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Baden-Württemberg: Schulen und Kitas geschlossen – wie geht es danach weiter?

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Von: Daniel Hagen

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Baden-Württemberg - Die Ferien nähern sich ihrem Ende und tausende Schüler müssen zurück in die Schule – oder doch nicht? Aktuell wird darüber diskutiert, wie der Unterricht stattfinden soll.

Update vom 6. Januar, 13:13 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Beschlüsse von Bund und Ländern für eine Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns als „notwendig“ bezeichnet. „Und es ist, glaube ich, auch richtig, dass man erstmal den Präsenzunterricht an den Schulen nicht überall sofort wieder aufnehmen kann“, fügt die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin hinzu. Schulen seien vielleicht keine Treiber der Pandemie, sie seien aber Teil des Infektionsgeschehens. „Und in diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass man die gesundheitliche und die bildungspolitische Frage miteinander denkt.

Baden-Württemberg. Schulen und Kitas geschlossen – bis zu diesem Tag?

Update vom 6. Januar, 10:47 Uhr: Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die verlängerte Schließung von Schulen und Kitas, betont aber gleichzeitig, dass es ab dem 18. Januar eine neue Regelung geben soll. Demnach fordert die GEW, dass ab dann ein Wechselunterricht an allen Schulen stattfinden soll. Es müsse außerdem mehr getan werden, um Schulen und Kitas zu schützen. Beispielsweise sollen Lehrer und Erzieher FFP2-Masken erhalten, Lüftungssysteme beschafft werden und eine Maskenpflicht für Erwachsene in Kitas und Grundschulen geben.

Zwischen Schulschließungen und Präsenzunterricht gibt es einen großen Graubereich, der eine ganze Bandbreite an sinnvollen Lösungen ermöglicht“, sagt Monika Stein, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Freiburg.

Winfried Kretschmann hat am Dienstag die neuen Regelungen für Schulen vorgestellt. Diese lauten:

Baden-Württemberg: Schulen und Kitas bleiben zu – wann sie frühstens wieder öffnen dürfen

Update vom 5. Januar, 20:30 Uhr: Es ist offiziell – Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Das bestätigt Winfried Kretschmann ab Abend in deiner Pressekonferenz. Alle Klassen mit Ausnahme der Abschlussklasse müssen weiterhin Fernunterricht betreiben. Kitas können – wenn es die Zahlen zulassen – ab dem 18. Januar wieder öffnen. Eine Entscheidung wird rechtzeitig getroffen.

Update vom 5. Januar, 19:25 Uhr: Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, dass der Lockdown bis zum 31. Januar andauern wird. Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Ein Statement von Winfried Kretschmann für Baden-Württemberg steht noch aus. Er will sich noch im Laufe des Abends melden.

Update vom 5. Januar: Bei der heutigen Corona-Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel dürfte der Schul-Lockdown der größte Diskussionspunkt sein. Unterdessen sollen die Bundesländer nach dem Willen der Kultusminister*innen selbst entscheiden können, wann sie mit einer Teilöffnung der Schulen beginnen. Bei der Kultusministerkonferenz am Montag (4. Januar) wurde hierfür ein Stufenplan für die Öffnung der Schulen diskutiert:

Weitere Details zum Rückkehr in den Schulalltag gibt es noch nicht. Das weitere Vorgehen werden am Dienstag ab 13 Uhr die Länderchefs gemeinsam mit Kanzlerin Merkel diskutieren.

Schule in Baden-Württemberg: Bleiben sie weiter geschlossen?

Erstmeldung vom 4. Januar: Ab Freitag (9. Januar) enden in Baden-Württemberg offiziell die Weihnachtsferien. Normalerweise kehren die Schüler im ganzen Land wieder in die Schulen zurück und erzählen dort von ihren Erlebnissen an Weihnachten und Silvester – doch nicht dieses Jahr. Das Coronavirus hat die Welt auch zu Beginn des Jahres 2021 noch fest im Griff. Zudem gibt es bis voraussichtlich 10. Januar einen bundesweiten Lockdown und eine Ausgangssperre. Die Diskussion darüber ist groß, ob die Schüler nun in den Klassenräumen oder in den eigenen vier Wänden unterrichtet werden sollen.

Schule in Baden-Württemberg: Landeselternbeirat fordert Wechselunterricht

Dass am Montag (11. Januar) tausende Schüler und Lehrer wieder in den Schulgebäuden sitzen und bei offenem Fenster lernen, ist bei den aktuellen Inzidenz-Zahlen eigentlich unvorstellbar. Wenn es nach der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann geht, soll es aber so sein. Die 56-Jährige will, dass wieder Präsenzunterricht betrieben wird – auch, falls Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Minister am 5. Januar eine Verlängerung des bundesweiten Lockdowns verkünden.

Mit dieser Forderung sorgt Eisenmann für massiven Gegenwind aus allen Richtungen. So spricht sich der Landeselternbeirat in Stuttgart gegen eine schnelle Rückkehr in regulären Schulbetrieb aus. Es sei aus Infektionsschutzgründen nicht zu verantworten, dass Grundschüler ab dem 11. Januar wieder zurück ins Schulgebäude müssen, wie Silke Pantel vom Landeselternbeirat erklärt. Nur mit einer Maskenpflicht für untere Klassen und Wechselunterricht sei die Maßnahme möglich. Susanne Eisenmann sieht den Wechselunterricht aber als „existentiellen Fehler.“

Schule in Baden-Württemberg: Kultusminister diskutieren über weiteres Vorgehen

Bereits am Montag (4. Januar) treffen sich die Kultusminister der Länder, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Grundsätzlich war die Haltung der Kultusminister in der Vergangenheit, die Schulen so schnell wie möglich wieder zu öffnen, damit Schüler möglichst wenig Nachteile haben. Die Bildungsminister diskutieren daher über einen möglichen Stufenplan sowie eine Verlängerung des Schul-Lockdowns mit Ausnahme von Abschlussklassen und Grundschulen.

Susanne Eisenmann bekräftigt erneut ihre Forderung, Kindergärten und Grundschulen ab dem 11. Januar wieder zu öffnen. „Es gibt viele Kinder - vor allem aus sozial schwächeren Verhältnissen -, die beim Lernen leider keine Unterstützung ihrer Eltern erhalten“, begründet die CDU-Politikerin ihre Entscheidung.

Schule in Baden-Württemberg: Brandbrief an Winfried Kretschmann

Vermutlich existieren kaum Arbeitsstätten, an denen sich 20 und mehr Menschen stundenlang so dicht gedrängt aufhalten wie in Schulgebäuden und insbesondere Klassenräumen“, meint der Vorsitzendes des Landeselternbeirats, Michael Mittelstaedt, in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Gerade an Grund - und Hauptschulen würden bis zu 30 Kinder auf engem Raum sitzen. „Kinder und Jugendliche tragen vermutlich nicht mehr oder weniger zum Infektionsgeschehen bei als andere Bevölkerungsgruppen. Sie können sich aber - bekanntermaßen - infizieren und eine Infektion auch weitergeben“, mahnt Mittelstaedt.

Auch die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlies Tepe, spricht sich für Wechselunterricht in kleinen Gruppen aus und fordert zur Eile, weil sich Schulen auf die Umstellung vorbereiten müssen. Selbst Bildungsministerin Anja Karliczek erklärt, dass eine vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht in allen Jahrgängen „nicht vorstellbar“ sei. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger plädiert sogar dazu, den eingeschränkten Präsenzbetrieb bis Ende Januar zu verlängern. Vorrangig sollten Grundschulkinder, Unterstufenschüler und Schüler der Abschlussklassen in den Wechselbetrieb zurückgeholt werden.

Schule in Baden-Württemberg: Umfrage unter Lehrern zeigt klares Ergebnis

Unterdessen hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) eine Umfrage unter mehr als 1.000 Lehrkräften durchgeführt. Eine deutlich größere Mehrheit – nämlich 86 Prozent – würde es bevorzugen, wenn Schulen selbst entscheiden dürften, ob sie bei hohen Inzidenzwerten am Ort auf Wechselunterricht umsteigen können. 55 Prozent der befragten Lehrkräfte sprechen sich für einen flächendeckenden Präsenz- und 45 Prozent für Wechselunterricht aus. In Rheinland-Pfalz hat bereits am Montag (4. Januar) der Fernunterricht wieder begonnen. Technische Probleme sorgen aber für Chaos.

Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand fordert, dass der landesweite Inzidenzwert die Richtschnur für Präsenz- oder Wechselunterricht sein müsse. „Das heißt, die Landesregierung definiert einen landesweiten Grenzwert, oberhalb des Wertes gehen die Schulen in den Wechselunterricht, unterhalb des Wertes in den Präsenzunterricht“, erklärt Brand. Sein Verband schlägt dabei einen Inzidenzwert von 50 als Grenze vor. Bei einer „deutlich anderen Situation“ sollte auf Kreisebene aber auch abgewichen werden können, damit ein großes Bundesland wie Baden-Württemberg mehr Spielraum habe, um auf die jeweilige Situation reagieren zu können. (dpa/dh)

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