Mit 14 Jahren Terrormiliz beigetreten

Nach Festnahme in Heidelberg: IS-Terrorist (18) am Oberlandesgericht verurteilt 

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Am Oberlandesgericht Stuttgart fällt ein Urteil gegen ein ehemaliges Mitglied des Islamischen Staates. (Symbolfoto)

Stuttgart/Heidelberg - Als Teenager soll er sich der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben. In Deutschland wird er verhaftet und landet vor Gericht. Nun ist das Urteil gefallen:

Der Lebenslauf des jungen Irakers liest sich wie aus einem Thriller: Mit 14 Jahren schließt er sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak an. Mit 15 Jahren soll er gegen die irakische Armee gekämpft haben. Kurz darauf kehrt er der Miliz den Rücken und geht nach Deutschland. Mit 18 Jahren wird er in Heidelberg festgenommen!

Im Oktober 2018 erhebt die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen den jungen Iraker – wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Die Anklage fordert viereinhalb Jahre Jugendstrafe!

Am Dienstag (15. Januar) fällt das Urteil am Oberlandesgericht Stuttgart: vier Jahre Haft für den Angeklagten! 

Der 18-Jährige wird wegen Totschlags und mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer Terrorvereinigung schuldig gesprochen. Der Senat habe keine Zweifel an der strafreife des Angeklagten, führt der Vorsitzende Richter aus. Er sei in der Lage gewesen, zu erkennen, dass der brutale Kampf des IS verbotenes Unrecht sei. 

Der Angeklagte hat bereits im November 2018 zugegeben, dass er sich dem IS angeschlossen hatte. Er begründet diesen Schritt damit, dass sein Vater von Unbekannten erschossen worden war und er von seinem großen Bruder immer wieder verprügelt worden sei. Die Verteidigung hatte daher auf eine milde Strafe plädiert.

Der junge Iraker betont nach der Verhandlung, dass er die Strafe akzeptiere. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa/dh/kab

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