Alarmierende Zahlen

Immer mehr Notrufe wegen sexueller Gewalt im Internet!

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Viele junge Mädchen sind sich der Gefahr des Veröffentlichen von Nacktbildern im Internet gar nicht bewusst...

Das Thema "Gewalt im oder per Internet" wird in der heutigen Zeit -  begleitet von jeglichen sozialen Netzwerken und Kommunikationsseiten – leider immer präsenter...

Junge Mädchen "posten" freizügige Fotos von sich, die dann gegen ihren Willen im Internet verbreitet werden, Männer schicken jungen Frauen Bilder ihrer Geschlechtsteile, es kommt zu ungewollten Treffen oder sogar zu Vergewaltigungen. Dies sind die tiefdunklen Schatten über der Fassade des sonst so nutzreichen Internets und immer häufiger Beispiele aus der Realität. 
Für Frauen die in solch eine schlimme Situation geraten, gibt es eine Notrufnummer in Rheinland-Pfalz die jederzeit erreichbar ist. 

Vertreterinnen der Landesarbeitsgemeinschaft in Ludwigshafen zeigen eine erschreckende Zahl der Notanrufe die im Vergangenen Jahr eingingen: 1277 Frauen und Mädchen sowie 823 Bezugspersonen riefen wegen sexueller Gewalt per Internet an! Meist sind es noch sehr junge Mädchen, die aus ihrer misslichen Lage keine Ausweg mehr sehen. 

Auch andere Städte wie Heidelberg nehmen dieses Thema sehr ernst:

Beim Besuch des Heidelberger Frauennotrufs in der Bergheimer Straße 135 (v.l.): Johanna Jörger vom Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, Psychologin und stellvertretende Leiterin Susanne Falk vom Frauennotruf, Bürgermeister Wolfgang Erichson, Eva-Maria Eberl vom Vorstand des Frauennotruf und die Pädagogin Renate Kraus, die den Frauennotruf leitet.

Das Thema trifft in Heidelberg auf viel Unterstützung! Der Frauennotruf Heidelberg feierte im vergangenen Jahr den 35. Geburtstag. Der Verein besteht aus drei ehrenamtlich tätigen Vorstandsfrauen, vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, drei Aushilfen und vielen weiteren ehrenamtlichen Frauen. „Pro Woche führen wir im Schnitt 20 Beratungsgespräche, zudem sind wir mit Workshops und Elternabenden in der Prävention aktiv“, berichtet die Leiterin Renate Kraus, „Eine gute Unterstützung von Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, ist nur in einem guten Netzwerk von Beratungsstellen, Politik und Verwaltung leistbar. Es ist ein Glück, dass das Thema in Heidelberg einen hohen Stellenwert hat und auf viel Unterstützung trifft.“ Bürgermeister Erichson sagte: „Wenn aus Ihrer Erfahrung aufgrund der zunehmenden Sexualisierung der Gesellschaft immer mehr Jugendliche und junge Frauen Hilfe suchen, ist das ein Signal, dass wir noch mehr mit Schulen kooperieren müssen.“ Die Stadt Heidelberg unterstützt den Frauennotruf seit 1992 finanziell. 2013 hat der Verein knapp 200.000 Euro Zuschüsse erhalten.

Neues Angebot ab Herbst: Ein neues Angebot ab Herbst wird die muttersprachliche Beratung auf türkisch sein. Jeden Montag von 16 bis 18 Uhr berät Sozialpädagogin und -wissenschaftlerin Elif Disli-Gülcalar Betroffene in türkischer Sprache. Stärker in den Fokus rückt außerdem die sexualisierte Gewalt an geistig- und lernbehinderten Frauen. Der Aufbau eines Netzwerks soll dabei helfen, zu informieren, zu sensibilisieren und die vergleichsweise hohen Hemmschwellen abzubauen. Großes Thema beim Verein ist zudem der Umgang junger Menschen mit den neuen Medien. Aufklärungsarbeit will der Verein künftig auch über Facebook leisten. Ein weiteres Problem sind nach wie vor K.-o.-Tropfen. An Jugendliche und junge Erwachsene richtet sich das Projekt „Echt krass!“, eine interaktive Ausstellung, die der Frauennotruf vom 1. bis 17. Oktober 2014 nach Heidelberg holen wird.

Der Frauennotruf ist erreichbar unter Telefon 06221 183643 montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr oder per E-Mail an info@frauennotruf-heidelberg.de ; weitere Infos gibt es online unter www.frauennotruf-heidelberg.de


MANNHEIM24/HEIDELBERG24 meint: Das Internet sei mit Vorsicht zu genießen! Besonders junge Mädchen sollten darauf achten sich nicht zu freizügig im Internet zu zeigen und in Notfällen mit nächsten Bezugspersonen darüber reden oder eine solche Frauennotruf-Nummer zu wählen. 
dpa/nis

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