Ehemaliger Mitbewohner umgebracht

Stuttgart: Urteil gegen Schwert-Killer gefallen – Richter trifft Aufsehen erregende Entscheidung

Stuttgart - Auf offener Straße ersticht Isaa M. seinen ehemaligen Mitbewohner. Wird der Schwert-Killer wegen Schuldunfähigkeit frei gesprochen? Jetzt ist das ungewöhnliche Urteil im Mord-Prozess gefallen:

  • Wilhelm L. wird am 31. Juli 2019 in Stuttgart von seinem ehemaligen Mitbewohner umgebracht.
  • Isaa M. sticht mehrfach mit einem Schwert auf sein Opfer ein.
  • Der Schwert-Killer leidet an psyschichen Wahnvorstellungen.
  • Am Montag (27. Juli) fällt das Landgericht Stuttgart das Urteil gegen den 31-Jährigen.

Update vom 27. Juli, 15 Uhr: Das Urteil gegen den Schwert-Killer von Stuttgart ist gefallen. Die Richter des Landgerichts verkünden am Montagnachmittag gegen 14 Uhr ihre Entscheidung im Mordprozess. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, wird Isaa M. zu 14 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt. Er wird in ein psychiatrisches Krankenhaus untergebracht.

Mit dieser Entscheidung gehen die Richter sogar über das geforderte Strafmaß der Staatsanwaltschaft. Sie hat eine 13-jährige Haftstrafe in einer Psychiatrie gefordert. Die Verteidigung hat auf Freispruch für den 31-Jährigen plädiert.

Update vom 27. Juli: Nach der tödlichen Attacke mit einem Samuraischwert mitten auf einer Straße in Stuttgart wird an diesem Montag (14 Uhr) das Urteil im Mordprozess erwartet. Die Staatsanwaltschaft plädiert für eine 13-jährige Haftstrafe und die Unterbringung des Angeklagten in einer Psychiatrie, die Anwälte fordern Freispruch - und ebenfalls die Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung.

Der Jordanier soll seinen früheren Mitbewohner vor etwa einem Jahr auf offener Straße und vor den Augen der Tochter des Opfers angegriffen und getötet haben. Während die Beweise für die Tat eindeutig scheinen, bleibt das Motiv nach sämtlichen Zeugenaussagen unklar.

Stuttgart: Hat der Schwert-Killer im Wahn gehandelt?

Im Stuttgarter Landgericht soll abschließend die Frage geklärt werden, ob der Angeklagte im Wahn gehandelt hat und damit zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war - oder ob er vermindert Herr seiner Sinne war und noch eine Haftstrafe infrage kommt. Laut Staatsanwaltschaft hat der Mann „mit absolutem Vernichtungswillen“ getötet. Er habe sich eingebildet, vom Opfer missbraucht oder verspottet worden zu sein. Deshalb habe er aus Rache zum Schwert gegriffen.

Der Gutachter hatte sich mit der psychischen Beurteilung des 31-Jährigen schwer getan und ihn als vermindert schuldfähig eingeordnet. Der Sachverständige schrieb dem Angeklagten eine Form religiösen Wahns zu. Was allerdings von einem klassischen Wahn teils abweiche: Der Jordanier habe in den Gesprächen meistens kontrolliert gewirkt und abgewogen, was er erzählt, sagt der Gutachter. Mal habe der Jordanier behauptet, ein Prophet zu sein, mal habe er selbst Zweifel daran geäußert. „Jemand mit einer echten Psychose kann nicht filtern, was er preisgibt und was nicht“, so der Gutachter.

Stuttgart: Opfer auf offener Straße mit Schwert erstochen

Erstmeldung vom 26. Juli: Es ist der 31. Juli 2019. Wilhelm L. war gerade mit seiner 11-jährigen Tochter auf dem Weg nach Hause, als ihm plötzlich sein ehemaliger Mitbewohner entgegenkommt. Isaa M., bewaffnet mit einem Deko-Samurai-Schwert, geht plötzlich auf den 36-Jährigen los. Er sticht auf L. ein, reißt ihn von einem Auto weg, in der sein Opfer flüchten will und sticht nochmals zu. Als Isaa M. den Mann getötet hat, ergreift er die Flucht. Zahlreiche Videoaufnahmen halten den furchtbaren Angriff fest. Die Tat ereignet sich einen Tag vor Wilhelm L. Geburtstag.

Der Mord in Stuttgart stößt auf absoluter Fassungslosigkeit. Wilhelm L. wird von Freunden als ein liebenswerter Mensch bezeichnet, der eigentlich mit jedem auskommt. Nur mit seinem ehemaligen Mitbewohner und später seinem Mörder Isaa M. sei es bereits in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten gekommen.

Stuttgart: Schwert-Killer vor Gericht - am Montag soll das Urteil im Mord-Prozess fallen

Am Montag (27. Juli) wird das Urteil gegen den 31-jährigen Isaa M. fallen. Im April ist der Prozess im Landgericht Stuttgart gestartet. Bis dahin ist bereits bekannt geworden, dass es sich bei dem Schwert-Killer nicht wie zunächst angenommen, um einen syrischen Flüchtling handelt. Der Bruder von Isaa M. erklärt, dass er in der Türkei einen Pass fälschen ließ. Eigentlich ist er ein Jordanier und hält sich deshalb unrechtmäßig in Deutschland auf. Laut BILD sei er außerdem wegen Diebstahl, Hausfriedensbruch und Köperverletzung der Polizei bekannt sein.

Laut Staatsanwaltschaft Stuttgart habe der Täter seinen früheren Mitbewohner „mit absolutem Vernichtungswillen" umgebracht. Isaa M. habe sich eingebildet, vom Opfer missbraucht und verspottet worden zu sein. Deshalb habe er aus Rache zum Schwert gegriffen. Für die Staatsanwaltschaft ist daher klar: Bei der schrecklichen Tat in Stuttgart handelt es sich eindeutig um Mord. Sie fordert 13 Jahre Haft.

Das Video wie der Schwert-Killer in Stuttgart auf sein Opfer einsticht, verbreitet sich im Netz wie ein Virus. 

Schwert-Killer von Stuttgart: Landgericht will Urteil fallen – Haft oder Freispruch?

Die Verteidigung wiederum plädiert auf Freispruch. Isaa M. leide seit seiner Kindheit an psychischen Problemen. Er sei labil und aggressiv gewesen. Als er in Deutschland ankam, habe er Drogen und Alkohol zu sich genommen. „Papa, ich halluziniere. Ich bin vom Teufel besessen. Ich verliere meinen Verstand. Ich weiß nicht, was mit mir los ist“, soll der Schwert-Mörder von Stuttgart zwei Wochen vor der Tat seiner Familie geschrieben haben. 

Kurz vor der Tat sollen die psychischen Probleme dann zugenommen haben. Issa M. soll paranoid gewesen sein, er sprach davon, dass er von der Mafia und anderen Leuten verfolgt werde. „Ich werde sterben. Ich kann nicht mehr leben“, soll der Schwert-Killer von Stuttgart gegenüber seinem Bruder gesagt haben – eine Stunde später begeht er den grausamen Mord! Der nächste Kontakt soll eine SMS mit einer eindeutigen Nachricht gewesen sein: „Ich habe ihn umgebracht, den Russen.“ dpa/jol

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