Kolumne

„Ein paar ‚Poser‘, die sich in der Fressgasse rumtreiben.“

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Kolumne von Jana und Joe über Poser und Raser

Es gibt drei Dinge, die zum Frühlingsbeginn einfach dazugehören: Primeln, Pollen und Poser. Doch was steckt hinter dem Phänomen des protzigen Rasers? 

Ein Herz für ‚Poser‘?

Steig ein, ich will Dir was zeigen! Ein paar ‚Poser‘, die sich in der Fressgasse rumtreiben.“ Wir geben zu, dass wir Sidos Text ein wenig verändert haben. Aber Du weißt sicher wovon wir sprechen! Denn sobald die Temperaturen die 20 Grad-Marke knacken, sprießen die protzigen Autobesitzer genauso schnell aus ihren Garagen, wie die Blumen aus der Erde. Und in Mannheims Innenstadt blühen nicht nur Frühlingsgefühle auf – sondern manchmal auch abgrundtiefer Hass

Der Hass der Anwohner auf Maserati-Protzer, Möchtegern-Rennfahrer und die, die ihren 15 Jahre alten Fiat Punto so tunen, dass es sich von hinten anhört, als würde ein Traktor mit 100 Stundenkilometer über das Feld brettern. 

Doch der Ärger ist durchaus berechtigt! Erst 2017 demoliert ein damals erst 22-Jähriger die Fressgasse mit seinem Maserati. Da stellt sich auch die Frage, woher zum Teufel er die Kohle für die 97.000 Euro-Karre hatte? 

Auch die Polizei kennt das sogenannte ‚Poser‘-Problem. Bereits seit mehreren Jahren kontrollierten sie verstärkt alle dröhnenden Motoren und sogar eine eigene Ermittlungsgruppe wurde eingerichtet – mit Erfolg. Doch jedes Jahr werden immer wieder neue ‚Poser‘ volljährig, die die Alten, zur Vernunft gekommenen, scheinbar ersetzen. 

Das Balzverhalten der Poser 

Wenn wir uns die protzigen Poser genauer anschauen, erkennen wir viele Parallelen zur Tierwelt. Vor allem das Balzverhalten vieler männlicher Tiere ähnelt doch sehr stark den Mackern hinterm Steuer.

Während die Vögel ihr Gefieder putzen, polieren die Fahrer fleißig den Autolack bis alles blitzeblank ist. Anschließend steigen sie aufgepumpt und aufgeplustert in ihr Gefährt und ab geht es auf die Walz.

Nur der Stärkere gewinnt

Mit aufgemotzten Motoren und extralauten Auspuffen düsen sie auf den Straßen herum, um die ,Chicks’ zu beeindrucken. Oft sind das die Typen, die vor einer Frau plötzlich abbremsen, das Fenster herunterlassen und ein flottes „Na Baby, wo geht's denn hin?“ über die Lippen bringen. „Ich geh‘ kacken“ ist die beste Antwort auf solch eine Anmache – dann hat sich das Gespräch ganz schnell erledigt.

Wie wilde Hengste, die mit ihren Hufen fest auf den Boden stapfen, um den Konkurrenten zu beeindrucken, treten die Kerle auf ihr Gaspedal. Als gäb’s keinen Morgen mehr, geht dann die wilde Fahrt weiter, um ja der Erste und Coolste auf den Straßen zu sein.

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