+
Die Mieten in der Heidelberger Bahnstadt werden vom neuen Gesetz nicht betroffen sein – Erstvermietungen nach 2014 gelten als Ausnahme.

„Bestellerprinzip“ gilt ab 1. Juni

Mietpreisbremse: Schluss mit teuren Maklergebühren!

  • schließen

Rhein-Neckar-Kreis – Nur in Berlin dürfen sich Mieter schon bald über die neue Mietpreisbremse freuen. Ab 1. Juni gilt aber noch ein weiteres Gesetz – und das gilt bundesweit mit Sofortwirkung.

Wenn Umziehen zum Luxus wird...

Gerade für neue Mietverträge erhöhen viele Vermieter kräftig die Kosten für das neue Heim. Mit der Mietpreisbremse, die bundesweit ab 1. Juni gelten soll, könnten die Länder dagegen vorgehen - doch viele lassen sich Zeit mit der Umsetzung des Gesetzes.

Ein Teil des Gesetzpakets wird jedoch ab 1. Juni auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gelten: 

Bislang schalten Vermieter gerne Makler ein, um Wohnungen zu vergeben – und reichen die Gebühren an den neuen Mieter weiter. Künftig soll das sogenannte Bestellerprinzip gelten, das besagt: „Wer bestellt, bezahlt.“ Das heißt, derjenige trägt die Kosten, der den Vermittler beauftragt hat – und das sind in der Regel die Vermieter. Andere Vereinbarungen sind ab dann unwirksam. Zudem soll ein Verstoß laut Justizministerium mit Bußgeldern bestraft werden.

Mietpreisbremse

In Baden-Württemberg geht die Mietpreisbremse spätestens im September an den Start. Derzeit werden die Gebiete mit einem „angespannten Wohnungsmarkt“ bestimmt. Dabei sind Groß- und Universitätsstädte im Fokus. Welche genau, dazu kann eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums auf Nachfrage derzeit gar keine Angaben machen. 

Ein Gebiet darf jedoch nur für höchstens fünf Jahre zu einem „angespannten Wohnungsmarkt“ bestimmt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Landesregierung darlegt, welche Tatsachen im Einzelfall dafür sprechen und erklärt, welche Maßnahmen sie im jeweils bestimmten Gebiet und Zeitraum ergreifen wird, um Abhilfe zu schaffen. Der Heidelberger Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss, würde eine Mietpreisbremse im Stadtgebiet begrüßen und hat die Landesregierung bereits darum gebeten, die Regelung auf eine Dauer von zehn Jahren zu verlängern.

Mietpreise in der Metropolregion

In Heidelberg beispielsweise wurden die Mieten in den meistgefragtesten Stadtteilen Neuenheim, Weststadt und Bergheim zwischen 2011 und 2013 im Schnitt um bis zu 40 Prozent erhöht (siehe Mietspiegel). 

In Mannheim ist der Mietspiegel anders aufgelistet – nach Wohnungsgröße, Baujahr und Ausstattung. Preisveränderungen für die einzelnen Stadtteile lassen sich daraus nicht ablesen. Ob die Mietpreisbremse auch dort gelten wird, ist fraglich.

Rheinland-Pfalz hat bereits Gebiete für die Mietpreisbremse festgelegt. Dazu zählen die drei Unistädte Mainz, Trier und Landau. In Ludwigshafen wird die Mietpreisbremse nicht eingeführt. Dort zahlen Mieter im Schnitt zwischen 4 und 5,50 Euro pro Quadratmeter. Auch hier können keine Unterschiede zwischen den Stadtteilen abgelesen werden.

Was bedeutet die Mietpreisbremse genau?

Sobald sie in Kraft tritt, würde die Mitepreisbremse dann folgendermaßen funktionieren:

Wird eine Wohnung frei, darf der Eigentümer sie nicht mehr beliebig teurer machen. Die neue Miete darf maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Das ist zum Beispiel im Mietspiegel nachzulesen. Kostet eine Wohnung bisher 5,50 Euro pro Quadratmeter und die ortsübliche Vergleichsmiete liegt bei 6 Euro, darf der Vermieter bis auf 6,60 Euro raufgehen – auch wenn er in dem Viertel eigentlich mehr rausholen könnte.

Ausnahmen gibt es aber auch: Die Bundesregierung will den dringend nötigen Neubau in den betroffenen Gebieten nicht abwürgen. Die Mietpreisbremse gilt daher nicht, wenn ab dem 1. Oktober 2014 gebaute Wohnungen erstmals vermietet werden. Genauso nach großen Modernisierungen. Die Miete muss außerdem nie gesenkt werden. Hat der Vormieter überdurchschnittlich viel gezahlt, darf das weiter verlangt werden.

sag

Mehr zum Thema

So schön war die ‚Eislauf-Gaudi‘ 2012

So schön war die ‚Eislauf-Gaudi‘ 2012

Fotos: Achtung, dünnes Eis!

Fotos: Achtung, dünnes Eis!

Mehrere Verletzte bei Unfall auf B39

Mehrere Verletzte bei Unfall auf B39

Kommentare