Eine Million Menschen in Sorge

Ladenburger Rettungszentrale noch 'zu retten'?

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Im Notfall zählt jede Sekunde – auch wenn dies hier nur eine Übung der Einsatzkräfte ist.

Ladenburg - Erschreckende Vorwürfe erhebt ein Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar im "Mannheimer Morgen". Jetzt fordert die Politik rasche Aufklärung – wir auch!

Da kann man nur hoffen, dass man keinen Notfall hat und dringend auf Hilfe angewiesen ist...

Die alarmierenden Missstände in der Ladenburger Rettungszentrale, die der "Mannheimer Morgen" exklusiv in seiner Ausgabe vom heutigen 8. Oktober aufdeckt:

Ein besorgter Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar spricht von "massiven Problemen" und besorgniserregenden Engpässen.

Der Insider spricht im "MM" davon, dass Rettungswagen und Notarzt häufig erst drei, vier, fünf oder gar sechs Minuten nach dem Notruf losgeschickt würden!

Schuld sei die "stetige Unterbesetzung" der bereichsübergreifenden Leitstelle, die jährlich rund 163.000 Einsätze für Rettungsdienst und Feuerwehr der Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie dem Rhein-Neckar-Kreis koordiniert, speziell nachts und an den Wochenenden.

Mehr als eine Million Menschen sind auf diese Koordination angewissen, wo es nicht selten um Leben und Tod geht!

Deshalb fordert jetzt Mannheims Erster Bürgermeister Christian Specht (CDU) in einer Pressemitteilung umfassende Aufklärung!

"In medizinischen Notfällen entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. Unnötige Verzögerungen bei Notrufen gefährden die Sicherheit der Menschen in Mannheim und der Region. Daher nehmen wir die jetzt bekannt gewordenen Mängel in der Leitstelle in Ladenburg sehr ernst", mahnt der Sicherheitsdezernent.

Um die Vorwürfe aufzuklären und die Probleme beseitigen zu können, sei eine umfassende unabhängige Untersuchung der Leistungsfähigkeit der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar nötig.

Diese Überprüfung solle sich laut Specht auf alle Abläufe von der Annahme der Notrufe bis hin zur Disposition der Rettungsmittel erstrecken. Auch die personelle Ausstattung, die Qualifikation und Ortskunde der Mitarbeiter sowie die Arbeitsbelastung der Disponenten solle untersucht werden. 

Erster Bürgermeister Specht verspricht: "Die Stadt Mannheim setzt sich als beratendes Mitglied des Bereichsausschusses dafür ein, dass die Verantwortlichen für die Leitstelle – also die Rettungsorganisationen und die Krankenkassen – die Ergebnisse der Untersuchung und die daraus abgeleiteten Maßnahmen veröffentlichen. Auf diese Weise kann das Vertrauen in die Rettungsleitstelle Rhein-Neckar wieder hergestellt werden. Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe des Landes, eine neue gemeinsame Leitstelle für Mannheim, Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis zu schaffen, setzt aus unserer Sicht voraus, dass die Sicherheitsinteressen der Mannheimer Bevölkerung und die Frage einer Redundanz hinreichend geklärt sind.“

Erwartungsgemäß für mächtig Wirbel sorgen die dramatischen Missstände auch im Gemeinderat!

So spricht sich die Mannheimer SPD-Fraktion deutlich gegen bereichsübergreifende integrierte Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstelle außerhalb der Quadratestadt aus! 

Dr. Boris Weirauch, SPD-Fraktionssprecher für Sicherheit und Ordnung: "Eine bereichsübergreifende Leitstelle außerhalb Mannheims lehnen wir ab. Wir befürchten, dass die Sicherheit einer Großstadt wie Mannheim mit ihren besonderen Gefahrenlagen unter diesen Umständen nicht gebührend berücksichtigt werden kann."

Sonst würden sämtliche Mannheimer Notrufe an die auswärtige Leitstelle gehen, dort disponiert werden. Die Mannheimer Feuerwehr würde dann nur noch Nachricht zum Ausrücken erhalten. 

Bereits im Juli hatte die SPD in der Sitzung des Sicherheitsausschusses Alternativvorschläge von Sicherheitsdezernent Christian Specht (CDU) gefordert.

Die SPD bekräftigt nochmals das Angebot der Stadt Mannheim an die Metropolregion Rhein-Neckar, eine bereichsübergreifende Integrierte Leitstelle für die Region in Mannheim einzurichten.

Zusätzlich nimmt Dr. Weirauch auch die Krankenkassen als Kostenträger sowie die beauftragten Rettungsorganisationen in der Pflicht: "Wenn hier keine spürbare Verbesserung bei der Versorgung der Mannheimer Bürgerinnen und Bürger in Sicht ist, stehen wir in diesem Zusammenhang der Prüfung eines Wiedereinstiegs der Mannheimer Feuerwehr in den Rettungsdienst nicht im Wege."

Hoffentlich handeln alle Verantwortlichen schnell und helfen bei der schonungslosen Offenlegung der Missstände! Schließlich geht es um die Gesundheit von hunderttausenden Bürgern in der Region...

pek

Fotos: Wohnungsbrand in Bergheimer Straße

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