Polizei macht Ernst

Auf A6: Startschuss für Kampagne „Rettungsgasse - rettet Leben“

Startschuss der Kampagne "Rettungsgasse - rettet Leben" auf der A6 bei Sinsheim
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Startschuss der Kampagne "Rettungsgasse - rettet Leben" auf der A6 bei Sinsheim
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Startschuss der Kampagne "Rettungsgasse - rettet Leben" auf der A6 bei Sinsheim

Sinsheim - „Rettungsgasse - rettet Leben“ – unter diesem Motto startet die Polizei am Donnerstag eine landesweite Kampagne. Und kündigt gleich vermehrte Kontrollen an:     

Bei schweren Verkehrsunfällen zählt für die Rettungskräfte jede Sekunde. Seit Donnerstag wirbt die Polizei in Baden-Württemberg deshalb an Autobahnen für die Regeln, deren Missachtung inzwischen auch mit hohen Bußgeldern bestraft werden kann. 

„Wir machen Ernst", kündigt Innenminister Thomas Strobl an. Die Polizei werde die Bildung der Rettungsgasse künftig gezielt überwachen und Verstöße konsequent ahnden. Hierfür setzt unsere Polizei verstärkt Foto- und Videotechnik an Unfallstellen ein", sagt der Innenminister. Zum Start der Kampagne werden solche Überwachungsmaßnahmen am Donnerstag auch auf der A6 bei Sinsheim durchgeführt: 

Im Rahmen der Kampagne werden außerdem Plakate und Aktionsflyer in verschiedenen Sprachen an Tank- und Raststätten oder Polizeidienststellen ausgelegt und ein Videospot in den sozialen Medien präsentiert. 

„Bei schweren Verkehrsunfällen auf der Autobahn zählt jede Sekunde", mahnt Strobl. Leider kämen Rettungsdienste häufig nicht schnell genug zur Unfallstelle - „und das nur, weil die Rettungsgasse durch rücksichtslose Verkehrsteilnehmer versperrt ist".

Wann muss eine Rettungsgasse gebildet werden? 

Nicht erst, wenn der Autofahrer hinter sich das Martinshorn hört, sondern immer, wenn der Verkehr stockt. Schon bevor sich Rettungskräfte bei einem Stau von hinten nähern, müssen die Fahrer bereits bei Schrittgeschwindigkeit die Gasse bilden. Stehen die Autos erst dicht an dicht im Stau, fehlt es schon mal an Platz. Die Vorgaben gelten nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Bundesstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen in eine Richtung. 

Wo muss die Gasse entstehen? 

So schwer ist das nicht: Die Autofahrer auf der linken Spur fahren ein Stück nach links, die anderen nach rechts. Als Merkhilfe gibt es die „Rechte-Hand-Regel“: Die Finger der rechten Hand stehen von oben gesehen für die Fahrbahnspuren. Dabei symbolisiert der Daumen die linke Spur, wo die Autos nach links fahren. Alle anderen „Finger“ gehen nach rechts. Die Gasse liegt zwischen Daumen und Zeigefinger. 

Diese Regeln kennen offenbar wenige. „Vielen Verkehrsteilnehmern ist das richtige Verhalten im Stau nicht bekannt“, sagt Carl-Eugen Metz vom Vorstand des Autoclubs ADAC Württemberg. Die Regeln seien „offenbar noch nicht so in den Köpfen“, sagt auch Michael Klump, Sprecher der Mannheimer Polizei. Zahlen zu Verstößen etwa auf der chronischen Staustrecke A6 gebe es zwar nicht, ungenügende Rettungsgassen sorgten aber immer wieder für Behinderungen. 

Welche Strafen drohen? 

Verstöße gegen die Pflicht zur Bildung der Rettungsgasse sind seit Ende Oktober vergangenen Jahres mit bis zu 320 Euro Bußgeld und zwei Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg belegt. Bei einer Behinderung oder Gefährdung der Einsatzfahrzeuge droht gar ein Monat Fahrverbot. Die Strafen wurden erst im Jahr 2017 erhöht. Bis dahin lag das Bußgeld bei 20 Euro. Es hatte häufiger Beschwerden von Rettungskräften gegeben, sie würden bei der Arbeit behindert - durch Gaffer, aber auch durch unaufmerksame Autofahrer. Werden die Regeln für die Rettungsgasse auch unterrichtet? Die Verhaltensregeln sind fester Bestandteil des Theorieunterrichts und werden bei den Fahrstunden geübt, wie Jochen Klima, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg, versichert. Die Rettungsgasse sei auch im amtlichen Fragenkatalog für die theoretische Prüfung enthalten.

Auch in Rheinland-Pfalz gibt es seit Ende 2017 die Aktion „Rettungsgasse“, in deren Rahmen Großkontrollen auf den Autobahnen stattfinden:

Polizei macht Jagd auf Rettungsgassen-Blockierer

dpa/kab

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