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„Besorgniserregender Wert“: Zahlreiche Schulen in BW unterversorgt – Verband schlägt Alarm

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Von: Daniel Hagen

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Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) schlägt Alarm wegen der Lage an Schulen in Baden-Württemberg. Demnach arbeiten viele bereits im Notbetrieb und sind unterversorgt!

Eine Studie des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) zeigt aktuell ein schlimmes Bild für Baden-Württemberg. Demnach laufen zahlreiche Schulen in Südwesten bereits im Notbetrieb. Der Verband schlägt daher Alarm, weil das Versprechen einer „verlässlichen Grundschule“ an zahlreichen Orten gebrochen werde! Eine Besserung des Zustands ist unterdessen nicht in Sicht.

Verband schlägt Alarm – Schulen in Baden-Württemberg im Notbetrieb

Der VBE hat in einem Zeitraum vom 22. bis 27. September – also rund zwei Wochen nach dem Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg – eine Umfrage durchgeführt. An dieser haben landesweit 884 Schulen teilgenommen. Dabei handelt es sich um 554 Grundschulen, 229 Schulen der Sekundarstufe 1 sowie 92 Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren. Obwohl die Erhebung nicht repräsentativ ist, ist sie trotzdem besorgniserregend.

So haben viele Schulen kurz zu Beginn des neuen Schuljahrs bereits dramatische Probleme, die planmäßigen Unterrichtsstunden abzudecken. „Viele dieser Schulen sind längst im Notbetrieb angekommen“, warnt der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand. Laut der Studie sei zum Beispiel jede fünfte Grundschule (19 Prozent) in Baden-Württemberg deutlich unterversorgt. Die Einrichtungen hätten mit einem Versorgungsgrad von unter 90 Prozent zu kämpfen – für Brand ein „besorgniserregender Wert“.

Schulen in Baden-Württemberg haben Probleme, alle Fächer anzubieten

Rund 10 Prozent der Grundschulen, 20 Prozent der weiterführenden Schulen und 40 Prozent der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren haben nach eigenen Angaben Probleme, den Regelbetrieb zu sichern! Besonders schlimm sieht es bei Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren aus. An vier von zehn Schulen könnten manche Haupt- oder Nebenfächer gar nicht mehr angeboten werden. Auch echo24.de berichtet darüber, wie sich der Lehrermangel in Baden-Württemberg auswirkt.

„Im Bereich der Sonderpädagogik sind diese Ergebnisse schlicht nicht mehr vertretbar“, sagte VBE-Chef Brand. Diese Probleme bestehen jedoch nicht nur in Baden-Württemberg. Laut einer Modellrechnung der Kultusministerkonferenz nimmt der Lehrermangel immer weiter zu. Bis zum Jahr 2035 könnten in ganz Deutschland rund 24.000 Lehrkräfte fehlen! Für den Herbst gibt es auch wieder neue Corona-Regeln an Schulen.

Umfrage zu Schulen in BW: Schulleiter fordern mehr Gehalt und kleinere Klassen

In der Umfrage der VBE fordert über alle Schularten hinweg eine Mehrheit von 50 bis 60 Prozent der Schulleitungen, auf bildungspolitische Großprojekte wie Ganztag und Inklusion zu verzichten. Um den Job der Lehrkräfte attraktiver zu machen, solle zudem das Gehalt der Grundschullehrkräfte erhöht, Klassen verkleinert und Deputate – die Anzahl der zu erbringenden Unterrichtsstunden – gesenkt werden. (dh mit dpa)

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