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Amokfahrt in Berlin: Autofahrer (29) rast in Schülergruppe – Täter soll in Psychiatrie

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Von: Teresa Knoll

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Berlin – Am Mittwochmorgen rast ein Auto in eine Menschenmenge. Mehrere Menschen werden schwer verletzt, eine Lehrerin aus Hessen stirbt. Die Hinweise auf eine Amokfahrt verdichten sich:

Update vom 9. Juni, 14:58 Uhr: Nach der Todesfahrt in Berlin beantragt die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des Fahrers in einer psychiatrischen Anstalt. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner, am Donnerstag der dpa mit. Der sogenannte Unterbringungsbefehl sei in Arbeit. Die Entscheidung eines Ermittlungsrichters werde noch am selben Tag erwartet. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass der festgenommene 29-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie leide.

Amokfahrt in Berlin: Autofahrer rast in Menschenmenge – Lehrerin tot, sechs Schüler in Lebensgefahr

Update vom 9. Juni, 14:19 Uhr: Nach der Amokfahrt am belebten Berliner Ku‘damm hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), selbst gebürtige Hessin, von einer „furchtbaren Tat“ gesprochen. Sie sei „zutiefst erschüttert“, sagte sie am Donnerstag bei einem Besuch am Tatort zusammen mit Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Sie wolle die „tief empfundene Anteilnahme der Bundesregierung“ vor allem mit den Angehörigen der toten Lehrerin und den verletzten Menschen ausdrücken. Faeser dankte auch den Sanitätern, Notärzten und Polizisten, die in der schwierigen Lage nach der Tat halfen.

Nancy Faeser (SPD, M), Bundesministerin des Innern und für Heimat, besucht gemeinsam mit Barbara Slowik (4.v.l), Polizeipräsidentin in Berlin, den Tatort in der Nähe der Berliner Gedächtniskirche, an dem am Vortag ein 29-jähriger mit seinem Auto in eine Schülergruppe aus Hessen gefahren war und dabei deren Lehrerin getötet hatte.
Nancy Faeser (SPD, M), Bundesministerin des Innern und für Heimat, besucht gemeinsam mit Barbara Slowik (4.v.l), Polizeipräsidentin in Berlin, den Tatort in der Nähe der Berliner Gedächtniskirche, an dem am Vortag ein 29-jähriger mit seinem Auto in eine Schülergruppe aus Hessen gefahren war und dabei deren Lehrerin getötet hatte. © Sabrina Szameitat/picture alliance/dpa

Amokfahrt in Berlin: Ministerpräsident Rhein besucht Schule der Opfer

Update vom 9. Juni, 12:27 Uhr: Nach der Todesfahrt in Berlin sind der hessische Ministerpräsident Boris Rhein und Kultusminister Alexander Lorz am Donnerstagvormittag (9. Juni) in Bad Arolsen eingetroffen. Die beiden CDU-Politiker besuchen dort die Realschule der von der Tat in Berlin betroffenen Abschlussklasse der Kaulbach-Schule.

StadtBad Arolsen (Hessen)
RegierungsbezirkKassel
Einwohnerzahl15.571 (31. Dez. 2020)
BürgermeisterMarko Lambion (parteilos)

Berlin: Mutmaßlicher Amokfahrer wartet im Gewahrsam auf Haftbefehl

Der mutmaßliche Amokfahrer (29) ist mittlerweile nicht mehr im Krankenhaus, sondern in Polizei-Gewahrsam. Im Laufe des Tages beantragt die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl, damit er in U-Haft genommen werden kann. Zunächst wollte sich die Staatsanwaltschaft aber nicht äußern. Für den frühen Nachmittag (14:30 Uhr) kündigte sie eine Stellungnahme an. Eine Mordkommission des Berliner LKA ermittelt weiter zum genauen Tatablauf.

Die Polizei nutzte den Begriff „Amoktat“ zunächst bewusst nicht – auch wenn es „Tendenzen in diese Richtung“ gebe. Festlegen wolle man sich aber noch nicht. Während die Spurensicherung der Kripo nochmal intensiv am Tatort ermittelt, werde auch das sichergestellte Auto noch einmal „intensiv durchsucht“. Die Polizei bittet Zeugen um eventuelle Fotos und Videos der Tat. Die Polizei sieht weiterhin keinen politisch-extremistischen Hintergrund der Tat.

Amokfahrt in Berlin: Autofahrer (29) rast in Schülergruppe aus Hessen – Lehrerin tot

Update vom 9. Juni, 11:19 Uhr: Nach der Todesfahrt in Berlin befinden sich laut Polizei weiterhin sechs Menschen in Lebensgefahr – drei sind schwer verletzt. Neben der getöteten Lehrerin seien nach neuesten Informationen 29 Menschen verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Dazu zählten auch Menschen, die unter Schock stünden. Neben den Betroffenen aus der hessischen Schülergruppe gebe es derzeit 14 weitere Betroffene. Von der Schülergruppe aus Hessen befinden sich laut Polizei noch sieben Jugendliche und ein Lehrer im Krankenhaus.

Amokfahrt in Berlin: Autofahrer (29) rast in Schülergruppe aus Hessen – Lehrerin tot

Update vom 9. Juni, 8:57 Uhr: Der Morgen nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Berlin: Der Schock sitzt in ganz Deutschland tief. Die Website der Kaulbach-Schule im nordhessischen Bad Arolsen ist am Tag nach dem schrecklichen Vorfall „vorübergehend nicht erreichbar“. Möglicherweise hat dies unmittelbar mit dem Tod der Lehrerin und den 14 teils lebensgefährlich verletzten Schülern sowie einem Lehrer zu tun. Inzwischen ist klar, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern um eine absichtlich herbeigeführte Tat handelt! Das Motiv des Deutsch-Armeniers (29) ist jedoch weiterhin unklar.

Berlin: Auto rast in Schülergruppe aus Hessen – Lehrerin getötet

Erstmeldung vom 8. Juni: Gegen 10:30 Uhr am Mittwoch (8. Juni) gehen mehrere Notrufe bei der Polizei in Berlin ein. Ein Autofahrer ist in der Nähe der Berliner Gedächtniskirche in eine Menschenmenge gerast. Dabei werden Schüler aus Hessen teils lebensgefährlich verletzt. Ihre Lehrerin stirbt. Der Autofahrer wird gefasst. Hinweise tauchen auf, dass hinter dem Vorfall Absicht stecken könnte.

Berlin: Auto tötet Lehrerin aus Hessen – mehrere Schüler lebensgefährlich verletzt

Der Platz zwischen der Gedächtniskirche und dem Luxuskaufhaus KaDeWe ist großflächig mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Der silberfarbene Kleinwagen steckt 200 Meter weiter in einem Schaufenster einer Parfümerie. 130 Einsatzkräfte der Polizei, 100 Feuerwehrleute und mehrere Krankenwagen sind anwesend. Ein Hubschrauber schwebt in der Luft. Etwas entfernt sieht man einen abgedeckten Körper auf der Straße.

Es ist eine Lehrerin aus Hessen, die von dem Auto getötet wird. Sie war mit einer 10. Klasse aus Bad Arolsen in Nordhessen auf einer Klassenfahrt in Berlin. Ein weiterer Lehrer wird bei dem Vorfall schwer verletzt, wie die hessische Landesregierung am Mittwoch mitteilt. Auch zahlreiche Schüler tragen Verletzungen davon. Einige davon sind lebensgefährlich.

Ein Auto tötet in Berlin eine Lehrerin aus Hessen
Ein Auto tötet in Berlin eine Lehrerin aus Hessen © Christoph Soeder/dpa

Berlin: Auto rast in Schülergruppe aus Hessen und landet in Schaufenster

Ein Augenzeuge berichtet, er habe an einer roten Ampel gestanden. Plötzlich sei ein Auto über den Bürgersteig gekommen und in dem Schaufenster gelandet. „Es war sehr, sehr schnell, bestimmt 150“, wie der Mann zitiert wird. Nach bisherigen Erkenntnissen spielt sich der Vorfall so ab: Der Wagen fährt an der Straßenecke Ku‘damm und Rankestraße auf den Bürgersteig des Ku‘damms und in die Menschengruppe.

Dann fährt er auf die Kreuzung und knapp 200 Meter weiter auf der Tauentzienstraße Richtung Osten. Kurz vor der Ecke Marburger Straße lenkt der Mann den Wagen erneut von der Straße auf den Bürgersteig, touchiert ein anderes Auto, überquert die Marburger Straße und landet im Schaufenster eines Parfümerie-Geschäfts.

Berlin: Plakate mit Äußerungen zur Türkei – vermutlich keine politische Motivation

„Der Autofahrer wurde nach seiner Tat von Passanten festgehalten“, berichtet Polizeisprecher Thilo Cablitz. Der 29-Jährige wird von Beamten festgenommen. Eine Befragung steht ihm bevor. Der Deutsch-Armenier soll psychisch auffällig sein, heißt es von der Polizei. Er soll bereits wegen mehrerer Delikte bekannt sein, allerdings nicht in Zusammenhang mit Extremismus.

Im Lauf des Tages gibt es zunehmend Hinweise, dass das Ganze kein Unfall war. In dem Auto, das der Schwester des Fahrers gehört, findet die Polizei Schriftstücke und Plakate mit Äußerungen zur Türkei, wie sie auf Demonstrationen hochgehalten werden. Im Moment gebe es keine Erkenntnisse zu einer politischen Motivation, wie Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagt.

Berlin: Auto rast in Schülergruppe aus Hessen – Vorfall macht „fassungslos und tief betroffen“

Von einem zufälligen Unfall war in den Stellungnahmen nicht die Rede. Zuvor hieß es, es habe ein Bekennerschreiben gegeben. Doch dies verneint Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Die Anteilnahme aus ganz Deutschland ist enorm. „Diese
schockierende Nachricht aus Berlin macht mich fassungslos und tief betroffen“, äußert sich Ministerpräsident Boris Rhein (CDU).

Eine genaue Gesamtzahl der Opfer am Ku‘damm und der Tauentzienstraße ist zunächst nicht bekannt. Die Schüler werden psychisch betreut. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte: „Wir haben umgehend Notfallbetreuungsteams nach Bad Arolsen geschickt, um den Angehörigen, Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Lehrkräften beizustehen.“ (dpa/resa)

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