Fälle aus dem Jahr 1994

Bistum Speyer: Missbrauchte Nonne mehrere Kinder? Opfer beschreiben schreckliche Qualen

Speyer - In einem von Nonnen geführten Kinderheim spielen sich vor rund 25 Jahren schreckliche Szenen ab. Ein Junge wird von einer Ordens-Schwester vergewaltigt:

Mitte Dezember 2020 spricht ein 63-jähriger Mann mit dem SWR. Er beichtet dem Redaktionsteam eine schreckliche Geschichte: Er wurde im Kinderheim in Speyer etwa 1.000 Mal missbraucht und vergewaltigt. Der Täter war Generalvikar Rudolf Motzenbäcke, der 1998 verstarb. Nicht nur der 63-Jährige, auch drei weitere Missbrauchs-Opfer schildern schreckliche Erinnerungen von dem von Nonnen geführten Kinderheim, das zum Bistum Speyer gehört. Wie der SWR berichtet, ging das zuständige Sozialgericht Darmstadt davon aus, dass nicht nur der Generalvikar, sondern auch Betreiberinnen des Kinderheims „Niederbronner Schwestern“ Mädchen und Jugen missbraucht haben. Nun offenbart ein weiteres Opfer seine schockierende Vergangenheit.

Bistum Speyer: Nonne vergewaltigt Jungen – „Sie hat Hoppe hoppe Reiter auf mir gespielt“

Wie der Mannheimer Morgen berichtet, ist ein Mann ebenfalls von einer Heim-Nonne missbraucht worden. Der 35-Jährige, der anonym bleiben will, sei 1994 ins Kinderheim in Speyer gekommen, weil sein Vater gewalttätig sowie Alkoholiker und seine Mutter schwer krank war. Wenige Monate später habe er Pein und Qual über sich ergehen lassen mussen. Im Alter von acht oder neun sei er von einer Ordens-Schwester vergewaltigt worden. „In Abständen von einigen Wochen hat mich Schwester...abends in ihr Nachtbereitschaftszimmer geholt. Ich musste mich dann jeweils nackt ausziehen und mich so ins Bett legen“, wird das Opfer zitiert. Die Frau habe sich daraufhin ausgezogen und sich neben ihn gelegt oder auf ihn gesetzt. Anschließend habe sie sich selbst befriedigt. „Sie hat Hoppe hoppe Reiter auf mir gespielt. Damals konnte ich nicht einordnen, ob das ein normales Verhalten ist oder ob da gerade etwas Unrechtes vor sich geht“, erinnert sich der 35-Jährige zurück.

Vorwürfe gegen Bistum Speyer: Nonne missbraucht Kinder – Fall bereits verjährt?

Die Nonne ist der Staatsanwaltschaft Frankenthal bekannt. 1982 begann sie beim Kinderheim in Speyer zu arbeiten, mittlerweile lebt die unter 70-Jährige in einer Schwesterngemeinschaft. Der Mann, der eine Zeitlang auf den Straßen von Berlin lebte und Drogen nahm, ist davon überzeugt, dass er nicht das einzige Missbrauchsopfer war. Die Nonne habe damals noch zwei weitere Jungen mit aufs Zimmer genommen.

Am 10. Mai wird seine schreckliche Vergangenheit in einer TV-Dokumentation nach den Tagesthemen im Ersten ausgestrahlt. In der Zwischenzeit prüft die Staatsanwaltschaft, inwiefern die Nonne für ihre Taten belangt werden kann. Denn möglicherweise ist der Missbrauch schon verjährt. (jol)

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