Vorsicht vor diesen Angeboten

Die miese Masche mit der Wohnungsnot

Mannheim/Heidelberg - Eine schöne und günstige Wohnung ist schwer zu finden. Einige Angebote stechen jedoch aus der Masse heraus. MANNHEIM24/HEIDELBERG24 ist der Betrugsmasche nachgegangen.

Unbezahlbare Mieten für unansehnliche Wohnräume gehören zum Alltag der Wohnungssuchenden in der Region.

Am späten Abend taucht plötzlich ein neues Angebot auf: Eine günstige, geräumige Wohnung, zauberhaft eingerichtet, provisionsfrei und dann auch noch mit neuer Einbauküche ausgestattet. 

Einfach zu schön, um wahr zu sein – und genau das ist es auch! Denn hinter diesen Angeboten stecken miese Betrüger, die mit diesen Lock-Angeboten an das Geld der Wohnungssuchenden kommen wollen. 

Die Masche ist einfach:

Das inserierte Angebot ist unschlagbar, schnell ist eine E-Mail an den vermeintlichen Vermieter versendet und ebenso schnell kommt eine Antwort. Darin wird erklärt, dass der Wohnungseigentümer derzeit leider nicht vor Ort sein kann, die Wohnung jedoch sofort vermietet werden müsse und der Interessent – natürlich nach der Vorauszahlung einer netten Geldsumme – den Wohnungsschlüssel mit der Post erhalten würde.

Im Jahr 2010 wurden auf diese Weise drei Wohnungssuchende um mehrere tausend Euro betrogen.

Die Überweisungen erfolgten in allen bekannten Fällen über die Western-Union-Bank nach England. In den vergangenen vier Jahren wurden glücklicherweise keine weiteren Fälle bekannt, in denen die Betrugsmasche gefruchtet hat.

Aktuell sind der Polizei keine Fälle bekannt, in denen der Betrug auch vollendet wurde. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch in der letzten Zeit Wohnungssuchende auf solche Angebote hereingefallen sind.

Luxuswohnungen kann man in der Feldbergerstraße 70 vergeblich suchen.

In den aktuellen Fällen sind meist Adressen in der Feldbergstraße und dem Stadtpalais in Mannheim und der Fischergasse in Heidelberg angegeben. Doch nach den angebotenen Luxus-Wohnungen kann man hier lange suchen. Stattdessen erwartet die potentiellen Mieter in der Feldbergstraße eine abrissbereite Bruchbude.

Dem Anbieter Immobilienscout24 ist die Betrugsmasche bereits seit etwa sieben Jahren bekannt. Auf der Website werden die Kunden ausdrücklich vor den Betrugsangeboten gewarnt. Auch wurde unserer Redaktion – nach der Kontaktaufnahme mit einem Betrüger-Angebot – eine E-Mail der Immobilien-Plattform zugeschickt, in der auf die Problematik hingewiesen wird.

>>> Betrugsangebote bei Immobilienscout24 erkennen

Um unsere Nutzer zu schützen, haben wir verschiedene technische Filter und Abfragen installiert, mit denen wir neu eingestellte Objekte überprüfen. Verdächtige Objekte kann unser Team Qualitätssicherung damit in der Regel innerhalb kürzester Zeit identifizieren“, erklärt Sonja May, die PR-Managerin von Immobilienscout24 gegenüber MANNHEIM24/HEIDELBERG24.

Verdächtige Objekte werden dann zunächst von uns deaktiviert. Sollte sich der Verdachtsfall erhärten, löschen wir das Angebot und sperren das dazugehörige Anbieterkonto. Das gleicht allerdings oftmals einem Katz-und-Maus-Spiel, da die Betrüger ebenfalls ihre Strategie kontinuierlich anpassen“, so May weiter. 

Jede Woche müssen bundesweit etwa 500 gefälschte Mietangebote gelöscht werden. Im Verhältnis dazu werden im Monat etwa 150.000 neue Objekte eingestellt. 

Geschädigte sollten den Betrug auf jeden Fall bei der Polizei anzeigen. Bereits der Verdacht auf ein betrügerisches Angebot sollte ebenfalls der Polizei gemeldet werden. Rechtlich befinden sich die Täter jedoch häufig in einer Grauzone, was die Verfügbarkeit schwierig macht.

mk

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