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„Montagsspaziergang“: Querdenker weichen nach Schwetzingen aus – es bleibt friedlich

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Von: Marten Kopf, Daniel Hagen

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Mannheim – Wieder ziehen am Montagabend Gegner der Corona-Maßnahmen durch die Innenstadt. Wie angekündigt, ist ein Teil der „Spaziergänger“ dieses Mal in Schwetzingen unterwegs.

Update, 11. Januar: Wie geplant, gibt es am Montag den Querdenker-Aufmarsch in Schwetzingen. Wie die Polizei mitteilt, sind rund Menschen unterwegs, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Dabei verlief alles friedlich. Gleichzeitig bilden auch in der Spargelstadt rund 150 Personen eine Menschenkette. Sie wollen auf das Thema „Solidarität und Zukunft“ aufmerksam machen.

Die Versammlung in Schwetzingen ist nicht das einzige Event dieser Art am Montag (10. Januar). Auch in anderen Städten und Orten in der Region kommt es zu Ansammlungen von Menschen, die friedlich demonstrieren, wie MANNHEIM24 berichtet.

„Montagsspaziergang“: Querdenker weichen nach Schwetzingen aus – und verhöhnen Polizei

Erstmeldung, 10. Januar: Anders als erwartet bleibt es am Montagabend (10. Januar) ruhig in der Mannheimer Innenstadt. Laut Polizei Mannheim sind etwa 100 sogenannten „Spaziergänger“ unterwegs, um trotz Verbots der Stadt gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Haben die Querdenker etwa aufgegeben? Eher nicht. Gegen 16 Uhr wird auf mehreren Telegram-Kanälen ein plötzlicher Ortswechsel angekündigt. „Wir haben gerade die Meldung erhalten, dass es in Mannheim nur eine Demo der Polizei für höhere Löhne und weniger Überstunden geben soll. Viele Menschen finden das wohl unterstützenswert und gehen deshalb heute in Schwetzingen spazieren“, heißt es zum Beispiel bei den „Freien Pfälzern“.

StadtMannheim (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl310.658 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche144,96 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

„Montagsspaziergänge“: Querdenker weichen nach Schwetzingen aus

Wie Verschwörungsideologe Friedemann Mack – den man spätestens seit seiner Party für Ungeimpfte mit Stargast Nena kennt – mitteilt, überlasse man die Stadt Mannheim an diesem Abend komplett der Polizei. Stattdessen wolle man an einem anderen Tag der Woche „spazieren gehen“. Mack hoffe, dass trotzdem jemand in Mannheim Fotos und Videos von der Polizei machen wird und scheint sich darüber zu freuen, dass die Beamten völlig umsonst stundenlang in der Innenstadt stehen müssen.

Statt in Mannheim gehen die Querdenker nun also in Schwetzingen „spazieren“. Auf MANNHEIM24-Anfrage heißt es von der Polizei, dass es dort zwei angemeldete Demos gegeben hat, an denen insgesamt 200 Leute auf dem Schlossplatz und circa 150 in der Innenstadt teilgenommen haben. Wie Friedemann Mack auf seinem Telegram-Kanal zeigt, sind nur ein paar dutzend davon „Spaziergänger“, wohingegen eine der Demos von den „links grün-versifften“ sei – also den Menschen, die für Impfungen und gegen Querdenker sind. Eine solche Gegendemo hat es auch von der Initiative „Uffbasse“ wieder in Mannheim gegeben.

„Montagsspaziergänge“: Polizeigewerkschaft schlägt Alarm

Derweil schlägt die deutsche Polizeigewerkschaft Alarm. Aus deren Sicht nämlich haben die zahlreichen Einsätze bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik die Polizei in Baden-Württemberg ans Limit geführt. „Wir haben eine angespannte Lage“, so Landeschef Ralf Kusterer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Infolge von „Querdenker“-Demos und „Spaziergängen“ von Gegnern der Corona-Maßnahmen sammelten sich Überstunden an. Diese könnten nicht immer ausgeglichen werden. Neben der Bereitschaftspolizei sind laut Kusterer auch sogenannte Alarmhundertschaften mit Kollegen aus den Revieren und anderen Bereichen im Einsatz bei Versammlungen.

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Am vergangenen Wochenende etwa begleitete die Polizei landesweit 33 Zusammenkünfte mit rund 13.500 Teilnehmern. Dabei waren laut Innenministerium 1.300 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Einsatz. Wöchentlich erreichen die Polizei im Südwesten überdies Rufe aus anderen, vornehmlich ostdeutschen Bundesländern nach Verstärkung. Aus Solidarität komme man den Wünschen nach. „Wir können aber nicht mehr weiter Löcher in anderen Ländern stopfen.“ (dpa/dh/mko)

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