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Bereits vor knapp zwei Jahren beteiligten sich Kaufland-Mitarbeiter im Rahmen von landesweiten Streiks an einer Verdi-Kundgebung in Neckarsulm (Archivfoto). 

Tarif-Streit in vierter Runde

Seit Wochen Streiks im Einzelhandel 

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Mannheim/Heidelberg – In einigen Geschäften ist seit ein paar Wochen nicht mehr alles so ordentlich, wie gewohnt. Grund dafür: Ein Teil der Mitarbeiter streikt für mehr Lohn.

Am Donnerstag gehen die Tarifverhandlungen von Verdi und Arbeitgebern in Baden-Württemberg in eine vierte Runde. Seit Mittwoch befinden sich Einzelhandel-Mitarbeiter im Rhein-Neckar-Kreis im Streik.„Am kommenden Donnerstag ist ein Abschluss möglich, wenn die Arbeitgeber sich bewegen und ihre Verweigerungshaltung aufgeben. Die andere Variante bedeutet Streiks und Proteste im Einzelhandel bis in den Herbst“, erklärt Bernhard Franke, Verdi-Verhandlungsführer vor  Beginn in einer Pressemitteilung.

Falls diese scheitert, „müssen wir gucken, wie es weitergeht“, erklärt eine Verdi-Sprecherin am Donnerstag auf die Frage, ob noch mehr Geschäfte zum Streik aufgerufen werden sollen. Welche Geschäfte bestreikt werden sei eine Entscheidung der Tarifkommission, sagt sie.

In Rheinland-Pfalz wird hingegen noch nicht gestreikt. Die Arbeitgeber und die Gewerkschaft konnten sich auf keinen Abschluss einigen und wollen nun am 13. August weiterverhandeln.

Welche Geschäfte sind betroffen?

Am Freitag sind es 13 Geschäfte im Rhein-Neckar-Kreis, die bestreikt werden, rund 250 Mitarbeiter machen laut Verdi mit:

In Mannheim streiken Mitarbeiter bei Galeria Kaufhof in P1 und M7, H&M am Paradeplatz und auf den Planken sowie rund 15 Mitabreiter bei Kaufland.

In Heidelberg beteiligt sich ein Teil der Belegschaft von Galeria Kaufhof, beiden H&M Filialen in der Innenstadt sowie von Kaufland in Pfaffengrund.

Außerdem sind der Real-Markt in Brühl sowie Ikea in Walldorf betroffen. Bei Kaufland werden noch die Filialen in Weinheim und Dossenheim bestreikt.

Wie die Pressesprecherin von Kaufland, Christine Axtmann, betont, würde aber die „Verkaufsbereitschaft gewährleistet“ und Kunden könnten wie gewohnt ihre Einkäufe erledigen.

Was will Verdi?

Verdi fordert für die rund 490.000 Beschäftigten im Einzelhandel Baden-Württemberg eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 1 Euro pro Stunde sowie ein tarifliches Mindesteinkommen von 1.850 Euro. Der neue Tarifvertrag soll für eine Laufzeit von 12 Monaten vereinbart werden. Zudem strebt Verdi für die Tarifverträge des Einzelhandels wieder die Allgemeinverbindlichkeitserklärung an. Das bedeutet, dass die Tarifverträge wieder für alle Unternehmen und alle Beschäftigten der Branche verbindlich gelten würden. Damit soll der weiteren Verbreitung von „Armutslöhnen“ in der Branche entgegengewirkt werden.

sag

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