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Mannheim/Region: Brand in Freizeitbad, Unfälle, Verletzte – zahlreiche Silvester-Einsätze

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Von: Josefine Lenz

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Ein Mann mit einem Sektglas in der Hand, schaut einem Feuerwerk vom Balkon zu.
Rhein-Neckar-Region: So verlief die Silvesternacht (Symbolfoto) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Kira Hofmann

Wie jedes Jahr ereignen sich an Silvester mehrere Einsätze. Feuerwehr und Polizei ziehen wenige Stunden ihre Bilanzen. So ist der Jahreswechsel in der Rhein-Neckar-Region verlaufen:

Das Jahr 2021 verabschiedet sich und 2022 wird eingeläutet. Allerdings findet der Jahreswechsel in der Rhein-Neckar-Region wieder unter strengen Corona-Auflagen statt. Große Partys, viel Böllerei um Mitternacht und Menschenmassen in den Innenstädten sind deshalb kaum anzutreffen. Die hiesigen Polizeistationen ziehen wenige Stunden nach Silvester ihre Bilanzen. Ein Überblick über die ersten Einsätze:

Silvester: Brand in Freizeitbad – Feuerwehr Weinheim rückt sofort aus

Weinheim: Zum ersten Einsatz im neuen Jahr muss die Abteilungen Lützelsachsen-Hohensachsen und Stadt gemeinsam ausrücken. Aus bisher ungeklärter Ursache kommt es gegen 4:10 Uhr an Neujahr zu einem Zimmerbrand in einem Freizeitbad in der Waidallee. Das dort eingesetzte Reinigungspersonal stellt das Feuer in einer Massage-Kabine fest, alarmiert die Freiwillige Feuerwehr und kann durch erst Löschversuche den Brand unter Kontrolle bringen. Die Feuerwehr übernimmt die Einsatzstelle, während die Ersthelfer mit Verdacht einer Rauchvergiftung vom Rettungsdienst betreut werden. Nach kleineren Nachlöscharbeiten und einer abschließenden Brandnachschau mit einer Wärmebildkamera ist das Feuer aus. Um den betroffenen Bereich zu entrauchen wird ein Hochdrucklüfter eingesetzt. Nach bisherigen Erkenntnissen waren aus bisher unbekannter Ursache ein Wäschekorb mit Handtüchern und ein Drehstuhl in Brand geraten. Die Reinigungskräfte, welche das Feuer selbstständig löschten, erleiden leichte Atemwegsreizungen. Da die Wand und Holzdecke des Raumes ebenfalls durch den Brand beschädigt wurden, beläuft sich der Sachschaden auf mehrere zehntausend Euro. Ein Brandermittler des Polizeireviers Weinheim übernimmt die weiteren Ermittlungen zur Brandursache.

Die Abteilung Oberflockenbach muss in der Nacht auf Silvester zur Unterstützung der Polizei in den Wehlingweg anrücken. Nach einem Einbruch unterstützten die Einsatzkräfte bei der Eigentumssicherung. Trotz der Einsätze zieht die Feuerwehr Weinheim eine positive Bilanz. „Keine Einsätze, keine Menschen, die gerettet werden mussten und eine ruhige Silvesterfeier im Kreise der Familie, so entspannt kommen die Frauen und Männer unserer Freiwilligen Feuerwehr gerne ins neue Jahr“, so Feuerwehrkommandant Bernd Meyer. Kleinbränden, wie zum Beispiel Mülltonnenbrände und Heckenbrände, ab dem Verkaufsbeginn über den Jahreswechsel wie in den Jahren zuvor gibt es ebenfalls nicht.

Silvester in Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis: Unfälle, Brände, Ansammlungen – über 550 Einsätze

Heidelberg: Bis 23:45 Uhr sind rund 500 Besucher im Bereich der „Alten Brücke“ festzustellen. Um die pandemiebedingten Mindestabstände gewährleisten zu können, wird der Zugang zu dieser kurzzeitig gesperrt. Nachdem gegen 0:15 Uhr bereits deutliche Abwanderungsbewegungen einsetzten, kann die Sperrung zeitnah wieder aufgehoben werden. Bereits gegen 2 Uhr sind kaum mehr Personen im innerstädtischen Bereich festzustellen.

Rhein-Neckar-Kreis: Auch im übrigen Rhein-Neckar-Kreis werden die geltenden Allgemeinverfügungen der jeweiligen Städte und Gemeinden von der großen Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen. In der Silvesternacht registriert die Polizei rund 559 Einsätze.
Insgesamt werden 140 Fahrzeuge und 266 Personen kontrolliert.

In der Zeit zwischen 0 Uhr und 6 Uhr rückt die Polizei zu insgesamt 62 Unfällen aus, wobei 10 Personen verletzt werden. In Hockenheim rennt um kurz nach Mitternacht ein 7-jähriges Kind aus einer Hofeinfahrt über die Fahrbahn in der „Obere Hauptstraße“. Ein 24-jähriger Fiat-Fahrer kann trotz eingeleiteter Vollbremsung einen Zusammenstoß mit dem Kind nicht mehr verhindern. Das Kind wird leicht verletzt und mit einem hinzugerufenen Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Neben Verkehrsunfällen ist die polizeiliche Einsatzlage, unter anderem auch von 57 Ruhestörungen, 27 Streitigkeiten und mehreren Körperverletzungen geprägt sowie von 10 Sachbeschädigungen und mehreren kleinen sowie zwei größeren Bränden. In Schönau beschädigen Unbekannte am Marktplatz einen Briefkasten der Deutschen Post und in Schriesheim beschmieren ein oder mehrere Täter eine Mauer am „Weinbergweg“ mit schwarz/oranger Farbe. In Hockenheim und Heidelberg rücken Polizei und Feuerwehr aus, nachdem dort jeweils Mülltonnen in Brand geraten sind.

Silvester-Bilanz in Mannheim: Zahlreiche Einsätze in der Quadratestadt

Mannheim: Die Entnahme einer Blutprobe und die Sicherstellung seines Führerscheins ist das Ergebnis der auffälligen Fahrweise eines 30-jährigen Mannheimers. Dieser nimmt in Bobenheim-Roxheim einem Streifenwagen in der Silvesternacht gegen 2:10 Uhr zunächst die Vorfahrt und beschleunigt anschließend auf mehr als das Zweifache der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Im Rahmen der Verkehrskontrolle wird bei dem Autofahrer ein Alkoholwert von 0,94 Promille sowie weitere alkoholbedingte Ausfallerscheinungen festgestellt. Der Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln stellt eine Hauptunfallursache dar. Gegen den unter Alkoholeinfluss stehenden Mann wird ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet. Der Führerschein wurde sichergestellt. In Mannheim werden außerdem im Laufe der Silvesternacht mehrere betrunkene Fahrer festgestellt.

Freitagnacht gegen 22:10 Uhr stellen Beamte aus Mannheim einen 35-Jährigen im Luisenring fest, der gerade öffentlich uriniert. Bei einer durchgeführten Personenkontrolle stellt sich heraus, dass der Mann zur Festnahme aufgrund einer Ersatzfreiheitsstrafe ausgeschrieben ist. Zudem führt er eine geringe Menge Kokain mit sich. Da der 35-Jährige die geforderte Geldsumme nicht zahlen kann, wird er in ein Gefängnis eingeliefert. Zudem wird durch das Polizeirevier Mannheim-Neckarstadt wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen den Mann ermittelt.

An denen in der Allgemeinverfügung der Stadt Mannheim genannten Verkehrs- und Begegnungsflächen, wie „Wasserturmanlage“ und „Plankenkopf“, halten sich in der Spitze über 400 Personen auf. Mithilfe der eingesetzten „Kommunikations-Teams“ der Polizei sowie deren Lautsprecherdurchsagen wird frühzeitig auf die geltenden Regelungen hingewiesen. Die Verbotsbestimmungen werden daraufhin weitestgehend eingehalten. Lediglich gegen vereinzelte Personengruppen werden Platzverweise ausgesprochen, da sich diese, trotz wiederholter Ansprache, nicht an die geltenden Regelungen halten wollen.

An der Ecke Wasserturmanlage/Friedrichsring werden die Einsatzkräfte kurz nach Mitternacht auf einen 23-Jährigen aufmerksam, der mit einer Schreckschusspistole mehrere Schüsse in die Luft abfeuert. Im Rahmen der Personenkontrolle stellt sich heraus, dass der junge Mann nicht im Besitz einer waffenrechtlichen Erlaubnis ist und zudem ein Vollstreckungshaftbefehl gegen ihn besteht. Nach Zahlung der Geldstrafe kann der junge Mann seine Inhaftierung gerade noch abwenden. Die Schreckschusspistole wird sichergestellt. Ähnlich ergeht es auch einem 52-Jährigen, der gegen Mitternacht auf Höhe „Alter Meßplatz“ mehrere Schüsse in die Luft abfeuert. Auch er führt verbotswidrig zwei Schreckschusspistolen mit sich. Die Waffen werden sichergestellt. Gegen beide Männer wird nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Der Zugang zur „Kurpfalzbrücke“ wird gemeinsam mit dem BOD der Stadt Mannheim kontrolliert und das Mitführen von Feuerwerkskörpern und Alkoholika, gemäß der Allgemeinverfügung, konsequent unterbunden. Verstöße können auch hier nur vereinzelt festgestellt werden. In Mannheim schlagen Unbekannte außerdem die Schaufensterscheibe eines Limousinenverleihs in der Hafenbahnstraße ein und verursachen rund 4.000 Euro Sachschaden.

Im Stadtteil Neckarstadt-Ost werden die Rettungskräfte verständigt, nachdem kurz nach Mitternacht ein Feuerwerkskörper das Stoffdach eines Cabrios entzündet und einen Schaden in Höhe von rund 8.000 Euro verursacht.

Silvester in der Rhein-Neckar-Region: Polizeipräsident zieht postive Bilanz

„Ich bin mit der Silvesternacht sehr zufrieden. Die Mitbürgerinnen und Mitbürger mussten zum Jahreswechsel erneut pandemische Einschränkungen hinnehmen. Erfreulicherweise zeigte der Großteil der Bevölkerung aber Verständnis für die geltenden Corona-Regelungen und startete verantwortungsvoll und umsichtig in das neue Jahr“, so der Polizeipräsident Siegfried Kollmar. „Auch in den Innenstädtn blieb es, bis auf wenige Ausnahmen, ruhig. Nur vereinzelt waren die Einsatzkräfte gezwungen, gegen Störer, welche die bestehenden Regelungen bewusst missachteten und sich rücksichtslos über die behördlichen Auflagen hinwegsetzten, einzuschreiten.“ (pol/jol)

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