Sie kommen mit Kisten, Eimern und Tüten

Obst-Diebe im Visier der Polizei!

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Polizeihauptmeister Alexander Willwert und Gärtner Hans Hornig zwischen Tomatensträuchern in Heidelberg. Landwirte klagen immer mehr über Einbußen wegen des Diebstahls reifer Früchte.

Na, auch schon mal von einer verbotenen Frucht am Straßenrand genascht? Oder die Kirschen aus Nachbars Garten? Dann Vorsicht! Die Polizei macht 'Jagd' auf heimliche Obstdiebe...

Sie lachen einen von den Bäumen am Feldrand oder Radweg an – Mirabellen, Zwetschgen oder auch Äpfel.

Doch lieber Finger weg! Denn wer beherzt zugreift und zubeißt, begeht laut Gesetz (Paragraph 242 Strafgesetzbuch) einen Diebstahl! Wenn auch in geringem Maße...

Kein Wunder, dass die Bauern über immer größer Ernte-Einbußen klagen. Statistisch erfasst seien die wirtschaftlichen Schäden durch den Früchteklau jedoch nicht. Oftmals größer ist jedoch der Schaden an den Pflanzen, die beim Abreißen der Früchte abbrechen.

"Es kommt vor allem dort vor, wo der Tourismus stark ausgeprägt ist, also mehr in Baden-Württemberg als in Brandenburg", erklärt Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Wie groß der Schaden ist, ist von Einzelfall zu Einzelfall sehr unterschiedlich. Wenn zehntausend Leute vorbeigehen und jeder nimmt sich etwas – das summiert sich gewaltig."

In jedem Fall sei der Diebstahl sei ärgerlich. Auch in Gemüse wie etwa Tomaten, Mais und Zwiebeln oder auch Weinblätter wähnen die Diebe ein 'gefundenes Fressen'.

"Alles ist beliebt. Dem einen schmeckt das, dem anderen das", weiß Hans-Dieter Stallknecht.

Dabei werden die Diebe immer dreister, bringen für ihre Beutezüge teilweise Tüten, Kisten und Autos mit, steigen in Gewächshäuser ein!

Einem Heidelberger Erdbeerbauern wurden kürzlich in einem kompletten Folientunnel die Erdbeeren abgeerntet – vermutlich in einem Auto samt Anhänger.

Ein uneinsichtiger Tomatendieb wurde sogar einmal gegenüber Gärtnermeister Hans Hornig gewalttätig: "Ich wusste mich aber zu wehren", so der 57-Jährige.

Als jetzt in Heidelberg abends eine Feldstreife der Polizei auf die Pirsch ging, entdeckten die beiden Beamten eine Frau, die gerade in eine Mirabelle beißt. Gepflückt hatte die Spaziergängerin die Frucht von einem Baum in einem Feld. 

Als die Polizisten Silke Breitsch und Alexander Willwert die Obstdiebin mit dem Hinweis "Was Sie gerade getan haben und noch tun, ist Diebstahl. Die Früchte sind Privateigentum." zur Rede stellen, gibt sie sich unwissend: "Das habe ich nicht gewusst." Diesmal kommt sie mit einer mündlichen Verwarnung davon. Sollte sie erneut ertappt werden, setzt´s eine Anzeige.

Solche Feldstreifen sind laut Heidelberger Polizei eher untypisch. Wegen Personalmangels kämen Ordnungshüter in anderen Regionen meist nur nach Alarmierung auf Felder oder landwirtschaftliche Anlagen.

Wer jedoch sicher sein will, dass ihm etwa der Apfel nicht im Halse stecken bleibt, sollte den Eigentümer des Baumes ausfindig machen und um Erlaubnis fragen. Sonst droht Ärger mit Polizei und Staatsanwalt. Doch die werden normalerweise erst tätig, wenn der Wert der Beute 50 Euro überschreitet oder ein Strafantrag vorliegt.

Doch den Baumbesitzer zu finden, dürfte sich in der Praxis auf der grünen Wiese als schwierig erweisen...

dpa/pek

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