Bande bundesweit aktiv

Stuttgart: Brutale Überfälle auf Prostituierte – Durchsuchungen in Mannheim und Heidelberg

Stuttgart - Anfang September werden mehrere Prostituierte Opfer brutaler Raubüberfälle. Die Täter verabreden sich zunächst als Freier mit den Frauen. Als diese sie empfangen, beginnt der Alptraum.

Prostitution ist wegen der akuten Infektionsgefahr während der Corona-Pandemie untersagt. Dennoch finden allerorts illegale Treffen zwischen Sexarbeiterinnen und Freien statt. So auch am 3. September in Stuttgart, als sich drei Männer mit einer Prostituierten in einem Hotel in Stuttgart an der Waiblinger Straße treffen. Der Kontakt soll über ein Online-Inserat hergestellt worden sein. Den Männern geht es aber gar nicht um den schnellen „Liebesdienst“, sie führen etwas anderes im Schilde. Schnell entpuppt sich das heimliche Treffen für die Frau zum wahren Alptraum.

Stuttgart: Männer schlagen und rauben Prostituierte auf Hotelzimmer aus

Zunächst offenbaren sich die vermeintlichen Freier ihrem Opfer als zivile Polizeibeamte und zeigen gefälschte Dienstausweise vor. Offenbar versuchen die Männer die Frau zu verunsichern, denn sie haben es auf Wertsachen und Bargeld abgesehen. Schließlich werden sie handgreiflich und überfallen die 27-Jährige im Hotelzimmer. Einer der Täter reißt der Frau ihr Handy und ihren Geldbeutel – in dem sich mehrere Tausend Euro Bargeld befinden – aus den Händen.

Noch am selben Tag versuchen die Männer im selben Hotel eine weitere Frau auszurauben. Wieder schlagen sie zu, doch diesmal wehrt sich eine 21-Jährige tatkräftig. Der jungen Frau gelingt es die Männer ohne Beute in die Flucht zu schlagen.

Stuttgart: Räuber geben sich als zivile Polizeibeamte aus

Nur zwei Tage später sind die Räuber in einer Wohnung am Mailänder Platz mit zwei weiteren jungen Prostituierten verabredet. Die Vorgehensweise gleicht sich: Wieder geben sie sich als Polizeibeamte aus. Unter dem Vorwand polizeilicher Ermittlungen durchsuchen sie die Wohnung und stehlen mehrere Tausend Euro Bargeld und Mobil-Telefone.

Tatort „Mailänder Platz“ in Stuttgart.

Noch am selben Abend sollen die Tatverdächtigen eine 29 Jahre alte Prostituierte an der Möhringer Straße überfallen haben. Gegen 19:00 Uhr öffnet das Opfer auf ein Klopfen hin die Tür ihres Hotelzimmers. Daraufhin wird sie zur Seite gestoßen. Die Täter durchwühlen ihr Zimmer und stehlen abermals Bargeld und ein Smartphone.

Stuttgart: Durchsuchungen in Mannheim und Ludwigshafen

Nach den Raubüberfällen nimmt die Ermittlungsgruppe „Krone“ die Fahndung auf. Diese führen die Kriminalbeamten auf die Spur der Männer, die offenbar bundesweit Verbrechen begehen. Am Montagabend (21. September) nehmen Beamte das Trio in Köln fest. Bei zwei Durchsuchungen in Mannheim und Ludwigshafen stellen die Polizisten umfangreiches Beweismaterial sicher. Die Männer stehen im Verdacht auch Taten in Trier, Heidelberg, Heppenheim, Ulm und Neu-Ulm begangen zu haben.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart werden die drei rumänischen Tatverdächtigen am Dienstag (22. September) einem Richter vorgeführt, der die beantragten Haftbefehle vollzieht. Die Polizei gehe derzeit davon aus, dass noch weitere Frauen von den Männern überfallen und bestohlen worden sind. Zeugen oder weitere betroffene Frauen werden daher gebeten, sich unter der Rufnummer +4971189905778 bei den Beamtinnen und Beamten der Kriminalpolizei zu melden. (pol/lpb)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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