„Beim Fluss is' Schluss“

Badeunfälle: So kannst Du sie vermeiden und sicher durch den Sommer schwimmen

Alleine im letzten Jahr sind 417 Menschen beim Baden in Seen und Flüssen ertrunken. Daher hat die DLRG Tipps veröffentlicht, damit Du sicher schwimmen gehen kannst.

  • Im Jahr 2019 sind 417 Menschen in Deutschland in Badessen und Flüssen ertrunken.
  • Die DLRG gibt Tipps, um sicher baden zu gehen.
  • An diese Regeln solltest Du Dich halten, wenn Du sicher baden gehen möchtest.

Sommerzeit ist Badezeit! Kaum ist die warme Jahreszeit zurück, da häufen sich Meldungen tragischer Badeunfälle. Laut einer Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sind im Jahr 2019 insgesamt 417 Menschen ertrunken. Rund 87 Prozent der Opfer kamen in Binnengewässern ums Leben. Denn oft erkennt man die Gefahren eines Sees nicht auf den ersten Blick. In den Gewässern gibt es ab einem bis zwei Metern Tiefe sehr oft eine deutlich kältere Wasserschicht. Der Temperaturunterschied liegt dann häufig mal bei zehn bis 15 Grad. Springt ein Mensch, der lange in der Sonne lag, ins Wasser, kann der Kälteschock den Kreislauf regelrecht lähmen! „Trotz des frühsommerlichen Wetters sind die Wassertemperaturen noch kühl. In dieser Zeit passieren viele Badeunfälle, da der Körper mit diesen Temperaturunterschieden zu kämpfen hat“, warnt die DLRG Anfang Juni.

Badeunfälle: Krämpfe, Kopfsprünge und Strümungen als Todesfalle

Es entstehen Muskelkrämpfe bis hin zur Ohnmacht. Außerdem ist in Seen unter der Oberfläche oft Pflanzenbewuchs vorhanden, in dem man sich verfangen kann. Schlimmstenfalls wird ein Schwimmer dadurch unter Wasser gezogen. Bei einigen Baggerseen fällt der Untergrund schon nahe des Randes sehr steil ab. Manchen Menschen wird das zum lebensbedrohlichen Verhängnis. Ebenso droht aber auch Gefahr, wenn das Wasser zu niedrig ist. Bei einem unüberlegten Kopfsprung kann es zu schweren Verletzungen oder sogar zum Genickbruch kommen!

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Vom Baden in Flüssen sollte gänzlich abgesehen werden. Grund dafür ist ihre starke Strömung. In dieser schwinden die Kräfte manchmal schneller als man denkt. Außerdem droht die Gefahr von Strudel- und Sogwirkungen, die auch einen guten Schwimmer leicht unter Wasser ziehen können. Und nicht nur das: Manch einer wird in Richtung der Fahrrinne gezogen, wo es dramatische Begegnungen mit Frachtschiffen geben kann. Die DLRG hat daher Grundregeln für das Baden und Schwimmen in Flüssen aufgestellt.

Vorsicht beim Baden: Seen können schnell gefährlich werden. (Symbolfoto)
  • Nicht an Buhnen und anderen Wasserbauwerken baden.
  • Nicht baden, wenn Berufsschiffe im Flussabschnitt unterwegs sind.
  • Niemals gegen die Strömung anschwimmen.
  • Kinder nicht alleine am Wasser spielen lassen und immer im Blick behalten.
  • Badeverbote beachten und nur dort baden, wo Rettungsschwimmer vor Ort sind.

Badeunfälle: Gefährliche Stunts und betrunken schwimmen gehen

Leider ist viel zu oft auch Alkohol eine Ursache für Unglücksfälle. Gerne wird am Ufer das ein oder andere Gläschen getrunken, was wenig später zum Verhängnis werden kann. Der Übermut steigt, die Hemmungen fallen und man traut sich deutlich mehr zu als man sollte. Der Blick für Gefahren ist benebelt. Außerdem sorgt Alkohol dafür, dass der Körper auskühlt und die Kräfte schneller schwinden. 

Das Schwimmen in aktiven Kiesgruben ist verboten und das hat auch gute Gründe: Maschinen, Kabel, Seile und Schläuche unter der Wasseroberfläche sind große Gefahrenquellen. Oftmals werden auch Schwimmbagger als Ersatzsprungturm missbraucht, obwohl knapp unter der Wasseroberfläche Anbauteile der Maschine liegen.

Eine Studie von Emnid zeigt, dass ein Viertel der Deutschen kaum schwimmen kann. Es ist nie zu spät: Selbst im Erwachsenenalter sollte man sich nicht scheuen, Schwimmkurse zu belegen. Nicht nur die DLRG, sondern auch viele örtliche Schwimmbäder bieten sowas an. Wegen Corona herrschen in Freibädern aktuell auch spezielle Regeln.

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Badeunfälle: So rettest Du Menschen vorm Ertrinken

  • Bevor Du ins Wasser gehst, solltest Du andere Badegäste informieren und beauftragen, den Notruf 112 zu wählen.
  • Du solltest das Opfer immer von hinten anschwimmen.
  • Ist es bei Bewusstsein, solltest Du beruhigend mit ihm sprechen. 
  • Mit dem sogenannten Achselschleppgriff ziehst Du es zum Ufer. Dazu schiebst Du Dich unter den Oberkörper des Opfers und legst beide Arme unter dessen Achseln. 
  • Ist das Opfer bewusstlos, legt der Rettungsschwimmer von hinten beide Hände unter dessen Kinn. Der sogenannte Kopfschleppgriff soll garantieren, dass Mund und Nase des Bewusstlosen über Wasser bleiben. 
  • An Land bringst Du das Unfallopfer in eine stabile Seitenlage und betreust es bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.
  • Falls ein bewusstloses Opfer nicht mehr atmet und kein Herzschlag zu fühlen ist, wendet der Retter die Herz-Lungen-Wiederbelebung an.

Doch auch bei einer Rettung ist Vorsicht geboten – denn aus dem Retter kann schnell selbst ein Opfer werden! So wie in Groß-Gerau, als eine Mutter ihren Sohn aus dem Rhein retten will und dabei selbst ertrinkt. Die DLRG empfiehlt daher, zuerst ein Hilfsmittel zuzuwerfen oder „nur“ den Rettungsdienst zu alarmieren. „Die schwimmerische Rettung ist die letzte Option", schreibt die Rettungsorganisation. Wichtig ist es erst zu denken und dann zu handeln. Die Eigensicherheit geht vor.

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Badeunfälle: Sicher schwimmen – so bringst du dich nicht in Gefahr

Schwimme immer parallel zum Ufer, dann ist der Weg ans Land im Notfall nicht so weit.

Schwimme in Begleitung: Falls es einem von euch plötzlich schlecht geht, ist die Gefahr, unbemerkt unterzugehen, deutlich geringer.

Sei nicht zu leichtsinnig: Schlechte Kondition, Alkohol, große Hitze, Krankheit – wenn Du durch äußere Umstände geschwächt bist, dann geh auch nicht schwimmen!

ant/dh

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