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Schnaken-Plage am Rhein: So viele Stechmücken wie nie – doch Experte macht Hoffnung

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Von: Peter Kiefer

Speyer – Es summt an jeder Ecke – Stechmücken! Die Schnaken-Bekämpfer der KABS mussten aufgrund des Rhein-Hochwassers vor den Quälgeistern kapitulieren:

Alle Anwohner mit Flüssen, Bächen oder Seen in der Nähe können ein (Klage-)Lied davon singen: Stechmücken! Noch nie war es in unserer Region gefühlt so schlimm wie derzeit mit den lästigen Plagegeistern. Das fiese Summen der Schnaken abends beim Einschlafen bereitet den Menschen an Rhein und Neckar schlaflose Nächte. Die vielen Regentage teils mit Starkregen und das daraus resultierende Hochwasser haben ein Übriges dazu beigetragen, dass sich die Stechmücken wie verrückt vermehrt haben.

Dazu kommt: Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnaken-Plage (KABS) in Speyer hatte aufgrund der ungewöhnlich komplizierter Bedingungen, wie besagten Überschwemmungen, in diesem Sommer kaum eine Chance, die Stechmücken-Kolonien am Oberrhein und in den Rheinauen verhindern zu können. „In Sachen Stechmückenbekämpfung war es ein sehr schwieriges Jahr“, erklärt Dirk Reichle, der Wissenschaftliche Direktor der KABS gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

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Schnakenplage am Rhein: Biologe macht Hoffnung auf Ende

Doch es gibt Hoffnung für alle (potenziellen) Schnaken-Opfer: „Wir haben sieben Spitzen sehr erfolgreich behandelt – bei der achten stießen wir an unsere Grenzen. Bis Ende August, Anfang September dürfte der Spuk vorbei sein.

Falls man doch gestochen wird und eine juckende Rötung auf der Haut bekommt, gibt‘s einige Mittelchen im Handel, der angeblich dagegen helfen sollen. Doch der große Test von Mückensprays der Stiftung Warentest warnt sogar vor manchen Produkten, wie MANNHEIM24 berichtet.

Mücke sitzt auf Arm
Eine Stechmücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Hintergrund: Mehr als 90 Kommunen am Oberrhein in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg haben sich zur KABS zusammengeschlossen. Die Arbeit der Experten ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Hubschrauber aus verteilt die KABS dann den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der kleinen Blutsauger tötet.

Schnakenplage am Rhein: Stechmücken in letzter Juli-Woche geschlüpft

Reichle zufolge kam es im Bekämpfungsgebiet ab Juni zu zunehmenden Druckwasserbildungen landseits der Dämme, und die Hochwasserspitze in der zweiten Juli-Hälfte überschwemmte die Rheinauen bis zum Hauptdamm. „Dieser Spitze ging drei Tage zuvor eine kleinere Spitze voraus, bei der es bereits zum Massenschlupf von Auwald- und Wiesenstechmücken gekommen war. Eine Bekämpfung war unmöglich – das steil ansteigende Wasser hätte den Wirkstoff infolge der Strömungsverhältnisse abtransportiert, ohne Wirkung zu zeigen“, sagte der Biologe.

Schnakenbekämpfung am Oberrhein
Für Schakenjäger ist schon wieder Hochsaison. (Archivfoto) © Patrick Seeger/dpa - Bildfunk

Die Larven der Stechmücken seien in der letzten Juli-Woche geschlüpft. „Sie leben etwa sechs Wochen, wobei sie sich von Woche zu Woche auf ein größeres Areal verteilen.“ Die Belästigung der Menschen in den Anliegergemeinden des Rheins durch Stechmücken werde Schritt für Schritt abnehmen, zeigte sich der Wissenschaftler zuversichtlich. (dpa/pek)

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