Pflicht für Fahrerassistenzsysteme

Wie können Lkw-Unfälle verhindert werden? 

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Bei einem tragsichen Unfall auf der A6 stirbt der Fahrer eines LKW. 

Metropolregion - Ein übermüdeter Lkw-Fahrer, Unachtsamkeit und dann plötzlich ein Stauende – es kracht! Leider viel zu oft! Gibt es keine Pflicht für Abstandregler mit Notbremsung?

Erst am 3. November kommt es auf der A6 zwischen Wattenheim und Grünstadt zu einem tragischen LKW-Unfall – der Fahrer wird in seinem Führerhaus eingeklemmt und dabei tödlich verletzt 

---> Schwerer Lkw-Unfall: eingeklemmter Fahrer tot!

Tragischer Unfall auf der A6 

Der Grund für den Unfall ist leider kein seltener: Der Fahrer übersah ein Stauende und raste in einen weiteren Lkw! 

Dabei stellt sich nicht nur uns, sondern auch unseren Lesern vor allem eine Frage:Sind Assistenzsysteme mit Abstandsregler und eingebautem Notbremssystem nicht Pflicht in jedem Lkw und Bus? 

Martin Bulheller, Pressesprecher des Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), klärt uns auf: Abstandsregler mit Notbremssystem und Spurwechselwarner für schwere Fahrzeuge gibt es zwar seit 2008 – doch die Nutzung für Unternehmen war bisher KEINE Pflicht

„Und da der Einbau der Systeme ziemlich kostspielig ist, verzichteten viele Unternehmen leider darauf“, so Bulheller. 

BIS JETZT! 

Denn seit dem 1. November 2015 hat die EU ein neues Gesetz verabschiedet: Alle ab November für den Verkehr erstzugelassenen Lkw und Busse MÜSSEN mit eingebauten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet werden – europaweit!

Gehen die Unternehmen wegen der Kosten nicht auf die Barrikaden? 

„Nein, denn Pflicht ist Pflicht. Zudem wird in größeren Mengen produziert und dadurch ist es auch nicht mehr so kostspielig.“

Müssen Lkw mit älterem Baujahr das Assistenzsystem nachträglich einbauen lassen, da sonst eine Strafe droht? 

„Nein, für die alten Fahrzeuge gilt dies nicht, da die Elektronik nicht aufeinander abgestimmt ist und sich so gegenseitig behindert. So wäre es möglicherweise noch gefährlicher als ohne den Assistenten.“

Dennoch hat die neue Pflicht auch eine Einschränkung! Demnach kann der Fahrer den Fahrassistenten und so zum Beispiel den Spurwechselwarner nach Belieben ausschalten! Diese Freiheit muss aufgrund von Baustellen gegeben sein. 

Die BGL hatte zwar beantragt, dass sich das System nach 15 Minuten automatisch wieder einschaltet – doch der Antrag wurde abgelehnt.

„Das System darf nicht die letzte Entscheidung haben – der Fahrer ist immer noch der Herrscher über das Fahrzeug,“ erklärt Bulheller. 

Erkennt der Assistent auch ein gefährliches Stauende? 

Vor ein paar Jahren hatten die Systeme noch Schwierigkeiten damit, stillstehende Gegenstände zu erkennen, doch mittlerweile gibt es damit keine Probleme mehr!

Ob der Lkw mit dem verunglückten Fahrer in der Pfalz mit dem System ausgestattet war, ist leider nicht bekannt. 

Zwar können die Systeme nicht in jedem Fall einen Unfall verhindern, doch sie verringern die Geschwindigkeit und können so im Notfall einige Leben retten.

nis 

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