Tabletten verabreicht und mit Tüte erstickt

Mann tötet seine demenzkranke Ehefrau (†83): Urteil gefallen!

+
Ein Mann steht vor dem Landgericht Frankenthal, weil er seine demenzkranke Frau getötet haben soll. (Symbolfoto)

Speyer - Die Feuerwehr macht im Januar 2019 eine grausame Entdeckung – eine tote Frau liegt in ihrer Wohnung. Im Prozess erklärt der Ehemann, warum er die Tat begangen hat:

Update vom 11. Juni, 16 Uhr: Der 86-jährige Angeklagte wird wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Der Haftbefehl bleibt erhalten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mann tötet seine demenzkranke Ehefrau (†83): Fällt heute schon das Urteil?

Update vom 11. Juni: Um 9 Uhr startet heute der Prozess gegen einen 86-Jährigen, der seine demente Ehefrau getötet haben soll. Der Mann gesteht die Tat, die er aus Mitleid begangen habe. Er habe befürchtet, dass seine Frau in einem Seniorenzentrum nicht die gleiche liebevolle Pflege erhalten hätte, wie bei ihm. 

Oft gelesen: Mann will Ehefrau von Auftragskiller umbringen lassen – und wird freigesprochen

Paar habe sich versprochen, selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden

Meine Frau sollte ein Zuhause haben und nicht bei fremden Leuten sein und die Wand anstarren, und niemand fragt, wie es ihr geht“, erklärt der Angeklagte. Das Paar habe sich schon vor vielen Jahren versprochen, selbstbestimmt aus dem Leben zu scheiden. 

Im Januar verabreicht er dann seiner Frau Schlaftabletten und befestigte eine Plastiktüte über dem Kopf – wodurch sie erstickt! Danach habe sich der 86-Jährige auf die gleich Weise das Leben nehmen wollen. Aus diesem Grund hinterlässt er einen Abschiedsbrief und lehnt die Wohnungstür leicht an, damit der Zugang leichter sei. 

Angeklagter will nicht, dass seine Frau in Heim lebt – und tötet sie deshalb

Auf dem Brief steht einfach nur „Ich spende alles, was brauchbar ist.“ Doch sein Plan geht nicht auf, weil sein Sohn ihn entdeckt und die Tüte nicht richtig über Mund und Nase befestigt ist. Das Verhältnis zwischen dem Vater und dem 64-jährigen Sohn, der als Zeuge aussagt, ist schwer zerrüttet seit der Tat.

Zu Jahresbeginn habe der Angeklagte zugegeben, dass er die aufwendige Pflege seiner schwer kranken Frau nicht mehr schaffe. Danach hätten er und sein Sohn sich ein Seniorenzentrum angeschaut, dass von dem 86-Jährigen aber vehement abgelehnt worden sei. Er wolle nicht, dass fremde Menschen seine Frau pflegen.

Urteil über Totschlag in Speyer könnte noch heute fallen

Staatsanwaltschaft und Verteidiger werden heute noch ihre Plädoyers halten, danach könnte sogar schon das Urteil fallen! Die Anklage lautet auf Totschlag, doch könnte auch eine Verurteilung wegen minderschweren Totschlags in Frage komme, da es sich laut Verteidiger um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt habe.

Oft gelesen: Beziehungs-Drama in Ludwigshafen: Frau tötet Mann mit Messer – nun steht sie vor Gericht

Mein Mandant hat getötet, ohne ein Mörder zu sein“, erklärt der Anwalt des Angeklagten,„Er sah seine Frau leiden und wollte sie befreien – wie vor Jahren besprochen.“ Seit seiner Verhaftung und dem Aufenthalt in einem Justizkrankenhaus habe der 86-Jährige, durch die intensive Betreuung dort, wieder Lebensmut gefasst.

In diesen Tagen macht auch die Polizei in Tauberbischofsheim bei Heilbronn einen traurigen Fund: Am Pfingstmontag (9. Juni) wird ein toter Mann gefunden, der noch nicht identifiziert werden konnte – die Kripo hofft auf Tipps aus der Bevölkerung.

Ehemann gesteht Tötung seiner kranken Frau

Update vom 3. Juni: Nachdem die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 86-jährigen Ehemann erhoben hat, steht nun das Datum des Prozessauftakts fest. Ab Dienstag (11. Juni) muss sich der mutmaßliche Täter wegen Totschlags verantworten. Er hat bereits während der Ermittlungen ein Geständnis abgelegt, da er seiner Frau mit der Tat weiteres Leid ersparen wollte. Zuvor ist er nicht strafrechtlich aufgefallen.

Totschlag in Speyer: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage 

Update vom 8. April: Etwa drei Monate nach der Tat gibt die Staatsanwaltschaft Frankenthal neue Informationen bekannt. Gegen den 86-jährigen Ehemann ist wegen des „Verdachts des Totschlags“ Anklage erhoben worden. Er soll seine demenzkranke Ehefrau im Januar getötet haben. Dafür soll er der 86-Jährigen Schlaftabletten gegeben und ihr eine Plastiktüte über den Kopf gezogen haben!

Der Angeklagte habe die Tat im Wesentlichen gestanden und erklärt, dass er seine kranke Frau habe „erlösen“ wollen. Danach wollte er sich selbst umbringen, was allerdings fehlschlug. Im Falle einer Verurteilung erwartet den 86-Jährigen eine Haftstrafe zwischen 5 und 15 Jahren! Bisher stand auch Mordverdacht im Raum.

Derzeit stehen auch zwei Eltern vor dem Landgericht Darmstadt. Sie sollen ihre beiden Kinder brutal ermordet haben. Als sich Mutter und Vater danach selbst umbringen wollen, werden sie gerettet. Das Haus des Ärzte-Paares hätte Zwangsvollstreckt werden sollen.

Obduktionsergebnis der toten Frau im Laufe der Woche erwartet

Update vom 16. Januar: Wie eine Polizeisprecherin auf Nachfrage mitteilt, erwartet die Polizei das Obduktionsergebnis noch im Laufe dieser Woche. Weitere Informationen kann sie uns allerdings nicht geben. Auch wie es dem schwer verletzten Tatverdächtigen geht und ob er bereits vernehmungsfähig ist, ist nicht klar.

Auch in Zweibrücken hat sich ein tödliches Familiendrama ereignet: Ein 23-Jähriger wird verdächtigt, seinen eigenen Vater in der gemeinsamen Wohnung getötet zu haben

Ehemann in Untersuchungshaft, tote Frau wird obduziert

Update vom 14. Januar: Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, handle es sich bei der Toten um eine 83-jährige Frau. Die Leiche sei am Montag (14. Januar) obduziert worden.

Der 86-jährige Ehemann der Toten befinde sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts eines „heimtückisch begangenen Mordes“ in Untersuchungshaft. Weitere Informationen zu Tatmotiv und Todesursache sind nicht bekannt.

Als sich Mutter und Vater danach selbst umbringen wollen, werden sie gerettet. In Ludwigshafen ersticht eine Frau ihren Lebensgefährten in einem tödlichen Beziehungsstreit. Sie soll ihn mit einem Messer in den Oberschenkel gestochen haben.

Oft gelesen: Zwei Leichen in Waldstück und Wohnung gefunden – Polizei hat grausamen Verdacht

Tote Frau und schwerverletzter Mann in Wohnung gefunden

Am Sonntagnachmittag (13. Januar) wird die Feuerwehr Speyer zu einer Wohnung im Süden der Stadt gerufen. Dort besteht der Verdacht, dass Gas austritt. Obwohl sich das nicht bestätigt, machen die Feuerwehrleute gegen 14 Uhr eine grausige Entdeckung. 

In der Wohnung befinden sich eine tote Frau und ein schwerverletzter Mann! Das bestätigt ein Sprecher der Polizei Rheinpfalz auf Anfrage. Genauere Angaben können derzeit aber noch nicht gemacht werden, da man erst die Obduktion abwarten müsse. 

Der verletzte Mann wird in ein Krankenhaus eingeliefert, über seinen Zustand ist noch nichts bekannt. Auch die genauen Hintergründe sind noch unklar. 

Bei einer Bluttat in Worms wird im März eine 21-Jährige von ihrem Freund getötet. Der 22-jährige Asylbewerber sitzt seitdem in Untersuchungshaft, zudem bestehen Zweifel an seinem Alter und seiner Identität.

dpa/dh

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare