1. Mannheim24
  2. Region

Sigmaringen: Corona-Gegner wollen zum Haus von MP Kretschmann – und blamieren sich völlig

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Hagen

Kommentare

Winfried Kretschmann
Querdenker wollen das Haus von Winfried Kretschmann belagern. (Symbolfoto) © Bernd Weißbrod/dpa

Sigmaringen - Über Telegram ist zu einem „Spaziergang“ zum Privathaus von Winfried Kretschmann aufgerufen worden. Die Aktion geht aber total nach hinten los.

Die baden-württembergische Kreisstadt Sigmaringen hat neben Sehenswürdigkeiten wie dem Hohenzollernschloss, dem Kloster Gorheim oder dem Prinzenbau auch eine eher weniger bekannte Attraktion. Dabei handelt es sich um das Privathaus des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (73), dessen Hauptarbeitsstelle im rund 90 Kilometer entfernten Stuttgart liegt. Dieses Gebäude ist am Sonntag (13. Februar) ins Visier von Querdenkern und Verschwörungsideologen geraten, die bei ihrem „Spaziergang“ daran vorbeilaufen wollen. Die Polizei vor Ort machte den Demonstranten aber einen Strich durch die Rechnung.

NameWinfried Kretschmann
Geboren17. Mai 1948 in Spaichingen (Baden-Württemberg)
EhepartnerinGerlinde Kretschmann (verh. 1975)
ParteiBündnis 90/Die Grünen
AmtMinisterpräsident von Baden-Württemberg seit 2011

Winfried Kretschmann: „Spaziergänger“ wollen Haus von Ministerpräsident besuchen

„Also das macht ja nur so einen Eindruck. Es sind vielleicht etwas mehr, aber immer noch sehr wenige“, erklärt Winfried Kretschmann dem SWR in einem Interview, in dem er zu der Zahl der Corona-Leugner und Maßnahmen-Gegner befragt worden ist. Mit dieser Aussage zieht der Ministerpräsident erneut den Hass zahlreicher Querdenker und Maßnahmengegner auf sich. Ein paar davon fassen daher den Entschluss, dem 73-Jährigen das Gegenteil zu beweisen. Schon vor rund einem Jahr haben Verschwörungsideologen wie Attila Hildmann oder Xavier Naidoo den Ministerpräsidenten ins Visier genommen.

„Vielleicht sollte man das wirklich mal nach Laiz verlegen damit er sieht dass es nicht nur ein paar wenige sind die auf die Straße gehen“, schreibt kurz darauf ein Mitglied der Telegram-Gruppe „Du bist dabei in Sigmaringen“. Laiz ist übrigens der Name des Stadtteils, in dem der Ministerpräsident lebt. Ein paar andere Telegram-User springen sofort auf den Vorschlag auf und planen, „mal direkt in Richtung Kretschmann“ zu laufen. Der ganze Marsch soll dann erneut als „Spaziergang“ deklariert werden.

Innenminister Strobl bezeichnet Aufmarsch als „Psychoterror“

Als der „Spaziergang“ am Sonntag wirklich in die Nähe des Hauses von Winfried Kretschmann führt, ist die Polizei aber schon an Ort uns Stelle und lässt die Teilnehmer nicht vorbei. Glücklicherweise ist der gesamte Aufmarsch mit rund 60 Personen leicht überschaubar. Bilder auf Telegram zeigen, wie die „Spaziergänger“ – wohl angeführt von einem Mann mit einem hölzernen Kreuz und zwei Hunden – immer wieder die Straße auf- und ablaufen und an der Absperrung der Polizei scheitern. Immerhin haben diese Querdenker keine Fackeln dabei – anders als in Sachsen, wo mehrere Personen in bedrohlicher Kulisse das Haus von Sozialministerin Petra Köpping belagert haben.

Winfried Kretschmann selbst dürfte von dem Aufmarsch in Sigmaringen gar nichts mitbekommen haben. Der 73-Jährige ist am Sonntag nämlich in Berlin bei der Wahl zum Bundespräsidenten, die erneut Frank-Walter Steinmeier gewonnen hat. Innenminister Thomas Strobl findet auf Twitter aber klare Worte für die „Spaziergänger“: „Wer unter dem Deckmantel eines Aufzugs durch Städte und Dörfer irrlichtert und vor dem Wohnsitz von Politikern aufmarschieren möchte, überschreitet eine Grenze. Das ist Psychoterror. Derartige Einschüchterungsversuche werden wir in Baden-Württemberg keinesfalls dulden. Hier gilt ganz klar: Wehret den Anfängen!“ (dh)

Auch interessant

Kommentare