‚Volkskrankheit‘ Depression

Wenn Traurigkeit zum Alltag wird

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Auch in der Metropolregion sind viele Menschen von Depressionen betroffen.

Metropolregion - Immer häufiger lassen sich Arbeitnehmer aufgrund psychischer Probleme krankschreiben. Doch wie lässt sich dieser Anstieg an Depressionen erklären – und vor allem vermeiden?

Während psychische Erkrankungen vor 20 Jahren noch nahezu bedeutungslos waren, sind sie 2016, laut dem Gesundheitsreport der BKK, der zweithäufigste Grund für Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeit

Auch in der Metropolregion Rhein-Neckar haben viele Menschen mit Depressionen zu kämpfen. Laut einer AOK-Studie lässt sich jeder elfte Mann und jede siebte Frau wegen einer Depression behandeln.

Auch wenn Frauen noch immer häufiger mit Depressionen zu kämpfen haben, ist der Anteil depressiver Männer in den letzten sieben Jahren um satte 53 Prozent gestiegen. Für Männer sei eine Depression ein Zeichen für Schwäche gewesen. „Die neuen Zahlen können darauf hindeuten, dass hier langsam eine Verhaltensänderung stattfindet“, vermutet Stefan Strobel, Geschäftsführer der AOK Rhein-Neckar-Odenwald.

Immer mehr Männer betroffen

Die steigenden Krankheitszahlen gehen nicht damit einher, dass in den letzten Jahren plötzlich so viele depressiv geworden sind. Viel mehr sind es die Ärzte und die Betroffenen, die offensiver mit dem Thema umgehen und die steigende Sensibilität

Auch die Akzeptanz für die Krankheit „Depressionen“ sei in den letzten zehn Jahren gestiegen, so Alexander Föhr von der AOK Rhein-Neckar-Odenwald. Das gehe damit einher, dass das Thema in der Öffentlichkeit diskutiert werde und damit erhöhte Aufmerksamkeit erfahre.

Kein Tabuthema mehr

„Als Beispiel ist hier der schreckliche Flugzeugabsturz der Lufthansa-Maschine in Südfrankreich zu nennen, der durch den Selbstmord des depressiven Co-Piloten einhergeht“, so Föhr. Gesellschaftlich sind Depressionen also kein Tabuthema mehr.

Wie wichtig das Thema ist und auf wie viel Interesse es stößt, habe die AOK durch ihre „Lebe Balance“-Kurse erfahren. Gemeinsam mit einem Professor vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit wurden diese Kurse entwickelt, um die Menschen widerstandsfähiger gehen Alltagsstress zu machen und so seelischen Erkrankungen vorzubeugen.

„Das Interesse in der Bevölkerung ist groß, was für eine Offenheit spricht, sich dem Thema Belastungen zu stellen und etwas für sich zu tun“, sagt Föhr.

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Von Depressionen Betroffene und deren Angehörige in der Metropolregion Rhein-Neckar finden hier Hilfe.

jab

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