21 Monate nach Tod des Ex-Bundeskanzlers

Immer noch kein Grabstein für Helmut Kohl! Sohn Walter übt scharfe Kritik an Kanzler-Witwe Kohl-Richter

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Walter Kohl (55) bezeichnet den Zustand des Grabes seines Vaters in Speyer als „würdelos“.

Speyer - Am 16. Juni 2019 jährt sich der Todestag von Helmut Kohl zum zweiten Mal – von einem Grabstein fehlt bislang jedoch jede Spur. Sohn Walter findet deutliche Worte, was er davon hält:

Nach seinem Tod am 16. Juni 2017 wird Helmut Kohl (†87) - der „Kanzler der Einheit“ - nach einem europäischen Trauerakt in Straßburg und einer Totenmesse im Speyerer Dom am 1. Juli im Adenauer-Park im Herzen der pfälzischen Dom-Stadt beerdigt. Als das Grab des großen Staatsmannes einen Tag darauf für die Öffentlichkeit freigegeben wird, herrscht großer Andrang: Rund 2.500 Besucher wollen Helmut Kohl die letzte Ehre erweisen.

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Speyer: Ärger um Grab von Helmut Kohl – fast 2 Jahre nach Tod immer noch kein Grabstein

Rund 21 Monate nach dessen Tod ist es ruhig geworden um das Grab von Helmut Kohl. Zu ruhig, wie nicht nur zahlreiche Besucher, sondern auch Walter Kohl (55) - der älteste Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers - findet.

Grund: Am Grab des Ludwigshafeners steht noch immer kein Grabstein! Stattdessen ein schlichtes Holzkreuz mit der Aufschrift „Helmut Kohl 3.4.1930 - 16.6.2017“.

Das Grab von Helmut Kohl im Adenauer-Park in Speyer

Eine Tatsache, die Walter Kohl auch fast zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters übel aufstößt und nun (erneut) Anlass für scharfe Kritik in Richtung der zuständigen Kanzler-Witwe Maike Kohl-Richter gibt:

Den heutigen Zustand des Grabes meines Vaters empfinde ich als würdelos und das diesbezügliche Verhalten von Maike als verantwortungslos“, so Kohl gegenüber LUDWIGSHAFEN24*.

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Speyer: Immer noch kein Grabstein für Helmut Kohl – Sohn Walter Kohl übt scharfe Kritik

Das Verhältnis der beiden gilt schon seit Jahren als problematisch – nicht nur, weil Kohl-Richter ihren Ehemann zusehends von engen Vertrauten und Familienangehörigen abgeschirmt haben soll, sondern auch, weil die heute 55-Jährige Walter und seinen Bruder Peter nicht zur Beerdigung ihres Vaters eingeladen hatte. Unvergessen auch die Szene, wie Walter Kohl nach Bekanntwerden des Todes seines Vaters gemeinsam mit zwei Enkeln Helmut Kohls vor verschlossener Tür in Ludwigshafen-Oggersheim ausharren musste – Hausverbot!

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Die Verantwortlichkeit für das Grab in Speyer liegt vollständig in den Händen Kohl-Richters, die diesbezüglich im Kontakt mit dem Rathaus in Speyer steht. Für gewöhnlich lässt man bis zum Stellen eines Grabsteines bis zu sechs Monate verstreichen, damit sich die Erde senken kann. Im Dezember 2017 hieß es von Seiten der Stadt, dass der Grabstein wohl erst nach dem Winter komme. Im September 2018 wiederum sagt Matthias Nowack, Pressesprecher der Stadt Speyer, dass Kohl-Richter angegeben hätte, sich darum kümmern zu wollen.

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Ein halbes Jahr später ist aber immer noch nichts passiert. „Frau Kohl-Richter hat uns zugesichert, dass eine endgültige Gestaltung des Grabes kommt“, so Nowack auf erneute Anfrage gegenüber LUDWIGSHAFEN24. Eine konkrete Angabe, wann das sein wird, habe sie jedoch nicht gemacht.

Grab von Helmut Kohl: Walter Kohl übt Kritik an Witwe Kohl-Richter, Stadt und Bistum Speyer

Ein Umstand, der für reichlich Unverständnis bei Walter Kohl sorgt – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Todestag des Ex-Bundeskanzlers im Juni zum zweiten Mal jährt: „Leider sind mir juristisch die Hände gebunden, sodass ich mich nicht darum kümmern darf.“ 

Doch der 55-Jährige beäugt nicht nur das Verhalten der Kanzler-Witwe äußerst kritisch. Das gesamte Statement Walter Kohls im Wortlaut:

Den heutigen Zustand des Grabes meines Vaters empfinde ich als würdelos und das diesbezügliche Verhalten von Maike als verantwortungslos. Leider sind mir juristisch die Hände gebunden, sodass ich mich nicht darum kümmern darf. Auch verstehe ich nicht, warum die Verantwortlichen der Stadt Speyer und des Bistums es zulassen, dass das Grab eingezäunt ist und videoüberwacht wird. Ich bin mir sicher, mein Vater wäre entsetzt, wenn er den Zustand seines Grabes sehen könnte.

Doch wie ist das (Nicht)Handeln von Kohl-Richter zu erklären? Wann ist mit dem Stellen eines Grabsteines zu rechnen? Diese Antworten bleibt die Witwe des Altkanzlers schuldig, eine schriftliche Anfrage von LUDWIGSHAFEN24 blieb unbeantwortet. 

Ein Sprecher des Bistums Speyer bestätigte, dass das Domkapitel die Nutzung der Grabfläche der Stadt Speyer überlassen hatte. Dennoch hatte es eine Vereinbarung gegeben, dass Kohl-Richter den Entwurf des Grabsteins mit dem Domkapitel abstimmen müsse. 

Bisher wurde kein Entwurf von ihr vorgelegt“, so Markus Herr, Sprecher des Bistums, gegenüber LUDWIGSHAFEN24.

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Maike Kohl-Richter: Rechtsstreit wegen Entschädigung

Derzeit befindet sich die 55-Jährige in einem Rechtsstreit. Kurz vor Helmut Kohls Tod wurde ihm eine Entschädigungssumme von einer Million Euro zugesprochen, nachdem Autor Heribert Schwan in seinem Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ unautorisierte Zitate von ihm verwendet hatte. Im Mai 2018 klagte Maike Kohl-Richter vor dem Oberlandesgericht Köln: In der Causa ging es darum, zu klären, ob der Anspruch auf Entschädigung auch vererbbar sei. Kohl-Richter verlor den Prozess. 

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Weil sie das Urteil aber nicht akzeptieren wollte, zog sie erneut vor Gericht: Im Februar 2019 hätte der Prozess am Landgericht Köln starten sollen. Doch wie die „Neue Post“ berichtet, wurde dieser nun aus bislang unbekannten Gründen auf den 22. Mai verschoben. Dabei soll auch Peter Kohl als Zeuge gegen sie aussagen.

Ruhig ist es also nach wie vor nur an Helmut Kohls Grab...

Rückblick: Die letzte Reise von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (†87)

*LUDWIGSHAFEN24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

rob

Quelle: Ludwigshafen24

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