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Nach Randale in Neujahrsnacht – Polizei-Gewerkschaft redet Klartext über „Silvester-Chaoten“

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Von: Teresa Knoll

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Mannheim - An Silvester kam es mancherorts zu Ausschreitungen auch gegen Polizei und Feuerwehr. Thomas Mohr von der Polizei-Gewerkschaft Mannheim findet harte Worte zu den Vorfällen.

Nach Jahren, an denen die Menschen Silvester nicht mehr mit Raketen und Feuerwerk feiern durften, eskalierte es in vielen Städten in Deutschland zum Jahresende 2022, wobei sogar Polizeibeamte und Feuerwehrkräfte verletzt wurden. Thomas Mohr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mannheim, nimmt auf seiner Facebook-Seite kein Blatt vor den Mund und auch zu den Silvester-Vorfällen findet er klare Worte. Seine Forderung: Ein generelles Böllerverbot.

Polizei-Gewerkschafter über Silvester-Randale: Vor allem „junge Männer mit Migrationshintergrund“

Teilweise klingt Mohrs Stellungnahme aufwieglerisch, bedenkt man die Stimmung, die nach sogenannten Polizistenmorden für einige Zeit herrschte. „Ich habe bewusst abgewartet, um zunächst mir ein Feedback bei unseren Einsatzkräften zu holen“, schreibt Mohr. Seine Aussagen stützen sich auf dieses Feedback der Kräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, die dasselbe wahrgenommen hätten wie er.

Weiter heißt es in Mohrs Facebook-Post: „Eines vorweg. Ich habe in meinem Bekannten- und Freundeskreis viele Menschen mit Migrationshintergrund, die sich hier wohlfühlen und voll integriert sind. Genau die sind es, die mit mir aktuell viel über Silvester reden und sich fremdschämen, was bundesweit an Silvester von überwiegend respektlosen, jungen Männern mit Migrationshintergrund, veranstaltet wurde.“

Polizei-Gewerkschaft redet Klartext über „Silvester-Chaoten“ – „gibt nichts schönzureden“

„Darum gibt es hier auch nichts schönzureden!“ Laut Mohr hätten über 90 Prozent der auffälligen jungen, männlichen Silvester-Chaoten einen Migrationshintergrund, seien in Deutschland geboren und aufgewachsen oder seien als hilfesuchende Flüchtlinge in die jeweiligen Städte gekommen.

Die Täter stellen Videos ihrer Taten ins Netz, in denen sie „zum Beispiel einen Feuerlöscher in die Windschutzscheibe eines fahrenden Rettungswagens werfen“ und sich dafür feiern lassen. Mohr schreibt ganz klar: „Mich machen solche Bilder wütend.“ Ihn macht es „krank“, wenn solche Videos gefilmt und verbreitet werden, „um Aufmerksamkeit und Klicks zu bekommen, die man im richtigen Leben wohl nicht erfährt.“

Polizei-Gewerkschafter über Silvester: Folgen einer „verrohten Parallelgesellschaft“

„Dass nun auch Rettungsfahrzeuge angegriffen und Feuerwehrfahrzeuge in einen Hinterhalt gelockt und beschossen werden, ist nicht zu akzeptieren“, so Thomas Mohr. Das zeige „eine neue Qualität einer teilweise verrohten Parallelgesellschaft.“ Auch in Mannheim kam es an Silvester zu Ausschreitungen gegen Einsatzkräfte, als Polizisten am Wasserturm mit Böllern beworfen wurden. Die Polizei hatte sich an den Hotspots in Heidelberg, Mannheim und der Region vorbereitet, indem „dreimal so viele Einsatzkräfte“ wie sonst abbestellt wurden.

„Da schmerzen auch Aussagen von einigen Politikern und Polizeichefs, die im Vergleich zu anderen Silvestereinsätzen diese Gewaltausbrüche als ‚verhältnismäßig normal‘ darstellen.“ Vom Polizeipräsidium Rheinpfalz hieß es beispielsweise: „Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger feierte friedlich den Jahreswechsel“. Allerdings gab es in der Silvesternacht in Rheinland-Pfalz mehrere Brände und andere Straftaten wie Körperverletzungen.

Silvester-Vorfälle: Polizei-Gewerkschafter fordert „generelles Böllerverbot“

Gewalt gegen Polizei würde zwar wahrgenommen, allerdings dauere die Aufregung nur kurz und im Endeffekt würden keine Konsequenzen gefordert „für die Chaoten, die unsere Gesellschaft und ihre stattlichen Institutionen nicht akzeptieren.“ Für den Angriff auf Einsatzkräfte müssten Strafen erfolgen, so Mohr weiter. Haftstrafen dürften bei den ‚kriegsähnlichen Szenen‘ wie in Berlin und Hamburg kein Tabu mehr sein“.

Der Vorsitzende der GdP fordert daher ein „generelles Böllerverbot in den Innenstädten“, auch wenn Unbeteiligte dadurch mitbestraft werden. Das Grundproblem würde dadurch allerdings nicht gelöst. Die Vorfälle seien ein „Ergebnis einer jahrelang gescheiterten Integrationspolitik“, denn vor einigen Jahren hätte es „diese Art von skrupelloser Respektlosigkeit“ noch nicht gegeben. (resa)

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