Nur ein Puzzleteil bei Suche nach Ursache

Nach Tragödie am Erlichsee: Speichermedien gefunden – aber keine Blackbox!

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Eine Auswertung möglicher Daten sei nur ein Puzzleteil bei der Suche nach der Unfallursache.

Oberhausen/Rheinhausen - Jetzt beginnt für Ermittler die Detailarbeit. Aus Wrackteilen, Flugrouten und Funkgesprächen soll ermittelt werden, warum ein Kleinflugzeug und ein Hubschrauber zusammenstießen.

Nach dem Flugunglück im Kreis Karlsruhe mit vier Toten ist die Unfallstelle wieder freigegeben worden. Die Ermittlungsarbeiten dort seien abgeschlossen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag (25. Januar). „Alles, was gesucht wurde, ist auch gefunden worden.“ 

Die Unglücksursache sei weiter unklar, sagte die Sprecherin. Nach derzeitigem Stand sei nicht davon auszugehen, dass die Maschinen sogenannte Blackboxen an Bord hatten, die Erkenntnisse liefern könnten. Bei den Bergungsarbeiten ist aber ein Aufzeichnungsgerät für Flugdaten gefunden worden. 

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Die Speichermedien werden nun ausgewertet, wie ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Donnerstag sagte. Dabei handele es sich aber ganz eindeutig nicht um einen Flugdatenschreiber. Die in größeren Maschinen verbaute sogenannte Blackbox hat ein stabiles Gehäuse und hilft bei Unfällen, die Ursache zu rekonstruieren. 

Speichersticks teilweise verbrannt

Die jetzt gefundenen Speichersticks seien teilweise verbrannt. Daher sei es unklar, ob überhaupt Daten darauf zu finden seien. Derartige Speichermedien zeichnen je nach Typ unterschiedliche Flugdaten auf - etwa GPS-Koordinaten oder Windgeschwindigkeiten. Welche Daten das Gerät gespeichert hat, sei aber nicht klar. Eine Auswertung möglicher Daten sei nur ein Puzzleteil bei der Suche nach der Unfallursache, so der Sprecher. 

Experten der BFU in Braunschweig haben die Wrackteile an der Unfallstelle untersucht. Was jetzt damit geschehe, sei Sache der Eigentümer. In sechs bis acht Wochen soll ein Zwischenergebnis vorliegen, sagte ein Sprecher. Bis zum Abschlussbericht können mehrere Monate vergehen.

Hintergrund

Am Dienstag (23. Januar) sind ein Sportflugzeug und ein Rettungshubschrauber in der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen in der Luft zusammengestoßen. Vier Menschen starben. 

Der Airbus-Hubschrauber (EC 135 H) war für einen Überprüfungsflug vom Baden-Airpark gestartet und sollte auch dorthin wieder zurückkehren. Das viersitzige Kleinflugzeug vom Typ Piper (PA28) war auf dem Weg von Basel nach Speyer.

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Bei den Toten handelt es sich um zwei Deutsche und zwei Schweizer. Demnach saßen in dem Hubschrauber zwei aus Bayern stammende Piloten im Alter von 46 und 27 Jahren. Das Kleinflugzeug war besetzt mit einem 61 Jahre alten Piloten und seinem 48 Jahre alten Flugschüler aus der Schweiz. 

Nach Angaben des Chefs der Basler Flugschule, Dieter Spichtin, wollte der Flugschüler Pilot für Verkehrsflugzeuge werden, wie die Zeitung „Badische Neueste Nachrichten“ berichtete. Der 61-Jährige sei ein pensionierter Linienpilot gewesen. 

Wie es zu dem Unfall kam, könne er sich nicht erklären, sagte Spichtin. „Das war ein unglaublicher Zufall. Es kommt so gut wie nie vor, dass zwei Flugzeuge in der Luft kollidieren.“

dpa/kp

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