Einsätze zum Jahreswechsel

Silvester in Mannheim und Region: Brände, Unfälle, Kontrollen – Polizei zieht Bilanz

Mannheim/Region - Wie jedes Jahr sorgt Silvester für zahlreiche Polizei-Einsätze. Nun kommen noch die Corona-Regeln hinzu. Eine erste Bilanz:

„Endlich ist das Jahr 2020 vorbei“ – das werden sicherlich zahlreiche Menschen am Donnerstagabend (31. Dezember) gedacht haben. Die Hoffnung, dass 2021 besser und die Corona-Pandemie besiegt wird, ist groß. Man ist die Maskenpflicht, Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung allmählich leid und möchte endlich zur Normalität zurückkehren. Ob wir bereits im neuen Jahr das erreichen werden, wird sich zeigen.

KrankheitCoronavirus, Covid-19
ÜbertragungTröfpcheninfektion
Krankheitsverlauf Zu 80 Prozent mit milden oder moderaten Symptomen

Silvester in der Corona-Krise: Polizei Mannheim kontrolliert Jahreswechsel

Wegen Corona darf der Jahreswechsel nicht wie gewohnt gefeiert werden. Auch an diesem Tag müssen wir ab 20 Uhr zu Hause sein oder bei einem weiteren Haushalt die Nacht verbringen. Das Böllern der Silvesterraketen ist nur im Garten erlaubt. Wer es auf öffentlichen Plätzen knallen lässt, macht sich strafbar. Außerdem dürfen sich in Baden-Württemberg maximal fünf Personen zweier Hausstände treffen. Wenn sich also zu viele Personen zusammentun und von der Polizei erwischt sind, kann ebenfalls mit einem Bußgeld rechnen.

Damit die Corona-Regeln auch im Jahreswechsel eingehalten werden, fahren zahlreiche Streifenwagen in Städten und Dörfern umher. Es werden zum einen die Personalstärke der insgesamt 17 Reviere deutlich erhöht, zum anderen werden zusätzliche Einsatzkräfte gerufen, um eine hohe Präsenz mit vielen Kontrollen zu gewährleisten. Damit sollen Menschenansammlungen und das Zünden von Silvesterraketen frühzeitig verhindert werden.

Am 1. Januar veröffentlicht das Polizeipräsidium Mannheim eine Bilanz und schildert einige Einsätze von der Silvesternacht.

Mannheim: Wohnung steht in Flammen – Feuerwehr-Einsatz in der Silvesternacht

In Mannheim ereignet sich an Silvester ein dramatischer Polizei- und Feuerwehr-Einsatz. In einem Hochhaus in der Neckarpromenade fängt eine Wohnung Feuer. Knapp 30 Bewohner werden aus den 21. und 22. Stockwerken evakuiert und in Sicherheit gebracht. Der Brand kann rasch gelöscht werden. Wie das Feuer entstanden ist, ist noch unklar. Der Schaden wird auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Der Bewohner der brennenden Wohnung ist zu diesem Zeitpunkt nicht anzutreffen. Eine Person wird durch eingeatmete Rauchgase leicht verletzt. Weitere Ermittlungen dauern an. Die Bewohner dürfen nach Freigabe der Feuerwehr wieder in ihre Wohnung zurückkehren.

Silvester: Bei Einsatzfahrt –  Unfall mit Streifenwagen

Ebenfalls an Silvester verunfallt ein Streifenwagen bei einer Einsatzfahrt. Gegen 3 Uhr werden die Beamten zur Unterstützung nach Mannheim-Rheinau beordert. Aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit auf eisglatter Fahrbahn gerät der Streifenwagen auf der B535 bei Schwetzingen ins Schleudern. Die Polizisten können das Auto nicht mehr abbremsen und überfahren in einer Kurve ein Verkehrsschild samt Fundament sowie ein Leitpfosten. Das Polizeiauto muss abgeschleppt werden, der Sachschaden wird auf 30.000 Euro geschätzt. Die beiden Beamten kommen mit einem Schrecken davon.

Silvester-Bilanz der Polizei: Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Durch die hohe Polizeipräsenz sind nach 20 Uhr nur noch vereinzelt Personen unterwegs. Die Polizei kontrolliert diese. Insgesamt registrieren die Beamten vom 31. Dezember, 18 Uhr bis 1. Januar, 6 Uhr 570 Einsätze. Die Bilanz: Es sind deutlich weniger „silvestertypische“ Delikte zu verzeichnen:

  • Ruhestörungen (90 - Mannheim: 45; Heidelberg: 18; Rhein-Neckar-Kreis: 27)
  • Körperverletzungen (6 - Mannheim: 2; Heidelberg: 1; Rhein-Neckar-Kreis: 3)
  • Streitigkeiten (14 - Mannheim: 8; Heidelberg: 3; Rhein-Neckar-Kreis: 3)
  • Schlägereien (1 - Rhein-Neckar-Kreis: 1)
  • Unerlaubte Partys (Mannheim: 3; Heidelberg: 2; Rhein-Neckar-Kreis: 4)
  • Brände (6 - Mannheim: 2; Heidelberg: 1, Rhein-Neckar-Kreis: 3)
  • Widerstandshandlungen, bzw. tätlichen Angriffen (3 - Mannheim: 2;
    Heidelberg: 1) - dabei werden vier Beamte verletzt
  • Gegen 17 Personen, die Feuerwerkskörper im öffentlichen Raum zündeten, wird ermittelt
  • Unfälle (5- Mannheim: 1, Rhein-Neckar-Kreis: 4). Eine Autofahrerin wird leicht verletzt, der Sachschaden ist „teilweise enorm“
  • 130 Mal müssen Streifen ausrücken, um polizeiliche Lagen zu bereinigen und Anzeigen nachzugehen.
  • 370 Fahrzeuge und 1.300 Personen werden kontrolliert - 298 müssen mit einer Anzeige rechnen (Verstoß gegen Ausgangsbeschränkung, Drogen oder Alkohol am Steuer)

Silvester-Bilanz in Mannheim und Region: Polizeipräsident nimmt Stellung

„Ich bin mit dem Verlauf in der Silvesternacht äußerst zufrieden“, fasst Polizeipräsident Andreas Stenger den Einsatz der Polizei zum Jahreswechsel zusammen. „Es war insgesamt friedlich und ruhig. Natürlich wurde geböllert, aber zumeist nur auf dem privaten Gelände. Es gab vor allem keine Menschenansammlungen im öffentlichen Raum. Vielmehr waren viele Straßen in den Innenstädten der Region menschenleer. Vereinzelt mussten meine Kolleginnen und Kollegen dennoch gegen einige wenige Unbelehrbare einschreiten, für die Geduld, Disziplin und Solidarität in Corona-Zeiten offenbar Fremdworte sind. Die Anzeigen und empfindlichen Bußgelder sind sicherlich kein guter Start ins neue Jahr, aber notwendig um Bewusstsein zu schaffen. Allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern wünsche ich ein gutes, neues Jahr. Sie können auch weiterhin auf Ihre Polizei vertrauen, die für Ihre Sicherheit rund um die Uhr natürlich auch 2021 ein verlässlicher Partner ist“, verspricht der Polizeipräsident. (pol/jol)

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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