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Ludwigshafen: „Ponykarussell“ auf Pfalzfest – scharfe Kritik von Tierschützern

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Von: Peter Kiefer

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Ludwigshafen - Scharfe Kritik zur Pfalzfest-Premiere am Ebertpark: PETA verurteilt das „Ponykarussell“ als Tierschinderei. Jetzt appellieren die Tierschützer an die Stadt:

Die mit Spannung erwartete Premiere für das Pfalzfest am Ebertpark in Ludwigshafen – ein Riesen-Spaß für Alt und Jung. Aber nicht für die Pferde beim umstrittenen Ponyreiten. So kritisieren die Tierschützer von PETA das sogenannte „Ponykarussell“ aufs Schärfste und appellieren sogar an Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD).

StadtLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Einwohnerzahl172.253 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Pfalzfest in Ludwigshafen: PETA kritisiert „Ponykarussell“

Das beim Pfalzfest in Ludwigshafen-Friesenheim (16. bis 26. Juni) aufgestellte Ponykarussell sei die reinste „Ponyschinderei“. Besorgte Volksfest-Besucher hätten die Zustände PETA gemeldet, weshalb die Tierschützer jetzt „scharfe Kritik an dem rücksichtslosen Umgang mit den Pferden“ üben.

Hauptkritikpunkt: Die Wirbelsäulen und Beine der Tiere seien von Natur aus nicht für stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt, wie diverse Tierärzte bestätigen. „Zum anderen stellt das stundenlange monotone Im-Kreis-Laufen eine große seelische Belastung für die sensiblen Fluchttiere dar“, so PETA in einer Mitteilung.

Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert das Ponykarussell auf dem erstmals stattfindenden Pfalzfest am Ebertpark.
Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert das Ponykarussell auf dem erstmals stattfindenden Pfalzfest am Ebertpark. © PETA Deutschland e.V.

Ludwigshafen: PETA appelliert an OB Steinruck zu handeln

Und PETA geht sogar noch weiter: Die Tierrechtsorganisation appelliert in einem Schreiben an Ludwigshafens OB Jutta Steinruck, dem Vorbild anderer deutscher Städte zu folgen und derlei Ponykarussells künftig nicht mehr auf städtischem Gelände zuzulassen.

„Für ein kurzes Kindervergnügen werden die sensiblen Tiere als Rondellmaschinen missbraucht. Ponys sind fühlende Lebewesen und keine Maschinen, die man stundenlang im Kreis laufen lässt“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wir hoffen auf eine Verbotsinitiative im Stadtrat. Angesichts der großen Hitze der letzten Tage sollte auch das Veterinäramt einschreiten.“

Umstrittene Ponykarussells – diese Städte verzichten bereits darauf

Wie PETA anführt, würden bereits viele Städte mit gutem Beispiel vorangehen. So haben etwa Veranstaltende oder Politiker in München, Düsseldorf, Mainz, Konstanz, Duisburg, Coburg, Dachau und Zwickau inzwischen beschlossen, künftig keine „Ponykarussells“ mehr auf Veranstaltungen zuzulassen.

Auch die Bevölkerung betrachte „Ponykarussells“ sehr kritisch: Eine repräsentative GfK-Umfrage für PETA aus dem Jahr 2015 habe ergeben, dass rund zwei Drittel der Deutschen den Einsatz der Tiere für diese „Karussells“ als nicht tiergerecht empfinden. Nur 13 Prozent glauben, die Ansprüche der Pferde würden ausreichend erfüllt. Während 19 Prozent aller Befragten der Ansicht sind, dass das Ponyreiten auf Jahr- und Weihnachtsmärkten weiterhin zugelassen werden sollte, befürworten rund 59 Prozent ein Verbot.

Auch ein Fahrgeschäft-Klassiker wie „Break Dancer“ darf beim Pfalzfest in Ludwigshafen nicht fehlen. (Archivfoto)
Auch ein Fahrgeschäft-Klassiker wie „Break Dancer“ darf beim Pfalzfest in Ludwigshafen nicht fehlen. (Archivfoto) © LUKOM

PETA kritisiert Ponyreiten auf Pfalzfest: „Lebensgefährliche Beeinträchtigungen“ für Pferde

PETA zitiert ein Positionspapier der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und prangert damit die erzieherische Wirkung solcher Ponykarussells an: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.“ Immer wieder kommt es zu Protestaktionen von Tierschützern gegen Ponykarussells auf Jahrmärkten – so auch auf dem Mathaisemarkt in Schriesheim.

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Überhaupt solle jeder wissen: „Pferde sind sehr sensible Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen neben ausreichend Auslauf - vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung - auch gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Sind diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben, fristen die Tiere ein Dasein voller Leid, das auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen führen kann“, so PETA. (PM/pek)

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