Zahl der Flächen steigt

Skandal nimmt kein Ende: Immer mehr Ackerland mit PFC belastet!

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PFC-Skandal in Mittelbaden (Symbolfoto)

Mannheim/Karlsruhe - Ein Ende im Skandal um mit PFC-Chemikalien belastetes Ackerland ist nicht in Sicht. Die Zahl der Flächen steigt – vor allem in der Nähe von Mannheim! 

Die Zahl der mit der Chemikalie PFC verseuchten Ackerflächen in Mittel- und Nordbaden wächst, und zu den Verursachern der Verschmutzung gibt es weiter keine Klarheit. Nach Angaben der zuständigen Stabsstelle am Regierungspräsidium Karlsruhe sind inzwischen fast 750 Hektar im Landkreis Rastatt, in Baden-Baden und rund um Mannheim belastet. 

Der Anstieg geht vor allem auf Beprobungen bei Mannheim zurück: „Die jüngsten Untersuchungsergebnisse zeigen, dass eine wesentlich größere Fläche belastet ist, als nach den ersten Befunden zu vermuten war“, sagt eine Sprecherin der Behörde. Danach sind von 317 Hektar untersuchter Fläche bei Mannheim 244 Hektar als belastet eingestuft. Im Kreis Rastatt und Baden-Baden wurden auf 1037 Hektar Bodenproben genommen; davon gelten 503 Hektar als belastet. Fast alle Flächen sind Ackerland. Grundstücke von Hauseigentümern seien nur wenige dabei. 

Die Chemikalie PFC steht im Verdacht, die Gesundheit zu gefährden. Sie kann in der Umwelt kaum abgebaut werden. Als Hauptverursacher für die Verschmutzungen gilt ein Komposthersteller aus Baden-Baden, der bis 2008 Kompost mit PFC-belasteten Papierschlämmen versetzt haben und somit für die Verunreinigung der Äcker verantwortlich sein soll. Das Unternehmen bestreitet dies. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte die Firma aber im Oktober vergangenen Jahres dazu verdonnert, die Kosten für Bodenanalysen eines kleinen Teils der betroffenen Flächen zu bezahlen. Nach Mannheim war Kompost der Firma aber nie geliefert worden, sagte ein Sprecher des Baden-Badener Unternehmens. Außerdem erstrecke sich die in der Mannheimer Region gefundene Belastung inzwischen auch auf Flächen, auf denen auch nach 2008 mit Papierschlamm vermischter Kompost ausgebracht worden war, berichtete das Regierungspräsidium Karlsruhe. Nun seien weitere Untersuchungen erforderlich.

dpa/kab

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