Weil wir eine Zivilgesellschaft sind

Mit Rap zum besseren Menschen: Wie die Polizei „zivile Helden“ schaffen will!

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Stop sagen, Zivilcourage zeigen: Gegen Gewalt, Hass im Netz und Radikalisierung wirken. (Symbolfoto)

Rhein-Neckar-Kreis - Die Polizei – Dein Freund und Helfer? Richtig! Besser wäre es aber, wenn wir sie weniger bräuchten. Genau das will ein am Donnerstag (8.November) beginnendes Forschungsprojekt erreichen. 

Gewalt, Hass im Netz und Radikalisierung sind Themen, die uns gesamtgesellschaftlich zunehmend beschäftigen. Die Hemmschwellen, im realen, wie im digitalen Leben, sinken. Sich verdichtende Städte und zunehmende Vernetzung lassen das soziale Gefüge, das Miteinander und das „Aufeinanderachten“ zurückgehen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied oder anders: „Erst ich, nach mir die Sintflut.“

Dementsprechend nehmen auch soziales Engagement und Zivilcourage ab. Letzteres will ein Forschungsprojekt mittels massiver Onlineoffensive stärken. „Zivile Helden“ heißt die Website der „Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes“, die am Donnerstag (8. November) online geht. 

Dabei kannst Du dich testen. Wie würdet Du reagieren? Weglaufen oder in der Situation bleiben? Online Haten oder oder auch über die Konsequenzen für den Betroffenen nachdenken? 

 

Mittels beispielhafter interaktiver Filme, Deutsch-Rap und vor allem digitalem Dialog will die Polizei so die Sicherheit Einzelner und der Gesellschaft im Ganzen erhöhen undzivilcouragiertes Handeln fördern

Antworten, ob Prävention damit tatsächlich erhöht werden kann, will die Plattform „Zivile Helden“ innerhalb eines Jahres liefern. Vorab handelt es sich also um eine Art Testlauf. Dass Aufklärung, die Konfrontation mit Gefahrensituation und Kommunikation Zivilcourage fördert, steht für Vertreter des Projektes dabei jetzt schon außer Frage. 

Werde zum „zivilen Helden“: Das Ziel der Projektes, online wie offline.

„Durch die interaktiven Videos und andere crossmediale Elemente erhoffen wir uns einen größeren Lerneffekt bei den Nutzern", erklärt etwa Verband-Koordinatorin Gabriele Kille, Professorin an der Hochschule der Medien in Stuttgart. „Diese Videos übersetzen die ernsthaften Botschaften der Polizei signifikant und authentisch in Rapsongs. Scheinbar nebenbei inszenieren wir Handlungsmuster, die zu Zivilcourage aktivieren und damit sicherheitsbewusstes Verhalten im Ernstfall prägen.“ Verstärker für eine Wissensverfestigung bei allen Nutzern soll die Kommunikation über polizeiliche Themen innerhalb des Netzwerkes sein. 

Die Potentiale der Plattform

Auch Kriminaloberrat Harald Schmid sieht große Potentiale: „Mit ‚Zivile Helden‘ schlagen wir in der Polizeilichen Kriminalprävention ein neues Kapitel auf. Davon erhoffen wir uns eine Impulswirkung auf die gesamte kriminalpräventive Arbeit im deutschsprachigen Raum. Wir wollen wissen, ob wir in den sozialen Netzwerken unsere Inhalte genauso gut oder deutlich besser an die Bevölkerung vermitteln können." Für die Polizei geht es dabei um nicht weniger, als eine Weichenstellung für die Kommunikation der Zukunft.

Interaktives Konzept, Interface Design und technische Realisierung hat die Internetagentur „Mosaig“ vorgenommen. Geschäftsführer Theodor Paxino geht es vor allem um die Gefühlsebene: „Für uns als Agentur war eine Frage besonders interessant. Wie schaffen wir es Menschen mit Technik emotional zu erreichen. Das können wir im Projekt dank der wissenschaftlichen Begleitung besonders genau beobachten. So können wir uns darauf fokussieren, durch ein hohes Nutzererlebnis die Menschen für das Thema Zivilcourage zu begeistern."

Das Konzept für „Zivile Helden" wurde unter dem Akronym "PräDiSiKo" (Präventive digitale Sicherheitskommunikation) von Experten aus Medienethik, Kommunikationswissenschaft, Kriminologie, Rechtswissenschaft und der Ökonomie entwickelt. 

Im Netz findest Du „Zivile Helden“ bislang auf www.zivile-helden.deFacebookTwitter, Instagram und Youtube.

pm/chh

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