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Heidelberg: Dank Mäzen Marguerre – Stadthallen-Sanierung nach Millionenspende gerettet

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Von: Florian Römer

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Heidelberg - Milliardär Wolfgang Marguerre kommt für die Gesamtkosten der Sanierung der Stadthalle auf. Was sich der Mäzen mit dem Millionen-Engagement für das Kulturhaus erhofft:

Update vom 23. Juni, 8:51 Uhr: Ohne Mäzen Wolfgang Marguerre keine Stadthalle – so lässt sich wohl die Spendenbereitschaft des Milliardärs auf den Punkt bringen. „Ohne die Unterstützung von Wolfgang Marguerre und seiner Familie hätten wir uns nicht mehr als die notwendigsten Reparaturen an der Stadthalle leisten können. Ich bedanke mich im Namen aller Heidelberger Bürgerinnen und Bürger bei Wolfgang Marguerre, dass er es uns ermöglicht, die Stadthalle wieder zu einem Schmuckstück zu machen“, sagt OB Prof. Dr. Eckart Würzner.  

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Sanierung der Stadthalle Heidelberg: Mehrkosten dank Erhöhung der Marguerre-Spende gedeckt 

Wegen erhöhter Kosten überall in der Baubranche sind die Gesamtkosten um 10,9 Millionen auf insgesamt 43,8 Millionen Euro explodiert. Auch diese Mehrkosten haben Marguerre und seine Familie großzügig übernommen. Im Nachtragshaushalt der Theater- und Orchesterstiftung sind die Mehrkosten der Stadthallensanierung sowie die Gegenfinanzierung durch die Zuwendungen nun berücksichtigt und müssen nur noch Haupt- und Finanzausschuss im Gemeinderat am 7. Juli beschlossen werden.

Zusätzliche Projekte wie die Sanierung der Voit-Orgel (rund 1,1 Millionen Euro), die Ertüchtigung der Ton- und Medienanlage (260.000 Euro), ein Tanzboden (130.000 Euro) sowie die Restaurierung einiger Kunstwerke (30.000 Euro) bezahlt die Theater- und Orchesterstiftung durch vorhandene Liquidität aus finanzierten Abschreibungen.   

OB Dr. Eckart Würzner (li.) bedankt sich mit Blumen bei Wolfgang Marguerre für die Millionenspende zugunsten der Flüchtlingsarbeit.
OB Prof. Dr. Eckart Würzner (li.) mit Wolfgang Marguerre im Jahr 2015. © Tobias Dittmer

Heidelberg: Milliardär spendet weitere 10,9 Millionen für Stadthallen-Sanierung

Erstmeldung vom 17. Mai, 10:25 Uhr: Wohl den Kommunen, die solche einen Mäzen haben! Wolfgang Marguerre (Octapharma) hat sein finanzielles Engagement für die Sanierung der Stadthalle in Heidelberg abermals ausgeweitet. Damit gleicht der Milliardär die jüngsten Kostensteigerungen aus und kommt weiterhin in vollem Umfang für die Sanierung des Kulturhauses auf.

Stadthallen-Sanierung in Heidelberg: Marguerre spendet weitere 10,9 Millionen

Im April wurde bekannt, dass die Stadthallen-Sanierung in Heidelberg deutlich teurer wird als ursprünglich geplant: Fast 11 Millionen Euro beträgt die Kostensteigerung für das Projekt, das 2019 noch mit 32,9 Millionen Euro veranschlagt wurde. Mit einer großzügigen Spende greift der Heidelberger Unternehmer Wolfgang Marguerre der Stadt abermals unter die Arme und wird die Gesamtkosten von 43,8 Millionen Euro tragen.

„Ich habe von Anfang an gesagt: Ich möchte der Stadt Heidelberg die Möglichkeit geben, die Stadthalle wieder zu einem Schmuckstück zu machen“, erklärt Wolfgang Marguerre, der mit einem geschätzten Vermögen von über 5 Milliarden Dollar auf Platz 523 der aktuellen Forbesliste rangiert. „Dabei lag und liegt mir nicht daran, auf die inhaltlichen Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Das ist ausschließlich Angelegenheit der Stadt, des Gemeinderats und der Heidelberger Bürger“, so Marguerre weiter.

Heidelberg: Marguerres Wunsch – „Unvergessliche Stunden“ für Stadthallen-Besucher

„Mir ist nur eine Sache wichtig: Die Stadthalle soll auch in Zukunft allen Nutzern offen stehen – von der Jugendtanzgruppe über die Fastnachter bis zu unserem Orchester und dem Heidelberger Frühling“, so Marguerre weiter. Das leiste das vom Gemeinderat Heidelberg beschlossene Sanierungskonzept. Die jüngsten Kostensteigerungen seien wegen Verzögerungen im Genehmigungsprozess und zwischenzeitlich gestiegener Baupreise nicht zu vermeiden gewesen.

„An meinem Versprechen, die Ertüchtigung der Stadthalle zu einem zeitgemäßen Konzert- und Veranstaltungshaus zu ermöglichen, ohne dass der Stadt diese Last aufgebürdet wird, ändert dies jedoch nichts“, stellt der Milliardär klar. Mit der Aufstockung der Spende verbinde Marguerre den „Wunsch, dass die Heidelberger Bürger und Besucher Heidelbergs unvergessliche Stunden in dem beeindruckenden Ambiente der erneuerten Stadthalle verbringen dürfen.“

Würzner über Millionen-Spender: „Eindrucksvoller kann man das nicht leisten“

„Mir fehlen fast die Worte“, sagt Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. „Wolfgang Marguerre erhöht erneut seine Spende auf nunmehr fast 44 Millionen Euro. Man kann es nicht deutlich genug sagen: Er ermöglicht uns, dass wir die Stadthalle wieder zu einem Schmuckstück machen und zwar für alle Nutzer. Die Stadthalle wird mehr als einhundert Jahre nach ihrer Eröffnung wieder Maßstäbe setzen.“

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Ohne die Unterstützung Marguerres hätte man sich nur die notwendigsten Reparaturen leisten können, erläutert der Rathauschef. Neben der gewaltigen Summe sei aber auch beeindruckend, dass Marguerre „als Allein-Finanzier der Sanierung keinerlei inhaltlichen Einfluss“ nehme und sämtlichen inhaltlichen Entscheidungen der Stadt überlasse. „Der Stadt Bestes anzustreben – eindrucksvoller als Wolfgang Marguerre kann man das nicht leisten“, betont Würzner.

Heidelberg: Marguerre unterstützt diverse Projekte in seiner Heimatstadt

Als Mäzen unterstützt Wolfgang Marguerre seit Jahren verschiedene kulturelle, medizinische und soziale Projekte in Heidelberg. Unter anderem hat der gebürtige Heidelberger als größter Einzelspender die Sanierung des Heidelberger Theaters ermöglicht.

Alleine im vergangenen Jahr hat er zwei Projekte der Stadt Heidelberg mit zusammen einer Million Euro unterstützt: die Anschaffung von Laptops für Schülerinnen und Schüler aus sozial schwachen Haushalten, damit diese in den Corona-Lockdowns am Homeschooling teilnehmen konnten sowie Projekte für Heidelberger Geschäfte in der Corona-Krise. 

Stadthallen-Sanierung in Heidelberg: Was wird gemacht?

Durch die umfassenden Sanierung wird sich die Heidelberger Stadthalle wieder stärker an den Originalzustand annähern. Künstler und Publikum sollen gleichermaßen von den Arbeiten profitieren. Mit Hubböden im Großen Saal können die Sitzreihen künftig ansteigend angeordnet werden. Das verbessert sowohl die Sicht als auch die Akustik. An dem Akustik-Konzept feilte das selbe Büro, das auch für die Akustik der weltberühmten Sydney Opera verantwortlich war. 

Die Stadthalle Heidelberg am Neckarufer (Haupteingang, Westseite)
Die Stadthalle Heidelberg am Neckarufer (Haupteingang, Westseite) © Jan Becke/Stadt Heidelberg

Zugleich kann der Saal weiterhin mit ebenem Parkett, etwa für Tanzveranstaltungen und Bälle, genutzt werden. Der Säulengang (Portikus) zum Neckar hin wird verglast und wieder genutzt. Die Stadthalle wird behindertengerecht umgebaut. Die Infrastruktur mit Stromleitungen, Beleuchtung, Technik, Brandschutz und Lüftungsanlage wird grundlegend erneuert. 

Künftig soll die Stadthalle mehrere Funktionen erfüllen: als Konzerthaus nach international erstklassigen Standards, als Ort für ein breites gesellschaftliches Veranstaltungsangebot – vom Jugendtanztag über gesellschaftliche Bälle, Feste und Empfänge bis hin zu Fastnachtsveranstaltungen – und als Anbieter von Abendveranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem neuen Konferenzzentrum In Heidelberg, das derzeit in der Bahnstadt entsteht. Mehr Infos rund um die Sanierung gibt es im Internet unter www.stadthalle.heidelberg.de. (pm/rmx)

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