Was ist da nur los? 

Mehr als 14 Monate nach Beerdigung: Immer noch kein Grabstein an Helmut Kohls Grab! 

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Am 8. September 2018, dem Tag des Altstadtfestes in Speyer, ist das Grab des Altkanzlers Helmut Kohl immer noch ohne Grabstein.

Speyer - Am 16. Juni 2017 stirbt Altkanzler Helmut Kohl in seiner Wohnung in Ludwigshafen, am 1. Juli folgt die Beisetzung in Speyer beigesetzt. Doch auch jetzt - mehr als 14 Monate später - hat er keinen Grabstein. 

Update vom 4. Juni 2019: Fast zwei Jahre nach Helmut Kohls Tod tut sich endlich was an seinem Grab. Die Grabstätte in Speyer ist von einem Bauzaun umringt und die Witwe Kohl-Richter ist vor Ort.

Schon an seinem ersten Todestag am 16. Juni 2018 fällt es auf: Als Freunde und Wegbegleiter des Altkanzlers sein Grab in Speyer besuchen, ist es zwar bepflanzt und mit Kränzen geschmückt, doch noch immer ziert nur ein schlichtes Holzkreuz mit dem Geburts-und Todestag das Grab von Helmut Kohl. Nach wie vor überwacht eine Kamera das Areal innerhalb des Zauns. Ein Schild bittet um Stille. Jetzt, mehr als zwei Monate nach dem ersten Todestag, fehlt von einem Grabstein noch immer jede Spur! 

Warum gibt es immer noch keinen Grabstein? 

Mitte August 2017, also zwei Monate nach Kohls Tod, sagte ein Sprecher der Friedhofsabteilung, dass es üblich sei, bis zur Aufstellung eines Grabsteins etwa vier bis sechs Monate verstreichen zu lassen. Man warte, bis sich „der Boden gesenkt hat.“

Kurz vor Weihnachten 2017 hieß es aus dem Rathaus, dass der Grabstein wohl erst nach dem Winter kommen würde

Im Februar spricht Kohls Sohn Walter in einem Interview mit den „Zeitungen der VRM“ über das Grab, dem noch immer der Stein fehlt, und gibt dabei klar zu verstehen, was er davon hält. „Leider ist die Gestaltung des Grabs unmöglich, mit Zaun, Videoüberwachung und Verbotsschildern. Ich glaube, mein Vater wäre entsetzt, wenn er sein eigenes Grab sehen könnte", so der Sohn des Altkanzlers.

Nun ist der Sommer schon vorbei und am Grab hat sich noch immer nichts getan. 

Zeremonie zum ersten Todestag von Helmut Kohl

Maike-Kohl Richter ist für das Grab zuständig 

Auf LUDWIGSHAFEN24-Anfrage sagt ein Sprecher des Rathauses Speyer am Montag (10. September), dass Kohls Witwe Maike Kohl-Richter für das Grab zuständig sei und er nicht wisse, wann der Grabstein kommen würde„Sie hat vor einiger Zeit gesagt, dass sie sich darum kümmern würde.“

Hat die Witwe zu viel zu tun, um sich um das Grab zu kümmern? Im Mai 2018 klagte sie vor dem Oberlandesgericht Köln. Es ging darum, ob Anspruch auf Geldentschädigung vererbbar sei. 

Helmut Kohl (1930-2017) hatte die Entschädigung kurz vor seinem Tod vom Landgericht Köln zugesprochen bekommen, weil in dem Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ unautorisierte Zitate von ihm veröffentlicht worden waren. Die Entschädigungssumme: eine Million Euro! Maike Kohl-Richter verlor den Prozess. 

Mit was sich die Witwe seit der Trauerfeier zum Todestag am 16. Juni beschäftigt, ist nicht bekannt. 

kp

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