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Speyer: Anschlag auf Impfbusse geplant? Impfgegner wollen „Terror veranstalten“

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Von: Daniel Hagen

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Coronavirus - Impfkampagne mit Bussen in Mainz
Impfgegner drohen, Anschläge auf Impfbusse zu begehen. (Fotomontage) © Frank Rumpenhorst/Stringer/dpa

Speyer – Seit der Schließung der Impfzentren sind vermehrt Impfbusse im Einsatz, an denen sich Menschen immunisieren können. Impfgegner planen nun vielleicht einen Brandanschlag!

Deutschland schlittert aktuell in die vierte Welle oder steckt sogar bereits mittendrin, wie manche Experten sagen. Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg liegt am Montag (8. November) bei einem Wert von 235,1, in Rheinland-Pfalz bei 123,4. Um die Zahlen zu senken, wird weiterhin auf Impfungen gesetzt. Dabei spielt auch die sogenannte Boosterimpfung eine große Rolle. Damit die Vakzine überall ankommen, setzte Rheinland-Pfalz auf insgesamt sechs Impfbusse, in denen seit Beginn der Aktion schon über 60.000 Dosen verabreicht worden sind. Einer Gruppe von Impfgegnern ist das ein Dorn im Auge, weshalb sie über schreckliche Aktionen nachdenken.

Immer wieder haben Gegner der Impfungen und Corona-Maßnahmen gezeigt, dass sie auch nicht vor Gewalt zurückschrecken. So werden auf Querdenker-Demos immer wieder Polizisten und Journalisten angegriffen, Politiker im Netz aufs Übelste beleidigt und Personal in Restaurant und Supermärkten aggressiv angegangen. Trauriger Höhepunkt ist ein Mord in Idar-Oberstein, bei dem ein Maskengegner einen Kassierer kaltblütig erschießt.

NameSpeyer
BundeslandRheinland-Pfalz
Bevölkerung50.378 (2019)
OberbürgermeisterinStefanie Seiler (SPD)

Speyer: Planen Impfgegner Anschlag auf Impfbus?

Auch vor Sachbeschädigung schrecken manche Impfgegner nicht zurück. Wenn es nach Mitgliedern einer Telegram-Gruppe mit dem Namen „ElternStehenAuf Speyer + Rhein-Pfalz-Kreis + Germersheim“ geht, könnten bald sogar ein paar Impfbusse in Flammen stehen. In der Gruppe mit über 300 Mitgliedern wird tagtäglich gegen Politiker und Impfungen gehetzt. Dabei werden auch so manche Verschwörungsmythen gestreut und Beiträge von Verschwörungsideologen geteilt. Besonders die Impfung von Kindern ist den Mitgliedern ein gewaltiger Dorn im Auge.

Als dann bekannt wird, dass einer der Impfbusse an einer Berufsschule in Speyer steht, kommt die Sorge hoch, dass er auch bald an Grundschulen und Kindergärten stehen könnte. Daraufhin stellt ein Gruppenmitglied die Frage, wieso die Busse nicht über Nacht einen Platten haben könnten. Ein anderer User denkt allerdings noch weiter: „Warum haben die Busse über Nacht kein Feuer?“ Eine weitere Person habe zudem Bilder gesehen, auf dem die Fahrzeuge in der Nacht im Freien geparkt werden würden. Planen die Mitglieder also einen Brandanschlag? Auch in einem Musikvideo, bei dem Xavier Naidoo mitgemacht hat, wird die Sprengung eines Impfzentrums gezeigt.

Impfgegner planen Aktionen gegen Impfbus in Speyer

„Jetzt fehlt nur noch eine geschlossene Gruppe, die genug Zeit hat, dem jew. Impfbus hinterherzufahren und in Einheitskleidung (z.B. beschriftete Trikots oder Splitterschutzwesten) zu folgen und an jedem Veranstaltungsort mit Trommeln, Presslufthupen und Bengalos Terror zu veranstalten. Weil: „Impfen macht frei.“, schreibt ein User. Solche Aktionen gegen Impfbusse hat es in den letzten Monaten mehrfach gegeben.

Dabei ist auch vor Gewalt gegen das Personal – oder „Impfmörder“, wie man sie in der Gruppe nennt – nicht zurückgeschreckt worden! Besonders erschreckend an dem Post ist zudem die Formulierung „Impfen macht frei“, die an den Satz „Arbeit macht frei“ am Haupttor des KZ Auschwitz angelehnt ist. Für genau diesen Satz ist ein Mann aus Freiburg im August wegen Volksverhetzung veruerteilt worden. (dh)

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