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Das Leben in der Flüchtlingsunterkunft

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Schwetzingen - 2.400 Flüchtlinge sind derzeit im Rhein-Neckar-Kreis untergebracht. Doch was erzählen eigentlich die Mitarbeiter über ihren Arbeitsalltag? Und wie geht es den Flüchtlingen?

HEIDELBERG24 hat sich in der Gemeinschaftsunterkunft Schwetzingen umgesehen. Dort arbeiten vier Verwaltungsangestelllte, vier soziale Betreuer, drei Hausmeister und zahlreiche ehrenamtliche Helfer. 

Kathrin ist seit April 2014 dabei. Sie leistet eigentlich Verwaltungsarbeit. Doch man merkt, dass sie der Ansprechpartner für viele Sorgen und Nöte der Flüchtlinge ist. Sie kann nicht fünf Meter laufen ohne dass sie jemand anspricht. Kinder stürmen auf sie zu und wollen mit ihr spielen.

Was ist das schwierigste an Ihrem Job? 

Die Verwaltungsarbeit mit den Leben vor Ort in Einklang zu bringen. Es fällt immer so viel Büroarbeit an. Wir machen ja auch die Antragsbearbeitung. Aber ich möchte ja auch für die Menschen da sein. 

Was war der schönste Moment in der Flüchtlingsunterkunft? 

Oh da muss ich überlegen. Da gab es so viele. (Sie lächelt) Wenn Babys geboren werden und die Familie feiert. Oder unser Sommerfest, das ein Arbeitskreis organisiert hat. Da haben sich alle sehr gefreut. 

Während wir mit Kathrin sprechen, kommt ein Mann aus dem Klassenzimmer, in dem gerade ein Deutschkurs stattgefunden hat. Er umarmt sie und die Beiden unterhalten sich kurz. Sein Deutsch ist schon ziemlich gut. Als er gegangen ist erklärt Kathrin: „Er hat die Unterkunft eigentlich schon verlassen. Schön, dass er trotzdem noch zum Deutschkurs kommt. Er kommt aus Afghanistan und war 24 Monate hier. Ich merke oft, dass die Flüchtlinge ein wenig distanziert sind. Wenn sie aber ausgezogen sind, umarmen sie einen dann auch mal.

Wir lernenRinesa kennen, ein 13-jähriges Mädchen aus dem Kosovo. Sie fragt Kathrin ob ihre Familie bald ausziehen kann. Das Mädchen erzählt uns in einer Mischung aus deutsch und englisch von ihrem schwerkranken Bruder. Er sei 11 Jahre alt und habe einen Gehirntumor und Metastasen im Rücken. Im Kosovo konnte er nicht behandelt werden. Die Ärzte dort sagten, dass er es nicht schaffen würde. Also ist die Familie nach Deutschland gekommen. Der Junge läge gerade im Krankenhaus in Karlsruhe. Dort wird er auch seinen Geburtstag verbringen. Wie schon den letzen auch. 

Wir fragen Rinesa: Gefällt dir Deutschland? 

Ja, Deutschland ist schön. Aber hier ist es zu laut.

Wie war es im Kosovo zu leben?

Ich war gerne in der Schule. Gut in Mathe. Anderen Kindern geholfen. Hier ist es schwer, weil ich nicht alles verstehe.

Der Hausmeister zeigt uns die Küchen und Gemeinschaftsräume. „Mir ist aufgefallen, dass die Flüchtlinge die Räume getrennt nutzen. Sie haben sie selbst so aufgeteilt: Die einen Räume werden von den Afrikanern genutzt und die anderen von den Personen, die aus dem Balkan stammen“, berichtet er. 

Wie kommunizieren Sie mit den Flüchtlingen? 

Och mit Hand und Fuß, ein bisschen Englisch. Die Afrikaner können meist ganz gut Englisch. Und es ist bemerkenswert, wie schnell sie alle Deutsch lernen. Ich fahr seit 20 Jahren nach Spanien und kann nicht so gut Spanisch wie die Deutsch. Und das schon nach wenigen Wochen!

Worüber ärgern Sie sich am meisten? 

Wenn manche meinen, meine Arbeit kaputtmachen zu müssen. Wie letztens. Ich bau eine neue Küche ein, einen Tag später sind alle Kabel durchgebrannt, weil sie alle Öfen auf volle Pulle gestellt haben. Manchmal schneiden sie auch Kabel einfach durch oder reißen sie raus. Ich versteht das nicht. Dann repariere ich die Küche und zack – schon wieder kaputt! Jetzt sehe ich es auch nicht mehr ein. Dann haben sie halt ne Küche weniger. 

Wir besuchen eine Familie aus Serbien. Silwana und ihre Tochter Selma sind gerade da. Das Zimmer ist pikobello aufgeräumt. Sie sind seit neun Monaten in der Unterkunft. Silwana erzählt uns mit der Unterstützung ihrer siebenjährigen Tochter: „Ich bin sehr froh, dass wir in Deutschland sind, aber ich kann nicht mehr. Es ist so laut. Um 2 Uhr nachts spielen unsere Nachbarn noch laute Musik. Keiner kann schlafen. Ich hoffe wir bekommen bald eine eigene Wohnung. Ich und mein Mann wollen auch arbeiten.“

kp

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