BGH hebt Urteil auf

Mann will Ehefrau von Auftragskiller umbringen lassen – und wird freigesprochen

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Nachdem ein Mann wegen Anstiftung zum Mord verurteilt worden ist, hebt der Bundesgerichtshof das Urteil nun auf. (Symbolfoto)

Mannheim/Karlsruhe - Ein Mann engagierte im Jahr 2017 einen Auftragskiller für seine Frau. Ein Jahr später wird er dafür verurteilt. Nun wird das Urteil vom Bundesgerichtshof aufgehoben!

  • Ein Mann will einen Auftragskiller anheuern – um seine Ehefrau zu töten.
  • Als er sich mit dem Mörder in Mannheim treffen will, entpuppt dieser sich als Informant der Polizei.
  • Vor dem Landgericht Mannheim wird der 71-Jährige dafür zu 6 Jahren Haft verurteilt.
  • Doch jetzt die überraschende Wende!

Update vom 29. Juli: Vor fast einem Jahr wurde ein 71-Jähriger in Mannheim verurteilt, weil er einen Auftragskiller engagierte, der seine Frau umbringen sollte. Was der Mann damals im Jahr 2017 nicht wusste – der vermeintliche Profikiller war ein Polizist, ein Freund von ihm war ein Informant der Polizei! Das Landgericht Mannheim verurteilte den unzufriedenen Ehemann zu sechs Jahren Haft wegen Anstiftung zum Mord. Doch nun gibt es eine Wendung in diesem kuriosen Fall. Wie die Bild berichtet, sei der mittlerweile 72-Jährige frei gesprochen worden – und zwar vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Dort habe sein Anwalt Steffen Kling direkt nach dem Prozessende 2018 Revision eingelegt. 

Mannheim: Auftragskiller für Ehefrau engagiert – und trotzdem freigesprochen!

Den Freispruch begründe der Bundesgerichtshof damit, dass das in Mannheim vereinbarte Honorar für das Mordkomplott in Höhe von 45.000 Euro nicht gezahlt worden sei. Damit habe der Angeklagte nicht den objektiven Tatbestand für die Anstiftung erfüllt, wie der Richter erklärt. Anwalt Kling aus Mannheim sagt zudem, dass es nicht einmal eine Anzahlung gegeben habe. Dadurch habe sein Mandant das Geschehen nie aus der Hand gegeben und hätte nicht damit rechnen müssen, dass der Auftragskiller seine Ehefrau töte. Seine mittlerweile Ex-Frau habe bereits Beschwerde gegen das Urteil eingelegt.

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Mannheim: Mann engagiert Profikiller –  und gerät an Polizisten

„Die Schlampe hat den Tod verdient“, sagt der 71-Jährige beim ersten Treffen in Mannheim mit dem Auftragsmörder und bietet dem Mann 30.000 Euro an. Was er nicht weiß: Der vermeintliche Killer ist ein Informant der Polizei !

Für die Anstiftung zum Mord verurteilt ihn das Landgericht Mannheim zu insgesamt sechs Jahren Haft! Das Gericht geht von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, da ein Psychiater hirnorganische Veränderungen festgestellt hat, die seine Emotionen beeinflussen könnten. Der Anwalt des Angeklagten,Steffen Kling, will Rechtsmittel einlegen. Er hat einen Freispruch für den Rentner gefordert! Das Kuriose: Noch sind die beiden verheiratet! Doch die Scheidung läuft.

Mannheim: Verdeckte Ermittler überführen den Angeklagten

Der V-Mann bringt zum zweiten Treffen in Mannheim am 10. November 2017 einen Polizisten mit, der vorgibt, einen anderen Mann mit dem Mord beauftragen zu wollen. Der Beamte ist verkabelt und so kann das Gespräch aufgezeichnet werden. Stundenlang soll der Rentner mit dem Polizisten in Mannheim erörtert haben, wo und wie die 56-jährige Ehefrau am besten getötet werden kann. Der Ermittler verlang 5.000 Euro als Anzahlung und weitere 35.000 Euro nach dem Mord! Der Angeklagte akzeptiert und will sich melden, sobald er das Geld beisammen hat. Am 14. November wird er verhaftet. In seinem Schließfach in Mannheim findet die Polizei 50.000 Euro!

Für das Gericht steht fest: Der 71-Jährige aus Mannheim will seinen Plan durchziehen. Er habe lediglich Angst, dass der ‚Mörder‘ sich nach der Anzahlung aus dem Staub mache. Das soll schon einmal passiert sein: Dem verdeckten Ermittler berichtet er nämlich, dass er bereits 20.000 Euro an zwei Slowenen gezahlt habe, die mit der Anzahlung verschwunden seien!

Mannheim: Warum dieser Hass?

Das Paar ist seit über 30 Jahren verheiratet. Doch 2016 trennt sich die Frau von dem Rentner aus Mannheim. Er soll krankhaft eifersüchtig gewesen sein und habe ihr vorgeworfen, ihn zu betrügen und sein Geld zu verschwenden. Er sieht sich selbst als Opfer und ist nicht bereit, die Trennung zu akzeptieren.

Im Gegensatz zu dem Mann, der seine eigene Frau über einen Autragskiller umbringen lassen wollte, fiel die Strafe gegen einen 86-Jährigen härter aus. Der Mann aus Speyer hatte seine demenzkranke Ehefrau getötet – er wollte nach eigener Aussage nicht, dass sie in ein Heim musste. Er wurde wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt. 

Auch im Mordfall Syndia A. wird Anklage wegen Mordes erhoben.

jab/dh

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