Stuttgarter Airport ausgespäht

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen an City-Airport werden wieder zurückgefahren!  

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Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen am City-Airport werden wieder auf ein Normalmaß reduziert. 

Mannheim - Nachdem Personen am Flughafen Stuttgart versucht haben, Abläufe auszuspähen, durchsuchen Ermittler am Freitag mehrere Objekte in Baden-Württemberg und NRW. Jetzt geben die Ermittler Entwarnung.

+++UPDATE: 23. Dezember 

Nach der Entwarnung mit Blick auf mutmaßliche Ausspähungen am Stuttgarter Flughafen reduziert die Polizei ihre Kräfte im Südwesten wieder. 

In Baden-Württemberg am Flughafen Stuttgart und auch an den Flughäfen Mannheim, Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen waren die Sicherheitsvorkehrungen der Bundespolizei und der Landespolizei deutlich erhöht worden.

Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen würden nun schrittweise zurückgefahren, teilen die Bundespolizei in Potsdam und die Polizei in Reutlingen am Samstag mit. 

Wegen der mutmaßlichen Ausspähungen an den Flughäfen in Stuttgart und Paris waren vermehrt Polizisten mit Maschinenpistolen und Schutzwesten eingesetzt worden. Mehrere Wohnungsdurchsuchungen ergaben jedoch keine Anhaltspunkte für die Vorbereitung eines islamistisch-terroristischen Anschlags, wie Sicherheitsbehörden mitteilten.

In Absprache mit den zuständigen regionalen Polizeipräsidien und der Bundespolizei sollen sukzessive auch die erhöhten polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen auf ein Normalmaß reduziert werden. Die besondere Aufbauorganisation beim Polizeipräsidium Reutlingen wird aufgelöst.

Am Flughafen Frankfurt findet Zollbeamte währenddessen rund 60 Kilo Schmuggelware, die eine Britin dreist an den Behörden vorbeischleusen will.

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+++UPDATE 22. Dezember:

Im Zusammenhang mit Informationen über mögliche Ausspähungen oder Anschlagsvorbereitungen auf Flughäfen in Deutschland oder Frankreich wurden am Freitagmorgen (21. Dezember) die Wohnungen eines 28-jährigen Mannes in Baden-Württemberg und eines 48-jährigen Mannes in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Aus den Durchsuchungen ergaben sich keine Anhaltspunkte für die Vorbereitung eines islamistisch-terroristischen Anschlags. Die Personen waren nach Hinweisen auf eine mögliche Ausspähung von Flughäfen und einer verdächtigen Internetkommunikation ins Visier der Ermittler geraten.

Wie bereits berichtet, waren in Baden-Württemberg am Flughafen Stuttgart und auch an den Flughäfen Mannheim, Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen die Sicherheitsvorkehrungen der Bundespolizei und der Landespolizei deutlich erhöht worden. Kräfte der lokalen Polizeipräsidien wurden hierbei von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt. Diesen Maßnahmen lagen folgender Verdacht zugrunde:

Am 12. Dezember 2018 waren am Flughafen Stuttgart zwei Männer ohne Reisegepäck beobachtet worden, die offenbar die Kontrollmaßnahmen am Terminal 2 auffällig beobachtet hatten, weshalb der begründete Verdacht bestand, dass der Flughafen ausgespäht werden sollte. Parallel hierzu wurde bekannt, dass am 13. Dezember 2018 am Flughafen Charles de Gaulle in Paris ein ähnlicher Vorgang beobachtet wurde, bei dem ebenfalls zwei Männer aufgefallen sein sollen. Außerdem war über andere Sicherheitsbehörden bekannt geworden, dass sich aus einem Chat eines Unbekannten Hinweise auf mögliche Anschlagsplanungen ergeben hatten.

Ein Zusammenhang der Vorfälle konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden. Dies hat sich durch intensive, nahezu rund um die Uhr geführte Ermittlungen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg in enger Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und dem nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt nicht bestätigt.

Nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen steht die Beobachtung am Stuttgarter Flughafen in keinem Zusammenhang mit möglichen Anschlagsplanungen oder islamistischen Aktivitäten. Tatsächlich hatten die zwischenzeitlich identifizierten Männer eine ebenfalls namentlich bekannte Frau zum Flughafen gebracht, sich längere Zeit in der Abflughalle aufgehalten und waren verdächtig erschienen, weil sie aufmerksam verfolgt hatten, wie die Frau durch die Sicherheitskontrolle ging.

Die Überprüfung des 48-jährigen, deutschen Staatsangehörigen aus Aachen mit marokkanischen Wurzeln, dessen Fahrzeug am 13. Dezember 2018 am Pariser Flughafen aufgefallen war, ergab ebenfalls keine Hinweise auf einen geplanten Anschlag. Zunächst vermutete Verbindungen zwischen dieser Person und dem 28-Jährigen aus der Ortenau bestehen nicht.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte aufgrund dieser Erkenntnisse ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gem. § 89 a StGB gegen insgesamt vier Beschuldigte eingeleitet. Nach den zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnissen bestehen jedoch begründete Zweifel an der Ernsthaftigkeit der dem Anfangsverdacht zugrundeliegenden Internetkommunikation. Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen besteht auch keine Verbindung zwischen den beiden vermeintlichen Ausspähungen an den Flughäfen.

Bei keinem der überprüften Männer handelt es sich um einen sogenannten Gefährder. Die teilweise hierzu ohne behördliche Bestätigung schon am Donnerstag in den Medien veröffentlichten Berichte sind nicht zutreffend. 

In Absprache mit den zuständigen regionalen Polizeipräsidien und der Bundespolizei sollen sukzessive auch die erhöhten polizeilichen Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen auf ein Normalmaß reduziert werden. Die besondere Aufbauorganisation beim Polizeipräsidium Reutlingen wird aufgelöst.

+++ UPDATE 21. Dezember (15:50 Uhr):

Wie die BILD-Zeitung berichtet, hätte sich der Verdacht einer Terrorgefahr nach den Wohnungsdurchsuchungen nicht erhärtet. Bei den Razzien sei eine Person vorläufig festgenommen worden, heißt es weiter. 

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12:30 Uhr:

Bei den Ausspähversuchen am Flughafen in Stuttgart hatten die mutmaßlichen Islamisten besonders die Abläufe im Bereich der Fluggastkontrolle im Blick. Das teilt der baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag mit. Sie hielten sich in auffälliger Weise in den Terminals auf. 

„Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Ausspähversuchs am Flughafen Stuttgart laufen auf Hochtouren.“ Strobl bestätigte, dass es Bezüge der Verdächtigen ins islamistische Milieu gebe. Konkrete Angaben machte er aber nicht. Die Sicherheitsvorkehrungen sind seit dem Vorfall an den Flughäfen im Südwesten erhöht. Hinweise auf eine konkrete Gefährdung lägen derzeit nicht vor.

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11:40 Uhr:

Nach den Ausspähversuchen mutmaßlicher Islamisten an Flughäfen in Paris und Stuttgart sind in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mehrere Wohnungen durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart ermittelt wegen Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen vier bekannte Beschuldigte, wie die Behörde am Freitag in Stuttgart mitteilt. 

Die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen sind seit Donnerstag verschärft. Im badischen Teil wurde ein Objekt durchsucht, in Nordrhein-Westfalen zwei weitere, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. 

Spur führt nach Aachen

Nach dpa-Informationen ist vergangene Woche am größten Flughafen Frankreichs, dem Pariser Airport Charles de Gaulle, ein Transporter mit Aachener Kennzeichen aufgefallen. Das Auto soll demnach einem Salafisten marokkanischer Abstammung gehören, der mehrere ähnliche Fahrzeuge besitzt und den die Behörden in Nordrhein-Westfalen schon länger kennen. Er konnte dem Vernehmen nach fliehen, bevor ihn die französische Polizei stoppen und befragen konnte. Nach Informationen der dpa richtigen sich die Ermittlungen gegen einen Vater und seinen Sohn aus Nordrhein-Westfalen.

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21. Dezember (10 Uhr):

Nachdem die Flughäfen in Baden-Württemberg die Sicherheitsvorkehrungen erhöht haben, nimmt die Polizei auch die Airports Hahn und Saarbrücken mehr ins Visier. Die Beamten seien am einzigen größeren rheinland-pfälzischen Flughafen Hahn kurz vor Weihnachten mit noch „mehr Aufmerksamkeit und Sensibilisierung“ im Einsatz, sagt der Sprecher der Bundespolizei in Trier, Stefan Döhn, am Freitag. Die Zahl der Beamten dort sei aber nicht aufgestockt worden. 

Nach Einschätzung des Landeskriminalamts (LKA) in Rheinland-Pfalz hat sich die Sicherheitslage im Land als Folge der Ausspähversuche an Flughäfen nicht verändert. Die Polizeipräsidien seien allerdings sensibilisiert worden.

Laut Bundespolizei sind am Stuttgarter Airport weiter Polizisten mit Maschinenpistolen und Schutzwesten unterwegs. Auch an den anderen baden-württembergischen Flughäfen Friedrichshafen, Mannheim und Karlsruhe/Baden-Baden bleiben die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. 

Im Zusammenhang mit einem möglicherweise geplanten Anschlag auf einen Flughafen im Südwesten Deutschlands sucht die Polizei nach vier Menschen, wie Sicherheitskreise der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag bestätigt hatten. Mindestens einer gehört nach dpa-Informationen zum radikalislamischen Milieu.

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20. Dezember (10:50 Uhr):

Nach Hinweisen auf mögliche Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen sind auch an anderen Flughäfen im Südwesten die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Betroffen seien die Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und der City-Airport Mannheim. „Dabei setzt die Polizei insbesondere auf Präsenz- und Kontrollmaßnahmen, teilt das für Stuttgarts Airport zuständige Polizeipräsidium Reutlingen am Donnerstag mit. „Die Einsatzkräfte führen dabei die Maschinenpistole bei sich und tragen ballistische Schutzausstattung.

Auf MANNHEIM24-Anfrage erklärt ein Sprecher der Polizei, dass die Polizei Mannheim die Maßnahmen am City-Airport Mannheim analog durchführen werde.  

„Gerade nach der schrecklichen Tat in Straßburg müssen wir weiter wachsam sein. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck und geht den aktuellen Informationen wie auch allen anderen derartigen Hinweisen konsequent nach.“ heisst es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Reutlingen. 

Hinweise auf eine konkrete Gefährdung der Flughäfen in Baden-Württemberg lägen derzeit nicht vor. Aus einsatz- und ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden. Die Landespolizei steht in engem Austausch mit allen relevanten Sicherheitsbehörden des Landes und des Bundes. 

Bereits am Mittwochabend waren die Sicherheitsmaßnahmen in Stuttgart verschärft worden. Hintergrund waren demnach Erkenntnisse, dass mehrere Personen versucht haben sollen, die Abläufe auszuspähen. Die Maßnahmen an den Flughäfen seien eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, teilt die Polizei mit. „Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit.“ 

Trotz der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen bittet die Polizei die Bürger ruhig und besonnen zu reagieren und verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei über 110 zu melden. Wie lange die Maßnahmen ziehen sollen, ist unklar. 

Die Lage am Flughafen Stuttgart ist nach einer dpa-Umfrage wohl ein Einzelfall. Es gab an den Flughäfen in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main und Düsseldorf keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen wegen möglicher Ausspähversuche, wie sich bei Anfragen dort herausstellte.

dpa/kp

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