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Sandhausen: Frau verstößt gegen Corona-Regeln – und beschimpft Bürgermeister rassistisch

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Von: Daniel Hagen

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Eine Frau beleidigt und bedroht den Bürgermeister von Sandhausen über soziale Medien. (Symbolfoto) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Sandhausen - Derzeit wird gegen eine Frau ermittelt, die den Bürgermeister Hakan Günes fremdenfeindlich beleidigt haben soll. Zuvor hat sie massiv gegen die 2G-Regeln verstoßen.

Politiker und Journalisten haben es aktuell nicht leicht. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie Ende 2019 hat Hass gegen diese Gruppen massiv zugenommen. Gerade Querdenker und Verschwörungsideologen haben sich gegen sie eingeschossen und gehen auf ihren Demos oft mit Gewalt und Aggression vor. Mittlerweile wird sogar dazu aufgerufen, sich als Gruppe mit Fackeln vor die Häuser von Politikern zu stellen und ihnen damit Angst zu machen. Auch Beleidigungen in den sozialen Netzwerken gehören mittlerweile zum Alltag. Doch das Internet ist kein rechtsfreier Raum, weshalb immer mehr Menschen für ihre Posts gerade stehen müssen – so auch eine Frau aus Sandhausen.

NameSandhausen
Fläche14,55 km²
Bevölkerung14.338 (31. Dez. 2008)
BürgermeisterHakan Günes (CDU)

Sandhausen: Bürgermeister Hakan Günes massiv bedroht und beleidigt

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizeidirektion Heidelberg ermitteln derzeit gegen eine Frau aus Sandhausen. Es geht um den Anfangsverdacht der Volksverhetzung, der Bedrohung, der Verleumdung und der Beleidigung. Die Betreiberin einer Gaststätte in der 14.000-Seelen-Gemeinde soll am Sonntag (9. Januar) in den sozialen Medien den im Mai neu gewählten Bürgermeister Hakan Günes verleumdet, fremdenfeindlich beschimpft und bedroht haben! Was genau sie geschrieben hat, wird von der Staatsanwaltschaft nicht erwähnt.

Doch nicht nur der Bürgermeister erntet den Hass der Frau. Auch mehrere Beamte des Polizeireviers Wiesloch erhalten eine Gewaltandrohung. Woher die Wut kommt, ist den Ermittlern allerdings klar. Denn am frühen Sonntagmorgen ist eine Streife der Polizei zu der Gaststätte gerufen worden, deren Inhaberin die Frau ist. Es besteht der Verdacht, dass in dem Laden die durch die in Baden-Württemberg geltende Alarmstufe ignoriert wird. Das bedeutet, dass gegen 0:30 Uhr weiterhin gefeiert wird, obwohl eigentlich ab 22:30 Uhr alle Gaststätten geschlossen sein müssen.

Sandhausen: Gaststätten-Betreiberin wird erwischt – und bedroht Bürgermeister

Als die Beamten an der Gaststätte eintreffen, ist die Eingangstür verschlossen – obwohl der Laden augenscheinlich in Betrieb ist. Aus diesem Grund wird die Feuerwehr dazugeholt und verschafft sich mit Werkzeug Zugang zum Gebäude. Darin befinden sich die Betreiberin mit acht weiteren Personen, deren Personalien aufgenommen werden. Gegen alle wird wegen des Verdachts von Verstößen gegen die geltenden Coronaregeln ein Verfahren eingeleitet. Zudem wird noch ermittelt, inwiefern sich die Feiernden an die 2G-plus-Regeln gehalten haben.

Nur wenige Stunden später lässt die Frau ihrer Wut freien Lauf und beschimpft den gebürtigen Heidelberger Hakan Günes fremdenfeindlich. Nachdem der Post bekannt wird, ordnet die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Heidelberg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg die Durchsuchung der Gaststätte und der Privatwohnung der Beschuldigten an, um Beweise zu sichern. Wie ernst man Gewaltandrohungen gegen Politiker nehmen muss, zeigt auch der Fall von Dieter Gummer. Der Oberbürgermeister von Hockenheim wurde im Juli 2020 krankenhausreif geprügelt. Der Täter wurde niemals gefasst. (pol/dh)

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