Nach Fund einer Kriegswaffe

Terrorverdacht im Rhein-Neckar-Kreis: Letzte von insgesamt vier Verdächtigen auf freiem Fuß!

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Die Kriminalpolizei durchsucht in Plankstadt immer noch ein Grundstück. 

Plankstadt - Nach dem Fund einer Kriegswaffe in einer Wohnung in Plankstadt wurden vier Personen festgenommen. Mit der Entlassung einer beschuldigten 39-Jährigen wurde nun auch die letzte Tatverdächtige auf freien Fuß gesetzt.

+++ UPDATE 17. Januar; 15:10 Uhr:

Wie die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg am Donnerstagnachmittag in einer gemeinsamen Pressemeldung mitteilen, wurde am Dienstagabend (15. Januar) auch die letzte von insgesamt vier Tatverdächtigen – eine 39-jährige aus Plankstadt – aus der U-Haft entlassen. In ihrer Wohnung hatten die Beamten am 19. Dezember 2018 eine vollautomatische Kriegswaffe samt Munition gefunden.

Nachdem die Ermittlungen den dringenden Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat nicht weiter erhärteten, beantragte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, den Haftbefehl gegen die beschuldigte 39-Jährige nur noch auf den Verdacht eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu stützen. Das Amtsgericht Karlsruhe hat dem Antrag am Dienstag entsprochen und die Vollziehung des Haftbefehls gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Unabhängig hiervon laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen und Verantwortlichkeiten weiter.

+++ UPDATE 10. Januar 15:15 Uhr:

Wie das LKA am Donnerstag mitteilt, sind zwei weitere Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Dabei handelt es sich um zwei 49- und 53-jährige Brüder. Der 53-Jährige wurde bei seiner Einreise am Frankfurter Flughafen verhaftet. Er ist ins Visier geraten, da er im Verdacht stand in die Übergabe oder die Verwahrung der Kriegswaffe mit eingebunden gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat die Haftbefehle gegen das Brüderpaar am Donnerstag aufgehoben. Die Ermittlungen haben ergeben, dass gegen sie aktuell kein dringender Tatverdacht mehr besteht.

Die 39-jährige Frau bleibt weiter in Untersuchungshaft. In ihrer Wohnung wurde die Waffe gefunden! 

Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen weiterhin auf Hochtouren.

+++ UPDATE 3. Januar 16:45 Uhr:

Einer der vier Verdächtigen ist seit Donnerstag (3. Januar) wieder auf freiem Fuß! Das berichtet das Landeskriminalamt Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung.

Es handelt sich dabei um einen 33-Jährigen, der am 20. Dezember zusammen mit zwei weiteren Verdächtigen verhaftet wurde. Die Ermittlungen haben ergeben, dass gegen ihn derzeit kein dringender Tatverdacht mehr bestehe, so das LKA. 

Die drei anderen Verdächtigen sitzen weiterhin in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen nach wie vor in intensiver Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Mannheim auf Hochtouren, heißt es weiter.

+++ UPDATE 27. Dezember 12:30 Uhr:

Die Terrorverdächtigen bestreiten, einen Anschlag geplant zu haben. Das teilt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Donnerstag mit. 

Wir ermitteln in alle Richtungen", so der Sprecher der Karlsruher Anklagebehörde. Zu möglichen Hintergründen und zur Nationalität der Verdächtigen will er aus ermittlungstaktischen Gründen weiterhin nichts sagen. 

+++UPDATE 23. Dezember 16 Uhr: 

Bisher wurden drei Tatverdächtige wegen Verdachts des illegalen Waffenbesitzes und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat festgenommen. Sie sitzen in U-Haft.

In den Abendstunden des 22. Dezembers 2018 wird ein weiterer Tatverdächtiger bei seiner Einreise am Frankfurter Flughafen auf Grund eines bereits zuvor von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe erwirkten Haftbefehls durch LKA-Ermittler festgenommen

Es handelt sich dabei um den 53-jährigen Bruder des bereits in Haft sitzenden 49-Jährigen. Er war im Laufe der Ermittlungen ins Visier der Ermittler geraten, weil er im Verdacht steht, in die Übergabe beziehungsweise Verwahrung der aufgefundenen Kriegswaffe mit eingebunden gewesen zu sein. 

Der Festgenommene wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Sonntag, 23. Dezember dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der den Vollzug der Untersuchungshaft anordnete. Er wird in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. 

Nach wie vor laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen, in intensiver Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Mannheim, auf Hochtouren.

+++UPDATE 23. Dezember (9 Uhr):

Nach der Verhaftung von drei Terrorverdächtigen im Rhein-Neckar-Kreis sind weiter viele Fragen offen. Die Motive der Verdächtigen, einer 39 Jahre alten Frau sowie zweier 33 und 49 Jahre alten Männer, seien unklar. 

Zu ihrer Nationalität oder ihrer Beziehung zueinander teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Samstag keine Details mit. 

Eine Nachbarin der Frau sei sich jedoch sicher, dass die in Plankstadt verhaftete Frau ursprünglich aus Kroatien komme.

Wohnungsgegenstände werden aus dem betroffenen Haus gebracht und auf einen Lkw des Technischen Hilfswerks verladen.

Das Trio steht unter Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet zu haben. Ob ein islamistischer Hintergrund vorliegt, ist ebenfalls unklar. 

Mit den mutmaßlichenAusspähversuchen am Stuttgarter Flughafen habe dieses Verfahren aber nichts zu tun, erklärte das Landeskriminalamt in Stuttgart: „Da besteht überhaupt kein Zusammenhang.“ 

Wegen des Verdacht der Flughafen-Ausspähungen waren in Baden-Württemberg ebenfalls Wohnungen durchsucht worden. 

Der Verdacht hatte sich nicht erhärtet. Die Frau und die beiden Männer waren am Mittwochabend bei vier Wohnungsdurchsuchungen in Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis festgenommen worden. Dabei hatten Beamte in einem Anwesen in Plankstadt eine Kalaschnikow samt Munition sichergestellt. Die vollautomatische Waffe fällt unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. Am Freitag wurde Haftbefehl gegen die drei Verdächtigen erlassen. 

Eine weitere Wohnungsdurchsuchung und eine vierte Festnahme am Freitagabend in Mannheim brachten die Polizei nicht weiter. Der am Freitag in Mannheim festgenommene Mann sei am frühen Samstagmorgen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, sagte der LKA-Sprecher. Demnach gibt es keinen Zusammenhang zwischen ihm und dem unter Terrorverdacht stehenden Trio.

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+++UPDATE 22. Dezember (9 Uhr):

Am Freitagabend, gegen 20 Uhr, durchsucht die Kriminalpolizei eine Wohnung im Bereich der Uhlandstraße im Stadtteil Neckarstadt-Ost.

Hier wird eine männliche Person vorläufig festgenommen, deren Identität noch der Abklärung bedarf.

Am frühen Samstagmorgen wird der Verdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt. 

Angaben des Landeskriminalamtes Stuttgart zufolge gibt es keinen Zusammenhang zu den Ermittlungen dreier Terrorverdächtiger, die bereits am Mittwoch in Plankstadt und Mannheim festgenommen worden sind.

Die Polizei hatte am Samstagmorgen zunächst noch von einem möglichen Zusammenhang zwischen den Festnahmen gesprochen.

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+++ UPDATE 21. Dezember (22 Uhr):

Wegen Verdachts des illegalen Waffenbesitzes und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat wird im Laufe des 20. Dezember ein Wohnanwesen samt Grundstück in Plankstadt mit Hilfe der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes durchsucht.

Auch Entschärfer und Beamte der Tatortgruppe des Landeskriminalamts sind beteiligt. Zunächst wird vermutet, dass sich neben der Kalaschnikow dort weitere Waffen, Munition, andere gefährliche Gegenstände oder Beweismittel befinden könnten.
Bei den aufwändigen Durchsuchungsmaßnahmen wird jedoch nichts weiter gefunden

Die drei Tatverdächtigen werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der den Vollzug der Untersuchungshaft anordnet. Sie werden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Die Ermittlungen zur Motivlage, zur Beschaffung der Kriegswaffe und deren möglicherweise geplanter Verwendung, dauern an.

+++ UPDATE 21. Dezember (15 Uhr):

Die Durchsuchung des Wohngebäudes in Plankstadt wurde mittlerweile beendet. Das Eingangstor wurde von der Polizei versiegelt. 


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10:47 Uhr

Die Polizei in Baden-Württemberg ermittelt weiter gegen drei Personen wegen Terrorverdachts. Noch immer laufe die Durchsuchung und Spurenauswertung in einem Anwesen in Plankstadt im Rhein-Neckar-Kreis, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Freitag mitteilt. Beamte des Landeskriminalamtes und der Kriminalpolizei Heidelberg hatten dort am Donnerstagabend eine Kalaschnikow samt Munition sichergestellt. Die vollautomatische Waffe fällt den Angaben zufolge unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. 

Es bestehe der Verdacht, dass auf dem Grundstück noch weitere Waffen versteckt seien, hieß es. Am Donnerstagabend waren insgesamt vier Wohnungen in Mannheim und im Rhein-Neckar-Kreis durchsucht worden. Dabei waren eine 39 Jahre alte Frau und zwei Männer im Alter von 33 und 49 Jahren festgenommen worden. 

Nachbarn in Plankstadt berichten, dass die verhaftete Frau aus Kroatien kommen soll, ihr Mann sei 2015 verstorben. In welchen Verhältnis sie zu den beiden anderen verhafteten Männern stehen soll, ist bisher unklar. Die Drei sollen am Freitag (21. Dezember) dem Haftrichter vorgeführt werden. 

Laut Staatsanwaltschaft stehen sie im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Außerdem wird gegen sie wegen illegalen Waffenbesitzes ermittelt. 

Noch immer ist unklar, wofür die Waffe möglicherweise eingesetzt werden sollte. „Die Ermittlungen dazu laufen weiterhin“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Den Angaben zufolge sollen die Ermittlungen aber nicht im Zusammenhang mit den möglichen Ausspähungen am Stuttgarter Flughafen stehen.

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Erstmeldung (20. Dezember, 17 Uhr)

Wegen Verdachts des illegalen Waffenbesitzes und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat durchsuchen Spezialeinsatzkräfte und Ermittler der Kriminalpolizei Heidelberg in den späten Abendstunden des 19. Dezember 2018 vier Wohnungen in Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis. Drei dort angetroffene Tatverdächtige, eine 39-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 33 und 49 Jahren werden festgenommen

In Plankstadt im Rhein-Neckar-Kreis kann eine vollautomatische Waffe, die dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegt, aufgefunden und samt Munition sichergestellt werden. 

Es besteht der Verdacht, dass auf dem Grundstück dieses Wohnanwesens noch weitere Waffen versteckt sind. Die umfangreichen Suchmaßnahmen hierzu dauern an. Die Einsatzstelle ist großräumig abgesperrt. Ein Anwohner berichtet, dass ein Sondereinsatzkommando in der Nacht das Wohnhaus gestürmt hat. 

Die Kriminalpolizei durchsucht in Plankstadt immer noch ein Grundstück. 

Die weiteren Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Mannheim geführt. Zu den Hintergründen, für welchen Zweck die Waffe bestimmt war, liegen noch keine abschließenden Erkenntnisse vor. 

Auch das THW, Feuerwehr, Landespolizei und LKA sind immer noch in Plankstadt im Einsatz.  

Ein Zusammenhang mit den aktuell bekannt gewordenen möglichen Ausspähungen an Flughäfen besteht nach aktuellem Erkenntnisstand nicht. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gem. § 89 a StGB dauern an. Die drei Tatverdächtigen sollen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.

Besonders pikant ist eine Whattsapp-Nachricht, die am 19. Dezember umgeht, bei der von geplanten Terroranschlägen auf Weihnachtsmärkten gewarnt wird. 

pol/kp

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