, als der Jaguar an ihnen vorbeigerast sei. „Da dachte ich, die wissen es ja“, erklärt der junge Mann. 

Jaguar-Prozess in Stuttgart: WhatsApp-Nachrichten der Freunde im Visier

WhatsApp-Nachrichten, die in einer Gruppe zwischen den Freunden verschickt worden sind, sind bereits am Montag im Gericht thematisiert worden. So wird auch eine Sprachnachricht vorgelspielt, die ein Kumpel des Angeklagten an seine Freundin verschickt hat: „Da kriegst Du Todesangst. Der fährt nicht mal richtig gut“, sagt er, nachdem er in dem Jaguar mitgefahren ist.

„Der Unfall wäre nicht passiert, wenn der verfickte Citroën da nicht rausgefahren wäre“, lautet die Sprachnachricht eines anderen 19-jährigen Zeugen. Vor Gericht nimmt er seine Aussage zurück. Zu diesem Zeitpunkt habe er nicht gewusst, dass der Citroën gestanden habe. In der Unfallnacht sprechen sie noch davon, dass der Kleinwagen aus der Tiefgarage gefahren sei, ohne auf den Verkehr zu achten. 

Für die Mutter des toten Riccardo wird das zu viel. Sie verlässt den Gerichtssaal, als sie die Sprachnachrichten hört.

Stuttgart: Prozess gegen Jaguar-Raser geht weiter 

Update, 18. September, 7:45 Uhr: Am Mittwoch (ab 9 Uhr) geht der Prozess gegen einen 20-Jährigen, der in Stuttgart mit einem gemieteten Jaguar zwei Menschen in den Tod gerast hat, weiter. Der junge Autofahrer ist des Mordes angeklagt. Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Stuttgart hatte die Staatsanwältin geschildert, wie der 20-Jährige im „Geschwindigkeitsrausch“ vor dem tödlichen Crash stundenlang durch Stuttgart und über die Autobahn gefahren sei. Das Schicksal anderer sei ihm „völlig gleichgültig gewesen“, so die Anklagevertreterin. 

Es ist die erste Anklage dieser Art nach einem Raser-Unfall in Baden-Württemberg. Einen Präzedenzfall gibt es: Anfang März hatte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe erstmals ein Mordurteil gegen einen rücksichtslosen Raser bestätigt. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Laut der Karlsruher Richter seien jedoch die Umstände jedes Einzelfalls maßgeblich für eine Verurteilung wegen Mordes.

Stuttgart: Todes-Raser wegen Mordes vor Gericht – Polizist schildert Reaktion des Angeklagten

Update 14:44 Uhr: Der Polizist, der als erster am Unfallort in Stuttgart gewesen ist, sagt nach dem Auto-Vermieter aus. „Jetzt kann ich mich ja gleich umbringen“, soll der Jaguar-Raser kurz nach dem Crash dem Polizisten gesagt haben. Er habe völlig unter Schock gestanden und sei kaum ansprechbar gewesen, beschreibt der Beamte die Situation. Als er erfahren hat, dass zwei Menschen bei dem Unfall gestorben sind, sei er „richtig in sich zusammengesackt“. Gegen seine Festnahme hat der Angeklagte nicht protestiert. Sein Bruder, der später dazugekommen ist, hingegen schon.

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Stuttgart: Raser-Prozess nach tödlichem Unfall: Jaguar-Vermieter zieht drastische Konsequenzen

Update 12:34 Uhr: Der Vermieter des Jaguar zeigt sich vor Gericht sehr betroffen. Er habe den Verleih am Tag nach dem Unfall gleich aufgegeben, heißt es laut den „Stuttgarter Nachrichten“. Der Vermieter des Jaguars ist selbst erst 25 Jahre alt und hat den Verleih als Nebenjob betrieben – drei PS-starke Autos hatte der junge Mann im Angebot. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass so ein schwerer Unfall im Stadtgebiet möglich gewesen wäre“, zitiert ihn die Zeitung. 

Den Jaguar hat der Raser bereits Monate im Voraus gebucht. Der 20-Jährige habe auf den Jaguar-Vermieter einen sehr zuverlässigen Eindruck gemacht. Es sei der dritte Wagen gewesen, den sich der Angeklagte bei dem 25-Jährigen ausgeliehen habe. Er sei ruhig und bescheiden aufgetreten, beschreibt ihn der Zeuge.

Auch erzählt er, dass der Jaguar-Raser ihn direkt nach dem Unfall in Stuttgart angerufen und sich nach der Schadensregulierung erkundigt habe. Das bestätigt auch die Aussage eines Zeugen, der behauptet, der Angeklagte habe sich vor allem Sorgen darum gemacht habe, ob die Versicherung den Schaden am Jaguar übernehmen wird.

Stuttgart: Raser wegen Mordes vor Gericht – Jaguar-Vermieter heute im Zeugenstand

Update 13. September, 10:02 Uhr: Heute startet der zweite Prozesstag gegen den 20-Jährigen am Landgericht Stuttgart. Im Zeugenstand wird der Mann vernommen, der dem Raser den Jaguar vermietet hat. Vor allem die Frage, warum der Mann keine unerfahrenen und jungen Fahrer bei der Vermietung des 550 PS-Monsters ausgeschlossen hat, will das Gericht beantwortet haben. Denn viele Autovermietungen, schließen Fahrer unter 25 Jahren aus, wenn es um die Vermietung PS-starker Sportwagen, wie den Jaguar F-Type, geht.

Anklage wegen Mordes nach tödlichem Sportwagenunfall

Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten, sei das Interesse der Öffentlichkeit am zweiten Verhandlungstag zwar immer noch groß, aber nicht mehr so gewaltig wie beim Auftakt. Da haben bereits 100 Menschen am Einlass gewartet. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen dauert der Einlass am ersten Prozesstag knapp 90 Minuten.

Stuttgart: Jaguar-Fahrer rast 2 Menschen tot – Zeugenaussagen machen sprachlos

Update vom 12. September, 11:30 Uhr: Im Mord-Prozess um den Jaguar-Fahrer, der im März in Stuttgart zwei Unbeteiligte bei einem Unfall tötete, hat der Beifahrer aus dem Unfallauto den 20-jährigen Unfallverursacher als „psychisch labil“ beschrieben. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. Der junge Mann sei ein „Internetposer“, der mit Fotos von PS-starken Autos auf Instagram Eindruck schinden wolle. Im Freundeskreis habe man sich über den Todes-Fahrer aber eher lustig gemacht. 

Unglaubliches berichtet ein 25-jähriger Kfz-Mechaniker vom Geschehen direkt nach dem schrecklichen Raser-Unfall in der Rosensteinstraße in Stuttgart: Er habe vor der Tür geraucht, als er ein Quietschen gehört habe. Trümmer seien durch die Gegend geflogen. Der Mann rannte zur Unfallstelle. Die tödlich verletzten Insassen des Kleinwagens scheinen die Jaguar-Raser nicht interessiert zu haben. Der Zeuge habe gehört, wie ein Insasse aus dem Jaguar fragte, ob der Schaden von der Versicherung übernommen wird!

Stuttgart: Jaguar-Raser vor Gericht: Zeuge berichtet Unglaubliches! 

Ein anderer Zeuge berichtet, dass direkt nach dem Raser-Unfall in Stuttgart von allen Seiten Menschen zu den beiden zerstörten Autos gerannt seien. Erfolglos versuchten einige, die Tür des Kleinwagens aufzustemmen, in den der Jaguar gekracht war. „Was habt ihr getan? Ihr habt Leute umgebracht“, soll jemand gerufen haben.  

Für den Prozess am Landgericht Stuttgart sind 15 weitere Verhandlungstermine angesetzt: 13., 16. und 18. September, sowie 1., 2., 7., 9., 10., 14., 16., 21., 25. Oktober, sowie 4., 11. und 15. November. Die Jugendkammer muss entscheiden, ob sie den 20-jährigen Jaguar-Raser nach Jugendrecht verurteilt oder als Erwachsenen behandelt. Nach Jugendrecht blühen dem Raser 10 Jahre Haft, nach Erwachsenenrecht lebenslänglich. 

Stuttgart: Jaguar-Todesfahrt – alles nur für ‚Fame‘ auf Instagram?

Update, 18 Uhr: Schon bei der Vernehmung des ersten Zeugen im Mord-Prozess gegen den Jaguar-Fahrer, steht ein mögliches Motiv des Stuttgart-Rasers im Raum. Laut Stuttgarter Zeitung könnte es darum gegangen sein, Videos und Fotos für das soziale Netzwerk Instagram zu produzieren. Der Beifahrer des 20-Jährigen erklärt am Mittwoch vor Gericht, dass es junge Leute geben würde, die sich PS-starke Autos ausliehen, um Fotos und Videos von ihren Fahrten auf Instagram zu posten. Er selbst sei genau aus diesem Grund an dem besagten Abend in dem Jaguar des 20-Jährigen in Stuttgart mitgefahren: „Ich wollte da mitfahren, das kommt krass an auf Instagram.“ 

Stuttgart: Jaguar-Raser vor Gericht – Vater des Opfers mit emotionaler Botschaft

Update, 14 Uhr: Wie BILD berichtet, hätte vor dem Prozessauftakt am Landgericht in Stuttgart ein so großer Andrang geherrscht, dass der Beginn der Verhandlung verschoben werden musste. Der Vater des getöteten Riccardo (†25) habe laut Bericht ein T-Shirt mit einem Foto seines Sohnes getragen. Die Mutter der getöteten Jaqueline B. bricht in Tränen aus, als sie den Jaguar-Raser im Gerichtssaal sieht – nicht das letzte Mal bei diesem emotionalen Prozess.

Eltern der getöteten Jaqueline B. (†22).

Update, 13 Uhr: Als erster Zeuge im Mord-Prozess in Stuttgart wurde der Beifahrer des Jaguar-Rasers vernommen. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung am Mittwoch. Der 19-Jährige hätte ausgesagt, dass die Unfallfahrt nur rund eine Minute gedauert hätte. Weiter berichtet die Zeitung, dass der Beifahrer den Jaguar-Raser als psychisch labilen „Internetposer“ bezeichnet hätte, der auf sozialen Netzwerken Eindruck habe machen wollen. 

Stuttgart: Todesfahrer vor Gericht – Mordwaffe Jaguar?

Update, 11 Uhr: Der Mord-Prozess gegen den Jaguar-Raser von Stuttgart hat begonnen. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen muss sich der 20-jährige Fahrer eines 550-PS-Wagens vor dem Landgericht Stuttgart für den Tod eines jungen Paares verantworten. Der wegen Mordes angeklagte Jaguar-Raser soll bei einer Tempofahrt die Kontrolle über seinen gemieteten Sportwagen verloren haben. Er sei vor dem Crash mit seinem PS-starken Auto mit 160 bis 165 auf eine Kreuzung in der Innenstadt zugerast, sagt die Staatsanwaltschaft zum Auftakt des Prozesses in Stuttgart. Nach einem Gutachten habe der 20-Jährige das Gaspedal voll durchgedrückt, um die Höchstgeschwindigkeit des Sportwagens auszutesten. 

Stuttgart: Jaguar-Raser tötet junges Paar – dramatische Szenen vor Gericht

Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, habe die Oberstaatsanwältin beim Mord-Prozess in Stuttgart mehrfach darüber gesprochen, dass der 20-jährige Angeklagte einen Geschwindigkeitsrausch habe ausleben wollen. Die Mütter der beiden Unfalltoten verfolgten laut Bericht ebenfalls den Prozess, seien bei der Anklageverlesung sogar in Tränen ausgebrochen. Der Angeklagte schweige vorerst zu den Vorwürfen. 

Stuttgart: Jaguar-Raser nach Unfall-Drama vor Gericht – Junges Paar tot

Er drückt das Gaspedal voll durch und rast im März 2019 mit 160 km/h in Stuttgart durch eine 50er-Zone. An einer Kreuzung passiert es: Der Raser prallt mit einem gemieteten Jaguar mit voller Wucht gegen einen stehenden Kleinwagen, in dem ein junges Paar (22 und 25 Jahre) sitzt. Die beiden jungen Menschen haben keine Chance und sterben noch an der Unfallstelle. Das Paar ist erst vor wenigen Wochen von NRW nach Stuttgart gezogen, das gemeinsame Leben sollte erst beginnen. Doch es endet viel zu früh. Der Raser bleibt vollkommen unverletzt.

Stuttgart: Jaguar-Fahrer tötet 2 Menschen – Prozess startet

Es wird ein emotionaler Prozess am Landgericht Stuttgart, der am Mittwoch (11. September) um 9 Uhr beginnt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jaguar-Raser Mord vor. Der 20-Jährige habe den Tod anderer zumindest billigend in Kauf genommen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Zunächst hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen fahrlässiger Tötung gegen den Jaguar-Fahrer ermittelt, der selbst unverletzt geblieben war. Entscheidend für die Mordanklage ist ein Gutachten zur Geschwindigkeit, das belegt, dass er das Gaspedal des Jaguars voll durchgedrückt hatte. Es ist die erste Anklage dieser Art nach einem Raser-Unfall in Baden-Württemberg. Da der Mann aus Stuttgart zum Tatzeitpunkt jünger als 21 Jahre war, gilt er als Heranwachsender, und es wird vor einer Jugendkammer verhandelt. 

Stuttgart: Raser tötet zwei Menschen – wie kommt 20-Jähriger an den Jaguar?

Den Jaguar F4 soll der Unfallverursacher bei einem kleinen Verleih in Nürtingen im Kreis Esslingen bei Stuttgart gemietet haben, der sich auf Luxuslimousinen spezialisiert hat. Im Internet wird der Jaguar bis zum Unfall mit dem Ausstattungsmerkmal „extrem laute Auspuffklappenanlage“ beworben. Der Sportwagen hat 550 PS und beschleunigt laut Herstellerangaben in 5,7 Sekunden von 0 auf 100. 

Gegen diesen Kleinwagen prallt der Jaguar-Fahrer und tötet die zwei Insassen.

Für den Jaguar war nach Medienangaben lediglich ein Mindestalter von 19 Jahren vorausgesetzt. Verboten ist das nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) nicht: „Ein Autovermieter darf selbst entscheiden, wem er seine Fahrzeuge gibt. Wir geben da keine Altersgrenze vor für Haftpflichtversicherungen“, so eine Sprecherin des GDV (Berlin).

Stuttgart: Mord-Prozess nach Raser-Unfall – kein Einzelfall

Es ist nicht die erste Mordanklage, bei der das Auto als Tatwaffe behandelt wird: Seit dem 18. Juli steht auch ein 18-Jähriger aus Heppenheim wegen Mordes vor Gericht. Dieser hat kurz vor Silvester 2018 auf einem Parkplatz auf der A5 eine Mutter getötet, als er mit seinem Auto in ihren stehenden Wagen gekracht ist. Auch hier wirft die Staatsanwaltschaft dem Raser vor, den Tod anderer Menschen billigend in Kauf genommen zu haben. 

Deutschlandweit zum ersten Mal erregte ein Fall aus Berlin Aufsehen, als das Landgericht Berlin zwei Raser zu lebenslangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt hatte. Die beiden Männer haben auf dem Kurfürstendamm ein illegales Autorennen veranstaltet und so einen Unfall gebaut, bei dem ein 69-Jähriger starb. Der BGH hob das Urteil auf, doch in einem neuen Prozess kamen die Richter zum selben Entschluss und verurteilten die beiden Raser erneut zu lebenslanger Haft.

jab/dpa/kab/rob

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