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Sinsheim: Er tötete einen 13-Jährigen – die kriminelle Vergangenheit des Mord-Verdächtigen (14)

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Von: Daniel Hagen

Sinsheim - Am Waldrand in Eschelbach spielt sich ein grausames Verbrechen ab. Ein 13-Jähriger wird tot gefunden, ein 14-Jähriger soll für die Tat verantwortlich sein. Das ist passiert:

Update vom 25. Februar, 17:06 Uhr: Wie das Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises an Nachmittag schriftlich mitteilt, hat der damals noch 13-jährige Tatverdächtige nach seiner Messer-Attacke auf einen Mitschüler im November 2020 mehrere Wochen stationär in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie verbracht. Dort hat er auch ein Anti-Aggressionstraining begonnen. Die Familie wurde durch das Kreisjugendamt weiterhin betreut und unterstützt. Das ist bislang über den mutmaßlichen Täter bekannt.

Sinsheim: Streit um ein Mädchen? Junge (†13) erstochen – Verdächtiger (14) sitzt in Jugendknast

Update vom 25. Februar, 15:51 Uhr: Gegen den Beschuldigten kommt es am Donnerstag um 15:40 Uhr zur Vollstreckung des Haftbefehls. Der Teenager wird in eine Jugendjustizanstalt gebracht, wie auf einer Pressekonferenz verkündet wurde. Laut Siegfried Kollmar, Leiter der Kripo Heidelberg, liegt das Mordmerkmal der Heimtücke vor, die Tat soll geplant gewesen sein. Die Tat könnte durch Eifersucht um ein Mädchen begründet sein. Eine Obduktion des Opfers ist bereits durchgeführt worden – das schriftliche Ergebnis liegt jedoch noch nicht vor. Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Täters lägen derzeit nicht vor.

Wir wollen der Familie und den Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Die Tat liegt wie ein Schatten über unserer Stadt. Die Bevölkerung ist bis ins Mark getroffen und ist zutiefst bewegt“, so der Sinsheimer OB Jörg Albrecht (52, parteilos) betroffen. „Ich kann mich an wenige Ereignisse erinnern, die auch mir so unter die Haut gehen, wie dieser Vorfall in Eschelbach“, so das Stadtoberhaupt weiter. Er werde den Kontakt zur Familie suchen und sein Mitgefühl nochmal persönlich überbringen.

Wie Siegfried Kollmar weiter sagt, handelt es sich bei Täter und Opfer um Jungen mit türkischem Hintergrund. Das spätere Opfer ist bewusst in den Wald gelockt worden. Es soll einen kurzen Kampf gegeben haben, da der Täter bei seiner Festnahme schmutzige und blutverschmierte Kleidung an hatte. Der Beschuldigte habe sich widerstandslos festnehmen lassen, direkt sein Messer fallen gelassen. Ob das strafunmüdige Mädchen, das womöglich Auslöser dieses Dramas ist, an der Tat beteiligt war, weil es womöglich unter Druck gesetzt wurde, sei derzeit noch unklar. Sie wurde ebenfalls in der Nähe des Tatorts angetroffen.

Sinsheim: Junge (†13) erstochen – Verdächtiger (14) hat kriminelle Vergangenheit

Update vom 25. Februar, 12:15: Der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht äußert sich mit bestürzen zu der grausamen Tat. In seinen neun Jahren an der Stadtspitze habe er so etwas Schlimmes noch nicht erlebt. „Die Betroffenheit ist groß, das trifft einen Ort in Mark“, erklärt der 55-Jährige. Noch heute wolle er den Eltern des getöteten Jungen sein Beileid aussprechen. Unterdessen beruhigt Albrecht auch die Bewohner der Stadt und versichert, dass es keinen Anlass zur Panik gebe. Zwischen 15 und 16 Uhr wird die Polizei auf einer Pressekonferenz zudem noch weitere Details bekanntgeben.

Erstmeldung vom 25. Februar: In Sinsheim (Baden-Württemberg*) sorgt ein grausames Verbrechen für Entsetzen. Am Rande eines Waldes im Stadtteil Eschelbach findet die Polizei am Mittwochnachmittag (24. Februar) die Leiche eines 13-Jährigen. Alles am Tatort deutet auf ein schreckliches Verbrechen hin. Kurz darauf nehmen die Beamten einen Tatverdächtigen fest. Es handelt sich um einen 14-Jährigen, der bei der Polizei bereits bekannt ist. Doch was hat sich an dem Waldrand abgespielt und warum musste der Junge sterben? Diesen und anderen Fragen gehen die Ermittler nun nach. Über die Tat berichtet HEIDELBERG24.de*.

NameSinsheim
BundeslandBaden-Württemberg
BezirkRhein-Neckar-Kreis
Bewohner35.482 (31. Dez. 2008)
OberbürgermeisterJörg Albrecht (Parteilos)

Sinsheim: Leiche eines 13-Jährigen an Waldrand gefunden

Direkt nach dem Leichenfund in Sinsheim beginnt die Polizei mit der Untersuchung des Tatorts. Zum Anfertigen von Übersichtsaufnahmen ist sogar ein Hubschrauber im Einsatz. Das Dezernat Kapitalverbrechen der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat mit Unterstützung der Spezialisten der Zentralen Kriminaltechnik die Ermittlungen übernommen. Obwohl die Spurensicherung am Donnerstagmorgen (25. Februar) größtenteils abgeschlossen ist, sind weiterhin starke Kräfte des Polizeipräsidiums Mannheim* im Einsatz.

Die Ermittler gehen nach dem Fund einer Jungen-Leiche am Waldrand in Eschelbach von einem Gewaltverbrechen aus. Der 13-Jährige soll wohl mit einem Messer getötet worden sein. Weitere Erkenntnisse soll die Obduktion der Leiche bringen, die für den heutigen Donnerstag vorgesehen ist. Noch ist allerdings völlig unklar, warum der Teenager getötet wurde und wie die beiden Jungen zueinander gestanden haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie sich zumindest gekannt haben.

Sinsheim: Mutmaßlicher Täter ist 14 – und hat kriminelle Vergangenheit

Wie das Polizeipräsidium Mannheim und die Staatsanwaltschaft Heidelberg mitteilen, hat der tatverdächtige 14-Jährige bereits eine kriminelle Vergangenheit. So soll der Teenager bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sei – einmal sogar wegen „einer schweren Gewalttat“. Zu diesem Zeitpunkt sei der Jugendliche aber noch nicht strafmündig gewesen. Der Tatverdächtige wird heute am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt.

Das Tötungsdelikt in Sinsheim erinnert an einen Großeinsatz der Polizei aus dem Jahr 2020 im Nahe gelegenen Östringen. Damals stach ein 13-Jähriger mit einem Messer mehrere Male auf einen gleichaltrigen Mitschüler ein*. Der schwerverletzte Schüler wurde anschließend mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. (pol/dpa/dh) *HEIDELBERG24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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