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Weihnachten in Rhein-Neckar: 1.600 Einsätze! Die Polizei-Bilanz der Straftaten

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Von: Peter Kiefer

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Die Polizei sorgte in München für ein kleines Weihnachtswunder.
Für die Polizisten, die Dienst in der Rhein-Neckar-Region hatten, läuteten eher die Alarmglocken als die Weihnachtsglöckchen. (Symbolfoto) © Swen Pförtner/dpa

Mannheim – Die Polizei in der Rhein-Neckar-Region hätte bestimmt auch gerne „Stille Nacht“ gesungen. Doch die Realität über Weihnachten fällt anders aus. Die Einsatzbilanz:

Von wegen Fest der Liebe und friedliche Weihnachten – über die Feiertage hat die Polizei bei Hunderten Einsätzen mal wieder alle Hände voll zu tun gehabt! So sind im Gesamtbereich des Polizeipräsidiums Mannheim über die Feiertage 2021 rund 10 Prozent mehr polizeiliche Einsätze registriert worden, als noch im Jahr zuvor. Denn im Zeitraum von Heiligabend bis Montagmorgen (27. Dezember) ist es zu rund 1.600 Einsätzen gekommen.

Klingt nach sehr viel, relativiert sich jedoch angesichts der historisch niedrigen Belastung an Ad-hoc-Einsätzen im Jahr 2020. Grund dafür: Die bislang einmalige Lockdown-Situation und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie.

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Mannheim: Ruhestörungen und Körperverletzungen – die Weihnachts-Bilanz

Zum Vergleich: Trotz des leichten Anstiegs 2021 beträgt die Anzahl aller Ad-hoc-Einsätze in diesem Jahr nur rund Zweidrittel aller Einsätze im Vergleich zu „normalen“ Zeiten. Dies dürfte zum größten Teil mit dem disziplinierten und solidarischen Verhalten der Menschen in der Region angesichts der aktuellen Corona-Situation zusammenhängen.

Streit unterm Tannenbaum
Nicht jeder Streit unterm Christbaum ging friedlich über die Bühne. (Symbolfoto) © Christin Klose/dpa

Vorbehaltlich einer detaillierteren Auswertung konzentrierte sich die Mehrheit der polizeilichen Spontan-Einsätze seit Donnerstagabend (23. Dezember) auf 99 Ruhestörungen (Mannheim: 57; Heidelberg: 22; Rhein-Neckar-Kreis: 20), 72 Streitigkeiten (Mannheim: 33; Heidelberg: 8; Rhein-Neckar-Kreis: 31) und 15 Körperverletzungen (Mannheim: 8; Heidelberg: 4; Rhein-Neckar-Kreis: 3).

Wegen 13 randalierenden Personen (Mannheim: 3; Heidelberg: 3; Rhein-Neckar-Kreis: 7) wurde jeweils mindestens eine Streifenwagenbesatzung eingesetzt.

Polizei-Bilanz zu Weihnachten: Einbrüche und Verkehrsunfälle in Rhein-Neckar-Region

Die Polizei musste 14 Einbrüche (Mannheim: 7, Heidelberg: 1; Rhein-Neckar-Kreis: 6) aufnehmen, wobei die Zentrale Kriminaltechnik der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg die Spurensicherung an den Tatorten übernommen hat.

Während der Feiertage wurde ein erhöhtes Verkehrsaufkommen gerade auf den Fernstraßen festgestellt, was sich auch an den deutlich gestiegenen Unfallzahlen festmachen lässt: Bei 108 Verkehrsunfällen (Mannheim: 30, Heidelberg: 10; Rhein-Neckar-Kreis: 68) wurden 16 Personen verletzt. Dies entspricht einem Plus von 14 gegenüber 2020 – zum Glück ausschließlich Leichtverletzte. Die Unfallschwerpunkte betrafen die Revierbereiche Mannheim-Neckarstadt: 10; Hockenheim: 11; Weinheim: 10; Wiesloch: 9; Schwetzingen: 9 und Heidelberg-Süd: 8.

Einbruch
Einbrecher nutzten über Weihnachten verwaiste Wohnungen für ihre Beutezüge. (Symbolfoto) © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Insgesamt waren sechs Unfallverursacher alkoholisiert. Bei zwei Verkehrsunfällen am 2. Weihnachtsfeiertag hatten die Unfallverursacher ordentlich getankt – und das sogar noch am helllichten Tag. In Mannheim wurden bei einem 43-Jährigen über 1,5 Promille, auf der A656 bei Heidelberg bei einem 59-Jährigen über 1,8 Promille gemessen.

Auch an Weihnachten: Viele Autofahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Wegen des Verdachts der Unfallflucht wird in 20 Fällen ermittelt (Mannheim: 5; Heidelberg: 5; Rhein-Neckar-Kreis: 10).

Bei 7 Wildunfällen in Heidelberg (1) und im Rhein-Neckar-Kreis (6) ist glücklicherweise niemand verletzt worden. An den Fahrzeugen entstand jedoch zum Teil erheblicher Sachschaden.

Eine ziemlich alkoholisierte Frau (25) wollte in Mannheim Polizisten bestechen. (Symbolfoto)
Die Polizei musste auch an Weihnachten viele alkoholisierte Autofahrer aus dem Verkehr ziehen. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa

Bei den zahlreichen Personen- und Fahrzeugkontrollen kam es in vier Fällen zu Widerständen und tätlichen Angriffen gegen Polizeibeamtinnen und -beamte, bei denen niemand verletzt wurde. Die festgestellten Tatverdächtigen waren zum Teil erheblich alkoholisiert oder standen unter Drogeneinfluss. Acht Mal war ausschließlich Alkohol am Steuer Grund für polizeiliche Folgemaßnahmen (Heidelberg: 1; Rhein-Neckar-Kreis: 7).

Nach Weihnachten: Jetzt rückt Silvester in den Fokus der Polizei

Bei einem Wohnungsbrand am späten Nachmittag des 2. Weihnachtsfeiertages (26. Dezember) in Zuzenhausen (Rhein-Neckar-Kreis), der nach ersten Erkenntnissen durch Kerzen eines Adventskranzes seinen Ausgang nahm, entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Am späten Sonntagabend wurden zwei Tatverdächtige, ein 32-jähriger Mann und eine 42-jährige Frau, beim Aufbruch eines Lieferwagens in der Heidelberger Weststadt auf frischer Tat vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen hierzu dauern noch an.

Die neu justierten Corona-Regelungen, die nun nach Weihnachten greifen, werden mit einem erhöhten Personalansatz kontrolliert. Silvester rückt dabei auch immer mehr in den polizeilichen Fokus. Die Einsatzplanungen hierzu befinden sich noch in der Vorbereitungsphase. (pol/pek)

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