Ende der Mückenplage

Stechmücken am Rhein werden radikal bekämpft

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Die lästigen Mücken legen ihre Eier gerne in Auenwäldern. (Symbolfoto)

Speyer - Jeden Sommer die gleiche Qual! Stechmücken können echt lästig sein – und auch gefährlich. Um eine Krankheitsübertragung zu stoppen, werden die Mücken radikal bekämpft: 

„Mücken sind die gefährlichsten Tiere“, erklärt Norbert Becker und verweist damit auf Malaria, Zika und andere Krankheiten, die manche von ihnen übertragen können. Der 68-Jährige Biologe ist wissenschaftlicher Direktor der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). Der Verein wacht am Oberrhein in drei Bundesländern darüber, dass die Stechmücken oder Schnaken nicht wieder zur Qual werden.

„Das Erste, was ein Mückenbekämpfer morgens macht, ist: nach dem Wasserstand gucken“, erklärt Becker. Denn die Rheinmücken legen ihre Eier in Überschwemmungsgebieten ab, zum Beispiel in Auenwäldern. Wenn der Flusspegel also nach Regen oder Schneeschmelze steigt und es Hochwasser gibt, werden die Eier überspült, und die Larven schlüpfen. Dann müssen die Mitarbeiter der Kabs besonders schnell sein – denn es bleibt nur wenig Zeit bis aus den Larven Mücken werden. 

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, wird ein Hubschrauber mit dem Bekämpfungsmittel Bti beladen, das dann auf der 320 Kilometer langen Strecke zwischen dem Kaiserstuhl und Bingen am Rhein entlang abwirft. Dadurch werden im Schnitt 95 Prozent der Tiere abgetötet.

Der Wirkstoff Bti wird unter anderem auch in den Boden gespritzt oder in Tabletten für die heimische Regentonne verkauft. Für andere Organismen ist das Bekämpfungsmittel ungefährlich.

Um eine besonders umweltfreundliche Form der Bekämpfung zu finden kooperiert die Kabs mit einem Team des Zoologischen Instituts der Uni Heidelberg. Zusätzlich wird darauf geachtet genau die Brutstellen der Stechmücken anzupeilen, um andere harmlose Mückenarten die als Nahrung für diverse Vögel und Fledermäuse dienen nicht zu gefährden.

dpa/lp

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