1. Mannheim24
  2. Region

Nach Drama in Looping-Rutsche: Miramar-Mitarbeiter weist Schuld von sich

Erstellt:

Von: Josefine Lenz

Kommentare

Weinheim - Nachdem sich zwei Frauen in der Rutsche „Hurrican Loop“ verletzten, wird gegen einen Miramar-Mitarbeiter ermittelt. Er soll eine Strafe erhalten – doch der Angestellte wehrt sich:

Anfang November 2021 will eine Frau die Rutsche „Hurrican Loop“ nutzen, die jede Menge Action garantiert. Denn nach einem „nervenaufreibenden“ Countdown geht es erstmal 16 Meter im freien Fall abwärts und dann mit ordentlich Karacho in Richtung Wasser. Das Mirmar weist auf der Webseite darauf hin, dass die 123 Meter lange Rutsche nur für geübte Rutscher geeignet ist.

Dramatischer Rutsch-Vorfall im Miramar – zwei Badegäste verletz

Am 8. November passiert dann aber das Unglück: Der Badegast kommt nicht aus der Miramar-Rutsche raus! Grundsätzlich ist das keine besonders außergewöhnliche Situation. Wie das Miramar erklärt, bleiben jährlich 1.500 - 2.000 Badegäste im „Hurrican Loop“ stecken – verletzt wird dabei aber niemand.

Bei dem Vorfall im Herbst vergangenen Jahres zieht sich die Frau allerdings Verletzungen zu. Sie schafft den Looping nicht und sitzt in der Rutsche fest. Für über eine Stunde verharrt die Frau in der Wasserattraktion. Nach der langen Zeit rutscht eine zweite Besucherin den „Hurrican Loop“ und kollidiert mit der Frau in der Rutsche. Auch die zweite Besucherin verletzt sich dabei.

Eine Rutsche
Über eine Luke können Badegäste die Rutsche verlassen. © Miramar

Frauen verletzen sich in Looping-Rutsche – Miramar-Mitarbeiter erhält Abmahnung

„Wir bedauern den Vorfall sehr. Das Wohl unserer Gäste steht im Miramar über Allem. Wir wünschen der Dame eine baldige Genesung und stehen für einen Kontakt und Unterstützung gerne bereit“, betonte damals Miramar-Geschäftsführer Marcus Steinhart in einer Meldung. Ein Berater des Unternehmens macht zudem klar, dass die damals 43-Jährige zu keinem Zeitpunkt festgesteckt habe oder „gefangen“ gewesen sei. Die Frau hätte sich durch eine Luke befreien können.

Allerdings: Die Frau hat nun mal nicht alleine herausgefunden und der zuständige Miramar-Mitarbeiter hat nicht eingegriffen. Deshalb sei dieser beurlaubt worden und habe eine Abmahnung erhalten. Für die Staatsanwaltschaft Mannheim ist dies aber nicht genug – sie erhebt Anklage gegen den Mann.

Nach Drama in Looping-Rutsche – Miramar-Mitarbeiter muss sich verantworten

Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag (16. August) in einer Pressemitteilung berichtet, ist beim Amtsgericht Weinheim ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen beantragt worden. Dieser beläuft sich auf 60 Tagessätze.

Übrigens: Unser MANNHEIM24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Konkret heißt es in der Mitteilung: „Der Angestellte soll nach dem Ergebnis der Ermittlungen entgegen seiner Unterweisung nicht überprüft haben, ob die erste Besucherin die Rutsche verlassen hatte. Ansonsten hätte die Besucherin durch eine entsprechende Klappe aus der Rutsche befreit werden können. Bei der Wiederinbetriebnahme der Rutsche ca. eine Stunde später soll er es wiederum – auch insoweit entgegen der ihm bekannten Sicherheitsregeln – unterlassen haben, zu überprüfen, ob die Rutsche frei war.“

Miramar-Mitarbeiter weist Schuld von sich – endgültiges Urteil steht noch aus

Der Miramar-Mitarbeiter weigert sich jedoch gegen die Strafe. Er legt Einspruch ein, weshalb der Strafbefehl nicht rechtskräftig ist. Das Urteil gegen den Mann wird nun in einer Hauptverhandlung am Weinheimer Amtsgericht gefällt. Einen Termin dafür gibt es aber aktuell noch nicht, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mannheim erklärt.

Im Zusammenhang mit dem Miramar lief auch ein weiteres Ermittlungsverfahren: Ein 7-jähriges Mädchen geriet für kurze Zeit ins Wellenbad und musste aus dem Wasser gezogen werden. Sie lag mehrere Tage im Koma und ist mittlerweile verstorben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem tragischen Unfall aus. (jol/pm)

Auch interessant

Kommentare